Rastatter Weihnachtsmarkt
So richtig voll war es auf zwischen den Buden des Weihnachtsmarkts auf dem Marktplatz vor allem in den Abendstunden, wenn auf der Bühne Programm lief. Gekauft haben die Besucher aber nur wenig. | Foto: Friedrich

Rastatt Weihnachtsmarkt

Regen verwässert die Bilanz

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Von Stephan Friedrich

Mit zwei Konzerten von Justin Nova  und Cris Cosmo  ist der Rastatter Weihnachtsmarkt am Samstag zu Ende gegangen. Nach knapp vier Wochen Budenzauber ziehen die Beschicker eine gemischte Bilanz. Vor allem der viele Regen hat ihnen ebenso wie den Kollegen auf der Schlossweihnacht zu schaffen gemacht. „Es sind einfach deutlich weniger Besucher gekommen als in den Vorjahren“, sagt Waltraud Puhl, die seit über drei Jahrzehnten einen Pizzastand auf dem Rastatter Weihnachtsmarkt betreibt.

In den Kassen fehlt der Umsatz

Für das abwechslungsreiche Programm mit Comedy, viel Musik und Talkgästen habe er viele positive Rückmeldungen von Besuchern, Händlern und Gastronomen erhalten, berichtet Marktmeister Markus Lang und fügt hinzu: „Es hat alles sehr gut geklappt und wir sind von organisatorischer Seite vollauf zufrieden“. Mit dem Wetter habe man in diesem Jahr einfach Pech gehabt, so Lang. Nur an sehr wenigen Tagen hätte es nicht geregnet und da seien, wie am vergangenen Samstagabend, die Menschen auch gerne auf den Weihnachtsmarkt gekommen.

Wir würden trotzdem nächstes Jahr wiederkommen

Da bei schlechtem Wetter die Besucher ausbleiben, fehlt in den Kassen der Händler der eingeplante Umsatz. So wie bei Bernhard Ockenfuss, der mit seinem Flammkuchenstand und seiner Kartoffelsuppe nach 16 Jahren Pause erstmals wieder auf dem Rastatter Weihnachtsmarkt vertreten war. Sein Fazit: „Zufrieden sind wir zwar nicht, trotzdem würden wir im nächsten Jahr gerne wiederkommen.“

23. Dezember als Ende kommt gut an

Positiv bewerten viele Besucher, dass der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr bis zum 23. Dezember geht: „Das ist toll. Wenn früher schon drei oder vier Tage vor Weihnachten Schluss war, habe ich das immer als sehr traurig empfunden“, sagt Maria Grobert, die am Donnerstagabend auch immer wieder einsetzende Regen nicht vom Weihnachtsmarktbesuch abhält. Nebenan sind Pascal Schlüter und Richard Meinzer unter das Dach eines Glühweinstandes geflüchtet. Den beiden hat in diesem Jahr die Schlossweihnacht wieder besonders gut gefallen. „Das ist etwas, mit dem sich die Stadt Rastatt vom Programm in anderen Gemeinden in der Region abhebt“, sagen sie.

Schlossweihnacht hat besonders gelitten

Trotzdem sind die Beschicker hier, im Gegensatz zur Premiere im letzten Jahr, nicht zufrieden. Laut der Veranstalterin Sabine Franzreb mussten die 28 Kunsthandwerker und sieben Gastronomen, die in diesem Jahr im Ehrenhof des Rastatter Barockschlosses vertreten waren, Umsatzrückgänge von teilweise über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr in Kauf nehmen. Dennoch soll es im kommenden Jahr eine dritte Auflage der Schlossweihnacht geben. Denn wer gekommen ist, war begeistert: „Die Illumination war wieder super und auch die Auswahl fand ich klasse“, sagt Miriam Beckert.

Schmied war besonders bei Kindern der Hit

Auf dem Rastatter Marktplatz ist in diesem Jahr Schmied Andreas Retzer vor allem für Kinder und Jugendliche eine besondere Attraktion. „Zu mir sind ganze Schulklassen und Kindergärten gekommen“, berichtet er und fügt als Bilanz seiner Premiere in Rastatt hinzu: „Es hat viel Spaß gemacht.“ Wer dagegen auf Dekoartikel zu Weihnachten setzt und vom Umsatz leben muss, zieht eine durchwachsende Bilanz des diesjährigen Weihnachtszaubers: „Viele haben nur geschaut und nicht gekauft“, heißt es da an einem Stand, an dem bunte Weihnachtsdekoration zu bekommen ist. Wenige Schritte weiter hat der Sonnenhof aus Steinmauern indisches Essen angeboten. „Bei uns ist alles gut. Wir sind mit der Resonanz zufrieden“, sagt Nadia Colompar.

Schmied
Schmied Andreas Retzer kam mit seinem Stand auf dem Weihnachtsmarkt besonders gut an. | Foto: Collet

Als besonders gelungen sehen Veranstalter und Besucher in diesem Jahr das Programm in der Aktionshütte vor dem Rathaus und auf der Bühne in der Mitte des Marktplatzes an. Immer wenn hier, wie beim Freitagabend zu Ende gegangenen Musikcontest, etwas geboten war, strömten auch die Besucher auf den Weihnachtsmarkt. „Auf jeden Fall werden wir auch 2018 wieder ein tolles Programm auf die Beine stellen, denn die Vorweihnachtszeit in Rastatt ist und bleibt etwas Besonderes“, verspricht Marktmeister Markus Lang.