Kapazitätsprobleme gibt es nach Einschätzung der SPD-Gemeinderatsfraktion an der August-Renner-Realschule, viele Rastatter Schüler besuchen derzeit Realschulen im Umland. Der Gemeinderat beschäftigte sich am Montag mit einem Antrag der SPD-Fraktion, eine Außenstelle in der ehemaligen Hauptschule Ried einzurichten.
Kapazitätsprobleme gibt es nach Einschätzung der SPD-Gemeinderatsfraktion an der August-Renner-Realschule, viele Rastatter Schüler besuchen derzeit Realschulen im Umland. Der Gemeinderat beschäftigte sich am Montag mit einem Antrag der SPD-Fraktion, eine Außenstelle in der ehemaligen Hauptschule Ried einzurichten. | Foto: Collet

Neubau soll verhindert werden

Rastatter SPD will Außenstelle oder Ausbau der August-Renner-Realschule

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Für die Einrichtung einer Außenstelle der August-Renner-Realschule (ARRS) im Stadtteil Wintersdorf kämpft die SPD-Fraktion im Rastatter Gemeinderat. Damit könne ein millionenschwerer Neubau für die Schule, die an die Grenze der Aufnahmefähigkeit stößt, eingespart werden, argumentierte Stadträtin Inge Bellan-Payrault.

Gleichzeitig sei eine sinnvolle Folgenutzung für das künftig leer stehende Schulgebäude der ehemaligen Hauptschule Ried gefunden. Aktuell wird das Gebäude als Ausweichquartier für die Hans-Thoma-Grundschule genutzt.

SPD-Fraktion für Außenstelle in Wintersdorf

Auf Antrag der SPD-Stadträtinnen Inge Bellan-Payrault, Laura Bader und Nicole Maier-Rechenbach befasste sich am Montagabend das Ratsgremium mit der Thematik. In die Sachdebatte wurde aber nicht tiefer eingestiegen.

Eine Projektgruppe mit Vertretern der Stadt und der Schule soll zuerst anhand der Prognosen für die Schülerzahlen ein Raumprogramm und ein Konzept für einen möglichen Ganztagsausbau der Realschule entwickeln, führte Bürgermeister Arne Pfirrmann die Position der Stadtverwaltung aus.

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Der Schulentwicklungsplan sehe vor, dass die Realschule am bestehenden Standort gestärkt werde. „Ein erforderlich werdender Erweiterungsbau soll auf dem Schulgebäude verwirklicht werden“, so die Stadt.

Das Raumprogramm müsse zudem noch mit dem staatlichen Schulamt und dem Regierungspräsidium Karlsruhe abgestimmt werden. Grundsätzlich ausgeschlossen sei eine Außenstelle aber nicht.

Freie Wähler-Sprecher sieht Probleme beim Schulbetrieb

Widerspruch gegen die SPD-Vorschlag kam aus verschiedenen Lagern: Herbert Köllner, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler und pensionierter Schulleiter, sah erhebliche Probleme für den Schulbetrieb, da an Realschulen das Fachlehrerprizip gelte.

Am Standort Wintersdorf könnten zudem maximal fünf Klassen untergebracht werden, stellte er die Sinnhaftigkeit in Frage. Auch Barbara Dürr (Grüne) befürchtete Probleme im Schulalltag.

Dieter Gerster (Grüne) verwies darauf, dass die Kapazitäten bislang immer ausgereicht hätten. In der Vergangenheit habe auch immer funktioniert, dass Rastatter Schüler Schulen im Umland besuchen wie Kuppenheim oder Iffezheim, hier werden derzeit fast 120 Schüler aus Plittersdorf, Ottersdorf und Wintersdorf unterrichtet.

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Auch gibt es Überlegungen des Kultusministeriums, die verbindliche Grundschulempfehlung wieder einzuführen, was den Druck auf die Realschulen abmindern würde.

Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch zeigte Verständnis dafür, dass die Ried-Stadtteile dem Verlust „ihrer“ Hauptschule in Wintersdorf nachtrauern. Indes lag die Schließung nicht in der Hand der Stadt beziehungsweise wurde nicht aktiv betrieben:

Mehrheit für Verwaltungsvorschlag

„Wir mussten zur Kenntnis nehmen, dass die Eltern und Schüler mit den Füßen abstimmen“. Das schnelle Ende der Haupt- beziehungsweise Werkrealschulen sei so nicht absehbar gewesen. Wie sich die Schülerflüsse in der Zukunft entwickeln, sei „ein Blick in die Glaskugel“.

SPD-Rätin Inge Bellan-Payrault machte sich trotz des Gegenwinds für eine „vorurteilsfreie Prüfung“ des Vorschlags stark. Der von ihr formulierte Antrag fand aber keine Mehrheit im Rat. Mit 32 Stimmen bei zwölf Enthaltungen wurde der Verwaltungsvorschlag angenommen.