Stellen den Tagungsband vor: Verlagsleiter Jürgen Weis, Historiker Konrad Krimm, Autor Carl-Jochen Müller und Herausgeber Oliver Fieg (von links). | Foto: Hans-Jürgen Collet

Buchvorstellung

Tagungsband widmet sich dem Rastatter Frieden von 1714

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Durch den Rastatter Frieden von 1714 erlangte die Barockstadt weltpolitische Relevanz. Nun ist zu diesem spannenden Thema ein Tagungsband erschienen. Die Autoren widmen sich dem Oberrhein im Spanischen Erbfolgekrieg sowie der Zeit danach – und den beiden berühmten Männern, die nach zähen, mehrmonatigen Verhandlungen den Rastatter Frieden schlossen.

Prinz Eugen trifft in Rastatt auf den französischen Marschall Villars

Es war der 26. November 1713, als der Habsburger Prinz Eugen und der französische Marschall Villars in Rastatt zusammenkamen. Die beiden Verhandlungsführer hatten die Aufgabe, den seit 1701 tobenden Spanischen Erbfolgekrieg zu beenden und einen ewigen Frieden für Europa zu schließen.

Es waren zähe Verhandlungen, die sich über mehrere Monate hinzogen. Doch in der Nacht zum 7. März 1714 erreichten Eugen und Villars ihr Ziel und schlossen den Rastatter Frieden, der zwar keine Ewigkeit, aber immerhin 20 Jahre lang währte – eine für damalige Verhältnisse beachtliche Zeitspanne.

Rastatt erlangte zweimal weltpolitische Relevanz

Oliver Fieg, Stadtarchivar und Herausgeber

Diesem spannenden Thema widmet sich der Tagungsband „Rastatt 1714 und der Traum vom Frieden“, der im Thorbecke Verlag erschienen ist. Das Buch basiert auf einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein im Mai 2014.

Am Dienstag – also genau 306 Jahre nach dem Aufeinandertreffen von Eugen und Villars – wurde der Tagungsband nun im Rastatter Stadtmuseum vorgestellt.„Rastatt erlangte zweimal weltpolitische Relevanz: Durch den Rastatter Kongress Ende des 18. Jahrhunderts und den Rastatter Frieden 1714“, sagt Stadtarchivar und Herausgeber Oliver Fieg.

Autoren widmen sich dem Kriegsalltag am Oberrhein, aber auch der Zeit nach dem Frieden

Fieg hat sich in einem Aufsatz mit dem „faszinierenden und widersprüchlichen“ Marschall Claude Louis Hector de Villars beschäftigt und hierzu dessen Briefe und Aufzeichnungen im Pariser Nationalarchiv analysiert. Die weiteren elf Beiträge des Tagungsbandes nähern sich dem Rastatter Frieden interdisziplinär an.

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So widmen sich die Autoren sowohl dem Kriegsalltag am Oberrhein als auch der Zeit nach dem Frieden. Darüber hinaus geht es etwa kunsthistorisch um die Konzeption der Rastatter Schlösser oder um Gedichte im Spanischen Erbfolgekrieg.

Von der Tagung im Mai 2014 berichtet Konrad Krimm, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein. | Foto: Collet

Tagungsband soll zu weiterer Forschung anregen

Der letzte Aufsatz im Tagungsband spannt den Bogen zur Gegenwart, wenn Weltkriege und ewiger Friede von 1714 bis 2014 im Fokus stehen. Autor Jörg Fisch sieht den Rastatter Frieden als „Wegbegleiter einer Globalisierung von Krieg und Frieden“.

Die Beschäftigung mit der Thematik dürfte sich demnach auch heute noch lohnen. „Eine abschließende Forschung gibt es nicht“, stellt Professor Konrad Krimm, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft heraus. Der Tagungsband solle keinen Schlusspunkt darstellen, sondern vielmehr zu weiterer Forschung anregen.

Service
Oliver Fieg (Hg.): Rastatt 1714 und der Traum vom Frieden, ISBN 9 78-3-79 95-78 36-3, 34 Euro.