An der Maria-Gress-Schule hat Schulsozialarbeiterin Anja Habermann 863 Gespräche mit 228 Personen geführt. Zusammen mit der Grundschule sind es im Schuljahr 2018/19 insgesamt 1050 Beratungen mit 292 Personen gewesen.
An der Maria-Gress-Schule hat Schulsozialarbeiterin Anja Habermann 863 Gespräche mit 228 Personen geführt. Zusammen mit der Grundschule sind es im Schuljahr 2018/19 insgesamt 1050 Beratungen mit 292 Personen gewesen. | Foto: Collet

Steigender Beratungsbedarf

Schulsozialarbeiterin in Iffezheim: „Psychische Probleme haben in den vergangenen Jahren zugenommen“

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Der Beratungsbedarf an Iffezheims Schulen hat im vergangenen Schuljahr zugenommen. Das berichtet die Schulsozialarbeiterin Anja Habermann in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Habermann betont, dass der gestiegene Beratungsbedarf nicht auf mehr Probleme zurückzuführen sei. Vielmehr liegt es nach Angaben der Schulsozialarbeiterin daran, dass sie im vierten Jahr an der Maria-Gress-Schule und der Grundschule tätig ist. „Die Schüler und Eltern kennen mich nun“, erklärt Habermann.

Mit zunehmender Bekanntheit steige der Gesprächsbedarf. „Die Schüler trauen sich nun mehr.“ In der Grundschule hat die Schulsozialarbeitern nur „ein Bein drin“. Denn dort ist sie nur freitags oder auf Bedarf tätig. Ihr Büro befindet sich in der Maria-Gress-Schule.

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Psychische Probleme haben zugenommen

In ihrem Bericht stellt Habermann den Gemeinderäten die Beratungsthemen näher vor. „Es ist auffällig, dass die psychischen Probleme in den vergangenen Jahren zugenommen haben.“ Sie könne das zwar nicht statistisch festklopfen, aber die Tendenz sei da. Dazu gehören Habermann zufolge Schulängste und Depressionen. „Speziell bei Mädchen geht es um das Thema Ritzen und Selbstverletzung.“

Jungs spielen extensiv online

Bei Jungs sind es eher extensives online-spielen und prügeln. Zudem gehören Erziehungsfragen und familiäre Probleme zu ihrem Themenspektrum. „Das sind allgemeine Probleme. Die Eltern wissen nicht, wie mache ich es richtig“, sagt Habermann.

Drogenkonsum gibt es auch in Iffezheim

Drogen gehören auch zum Betätigungsfeld der Schulsozialarbeiterin. „Drogenkonsum gibt es auch in Iffezheim“, sagt sie. Dieser finde allerdings nicht in der Schule statt. Im Alltag hat die Schulsozialarbeiterin damit nicht viel zu tun. Es gebe vier bis fünf Fälle im Jahr.

Alkohol und Cannabis werden konsumiert

Nach Angaben der Schulsozialarbeiterin werden Alkohol und Cannabis konsumiert. Es gebe auch Fälle, bei denen Amphetamine, Ecstasy und Badesalz mit aufputschender Wirkung eine Rolle spielten. „Es werden keine harten Drogen wie Heroin oder Crystal Meth konsumiert“, sagt Habermann. In Der Maria-Gress-Schule wurde eine Suchtvereinbarung im Kollegium erarbeitet, die besagt, dass Drogen, egal ob legal oder illegal, tabu sind.

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Hinweise sollen an Schulleitung übermittelt werden

In diesem Zusammenhang fragt SPD-Gemeinderat Harald Schäfer, ob die Gerüchte stimmen, dass am Rand und auf dem Schulgelände Drogen gehandelt würden. „Das kann ich nicht ausschließen“, antwortete Habermann. Die Schule könne ihre Arbeit nur auf das Gelände begrenzen. „Falls es Hinweise gibt, sollten diese an die Schulleitung angetragen werden“, sagt die Schulsozialarbeiterin. So könne gemeinsam mit Polizei und Beratern der Suchtprävention eruiert werden, wie damit umgegangen werde.

Fälle von Kindeswohlgefährdung

Mit dem Thema Kindeswohlgefährdung beschäftigt sich Habermann ebenfalls. „Da hatte ich aber nichts im vergangenen Schuljahr zur Anzeige gebracht.“ Es gebe Fälle an der Maria-Gress-Schule und in der Grundschule. „Sie halten sich aber in Grenzen“, betont die Schulsozialarbeiterin. Rein statistisch gesehen, müsse es auch einige Fälle von sexuellem Missbrauch geben. In Der Grundschule findet deshalb Präventionsarbeit mit dem Theater „Mein Körper gehört mir“ statt.