Voller Tatendrang: Wegen eines Dienstunfalls ist Rolf Spiegelhalder nicht aus der politischen Sommerpause zurückgekehrt. Jetzt spricht er erstmals öffentlich über den vermeintlich kleinen Vorfall, der große Auswirkungen hatte.
Voller Tatendrang: Wegen eines Dienstunfalls ist Rolf Spiegelhalder nicht aus der politischen Sommerpause zurückgekehrt. Jetzt spricht er erstmals öffentlich über den vermeintlich kleinen Vorfall, der große Auswirkungen hatte. | Foto: Collet

Elchesheim-Illingen

Spiegelhalder will im Amt bleiben

Anzeige

„Ich bin wieder hier, in meinem Revier“ – die berühmten Liedzeilen von Marius Müller-Westernhagen passen auch auf Rolf Spiegelhalder. Zwar ist der Bürgermeister von Elchesheim-Illingen noch nicht wieder ganz zurückgekehrt, doch meldet er sich nach Monaten der Abwesenheit wegen Krankheit jetzt öffentlich zu Wort: „Das bin ich meinen Bürgern auch schuldig“, sagt Spiegelhalder in einem Pressegespräch.

Und nicht zuletzt möchte er am Tag der Gemeinderatssitzung, in der es um die Formalitäten rund um die Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr geht, eines deutlich machen: „Ich werde wieder zur Wahl antreten.“ Seit 2011 leitet er die Geschicke der Doppelgemeinde.

Gerüchte über Gesundheit

Auch wenn bei Spiegelhalder und seiner Familie selbst nur wenige Spekulationen rund um seinen Gesundheitszustand angekommen sind, ist ihm klar, dass die Gerüchteküche brodelt. „Nachdem ich bekannt gemacht hatte, dass ich einen schweren Bandscheibenvorfall hatte, haben mich viele gute Wünsche erreicht“, freut sich der Rathauschef.

Einschränkungen

Doch brachte der Dienstunfall vom 31. Juli dieses Jahres weit mehr Einschränkungen mit sich, als erst angenommen. So darf Spiegelhalder derzeit etwa kein Auto fahren. Etwas, das vielen Elchesheimern aufgefallen ist und zu der ein oder anderen Mutmaßung geführt hatte.

Kleiner Unfall mit großer Wirkung.

Doch was genau ist im Sommer eigentlich passiert? „Ein kleiner Unfall mit großer Wirkung“, erinnert sich Spiegelhalder. Er habe sich lediglich einen Eindruck vor Ort verschaffen wollen, weil mehrere Beschwerden wegen des THW-Sommerlagers und zurückgelassenem Müll bei ihm eingegangen waren. Auf dem Weg dorthin, musste er eine Schranke passieren. „Gerade als ich drunter her bin, tut’s einen Knall.“ Vor lauter Schreck richtet sich der Bürgermeister auf und schlägt mit dem Kopf gegen die Schranke. „Ich war kurz benommen“, so Spiegelhalder. „Aber nach einer Minute ging’s wieder.“ Da er auch kein Blut spürt, gerät die Episode schnell in Vergessenheit.

Dauerhafte Schmerzen

Auch als der Bürgermeister drei Wochen später starke Kopfschmerzen bekommt, die gar nicht mehr verschwinden wollen, denkt er nicht an den Schrankenvorfall. „Den hatte ich völlig vergessen.“ Die Schmerzen allerdings bleiben – Schmerzmittel sind ohne Wirkung, auch vermeintliche Verspannungen sind nicht die Ursache.

Verletzte Wirbelsäule

Ende August muss Spiegelhalder dann sogar seinen Urlaub abbrechen – nichts geht mehr. Schließlich wird die schwere Verletzung der Wirbelsäule entdeckt, die auch das Nervensystem beeinträchtigt. Spiegelhalder lässt sich in der Neurochirurgie in Freiburg behandeln, findet hier endlich die passenden Ärzte, schon bald geht es ihm besser. „Ich bin geheilt“, freut er sich.

Die machen das super.

Bevor Spiegelhalder wieder seinen Platz im Rathaus einnimmt, geht er heute für drei Wochen in die Reha, „um mich von den wahnsinnigen Schmerzen zu erholen“. Die Geschicke seiner Gemeinde weiß er bei seinen beiden Stellvertretern Otto Heck und Norbert Schmidt in guten Händen. „Die machen das super, da muss ich mich wirklich bedanken.“ Über die wichtigsten Themen halten Heck und Schmidt Spiegelhalder per Mail auf dem Laufenden. „Außerdem habe ich die Tageszeitungen abonniert. Ich bin also im Bilde“, sagt er schmunzelnd.

Rückkehr in den Dienst

Am 2. Januar kehrt der Bürgermeister in den Dienst zurück – und der Tatendrang ist ihm anzumerken: „Ich freue mich jetzt auch wirklich drauf, wieder einzusteigen. Mal sehen, was das Frühjahr so bringt.“ Der erste öffentliche Termin, den Spiegelhalder wieder bestreitet, wird der Ehrungsabend am 19. Januar sein. Und spannend wird es dann möglicherweise bei der Bürgermeisterwahl, die voraussichtlich Ende März stattfindet.