Das Hügelsheimer Rathaus geht mit den PFC-Funden im Neubaugebiet offensiv um. | Foto: Collet

PFC in Hügelsheim

Sechs Flächen sind stark belastet

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Im September war bekannt geworden, dass zwei Grundstücke im Hügelsheimer Baugebiet „Unten an der Landstraße II“ mit PFC belastet sind. Daraufhin war das Landratsamt dem sogenannten „Gefahrenverdacht“ nachgegangen und hat weitere Proben bei den bereits bebauten Flächen angeordnet. Nun steht fest: Von 23 untersuchten Grundstücken sind elf mittel bis stark belastet. Die verbleibenden zwölf Flächen weisen keine, teilweise aber auch geringe PFC-Kontaminationen auf.

Betroffene gehen Problem sachlich an

In dieser Woche informierte die Gemeinde die betroffenen Eigentümer und brachte sie mit mehreren PFC-Experten des Landratsamts zusammen. Nach einem allgemeinen Informationsteil konnten die Betroffenen mit den Fachleuten zu individuellen Gesprächen zusammenkommen. „Die Stimmung war sehr sachlich, die Diskussion vernünftig“, fasst Hügelsheims Bürgermeister Reiner Dehmelt seine Eindrücke zusammen. Es hätten praktische Fragen dominiert, etwa danach, ob der Rasenschnitt nun nicht mehr zu den Sammelstellen gebracht werden darf. „Der wird aber ganz normal angenommen“, beruhigt Dehmelt. „Auf die Gesamtmenge bezogen ist die Belastung so gering, dass das völlig unproblematisch ist.“

Gemeinde sieht bisher keine Wertminderung

Vor allem die sechs Besitzer, deren Grundstücke stark, also mit mehr als fünf Mikrogramm PFC belastet sind, sorgen sich um den Wert ihres Eigentums, was auch daran liegt, dass die Grundstücke ins Altlastenkataster aufgenommen werden. „Wir spüren davon allerdings noch nichts“, sagt Rathauschef Dehmelt, dessen Gemeinde selbst mit zwei belasteten Grundstücken betroffen ist. Das Interesse an dem neuen Baugebiet sei ungebrochen hoch. Dennoch habe er das Landratsamt um „praktische Handlungsanweisungen“ gebeten, die genau solche Fragen für die Betroffenen kurz und sachlich erklären.

Weitere Detailuntersuchungen nötig

Zudem hegt der Rathauschef die Hoffnung, dass sich die Anzahl der Betroffenen noch einmal reduzieren könnte: Bei den Flächen, die eine Belastung zwischen einem und fünf Mikrogramm PFC aufweisen, könnte es passieren, dass jene Flächen, die bisher mit PFC-haltigem Brunnenwasser beregnet wurden, wieder herausfallen, wenn stattdessen Leitungswasser verwendet wird. „Auch hier haben wir einen gutem Kompromiss für die Betroffenen gefunden, die ja kein Abwasser produzieren“, so Dehmelt.

Den elf Grundstückseigentümern mit mittel bis stark belasteten Flächen stehen nun erneut Detailuntersuchungen bevor. Erst dann wird sich zeigen, wie genau das weitere Vorgehen aussehen wird. „Bisher haben alle Betroffenen toll mitgezogen“, freut sich Reiner Dehmelt und sieht sich damit auch in seinem offenen Umgang mit der schweren Thematik bestätigt. „Dieser Linie will ich auch treu bleiben.“