Ein tiefes Loch legt derzeit den Verkehr auf der Kaiserstraße lahm. Nach Angaben der Stadtverwaltung sollen Ratten ein Betonrohr zerfressen und so für den Schaden gesorgt haben.
Ein tiefes Loch legt derzeit den Verkehr auf der Kaiserstraße lahm. Nach Angaben der Stadtverwaltung sollen Ratten ein Betonrohr zerfressen und so für den Schaden gesorgt haben. | Foto: pr

Krater in der Kaiserstraße

Ratten untergraben Rastatt

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Ratten untergraben Rastatt. Wegen unterirdischer Umtriebe musste am Montag die Kaiserstraße gesperrt werden. Auf Höhe des Modeparks Röther stürzte die Fahrbahn ein, mitten auf der stadteinwärts führenden Seite. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, vermuten Mitarbeiter des städtischen Tiefbaus, dass Ratten für diesen Zwischenfall verantwortlich sind.

Die Ratten, so meldet die Stadt, hätten in rund eineinhalb Metern Tiefe einen Betonklotz, der eine ungenutzte Kanalabzweigung abdeckt, angeknabbert und so unterirdisch einen Hohlraum geschaffen. Letztlich sei es aber die Hitze gewesen, die zum Einsturz der Straße führte. Als der Asphalt durch die ungewöhnlich hohen Temperaturen weich wurde, brach er ein. Dass es tatsächlich Ratten waren, die unter der Straße einen Hohlraum schafften, der letztlich zu den Einsturz führte, kann sich der Karlsruher Nagetier-Experte Harald Brünner sehr gut vorstellen.

Nager-Experte zweifelt am Verdacht

„Dass die Ratten aber tatsächlich Beton durchgenagt haben sollen, kann ich mir nicht vorstellen“, so Brünner auf Anfrage der BNN. „Das hört sich für mich etwas übertrieben an.“ Der Rattenkenner geht davon aus, dass die Tiere im Umfeld des Abwasserrohres aktiv waren, dem Beton selbst aber nicht ans Leder gingen. Die Stadt hingegen bleibt bei ihrer Einschätzung, dass es die Nager waren, die für das Loch in der Kaiserstraße verantwortlich sind.

Waren es die Ratten? Ein Experte zweifelt an der städtischen Theorie
Waren es die Ratten? Ein Experte zweifelt an der städtischen Theorie | Foto: dpa

Haben Ratten den Beton zernagt?

Dass Ratten tatsächlich in der Lage sind, auch Beton zu zernagen, legt eine Studie des Oberhausener Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik nahe. Wissenschaftler haben dort Zähne der Tiere untersucht, insbesondere um die enorme Schneideleistung der Nagezähne auf moderne Schneidwerkzeuge zu übertragen und so für industrielle Anwendungen zu nutzen. Einen ähnlichen Fall von Rattenfraß im Abwasserkanal gab es vor ziemlich genau fünf Jahren auch in Köln.

Loch in Rastatt

Auch dort machten städtische Mitarbeiter Ratten für einen Krater verantwortlich, der sich eines Morgens in einer ansonsten viel befahrenen Straße auftat. In der Rastatter Kaiserstraße beeilten sich die Bauarbeiter, das Loch mit Kies und Beton aufzufüllen. Bereits am Abend konnte zumindest die Vollsperrung wieder aufgehoben werden. Die Kaiserstraße kann im Bereich der Rattenaktivität wieder halbseitig befahren werden.

Vollständig wieder hergestellt wird die Straße allerdings voraussichtlich erst am Freitag sein. Bis dahin sind die Bauarbeiter noch mit der Reparatur beschäftigt. Ob die Ratten mithelfen, blieb bis zuletzt unklar.