Vielfältige Vorführungen gab es im Sommer 2018 beim „Tête-à-Tête“ in Rastatt. Das Festival hat sich nun bei einem EU-Projekt beworben.
Vielfältige Vorführungen gab es im Sommer 2018 beim „Tête-à-Tête“ in Rastatt. Das Festival hat sich nun bei einem EU-Projekt beworben. | Foto: Collet

Von Rastatt nach Lissabon

Tête-à-Tête will Teil eines EU-Projekts werden

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Die Entscheidung fiel mit zehn Ja-Stimmen bei sieben Gegenstimmen recht knapp aus. Das Straßentheaterfestival Tête-à-Tête nimmt für den Projektzeitraum 2019 bis 2023 an dem europäischen Kooperationsprojekt „People Power Partnership“ teil. Das hat der Ausschuss für Jugend, Soziales und Kultur in seiner Sitzung mehrheitlich so beschlossen.

Von unserem Mitarbeiter Ralf Joachim Kraft

Der Förderantrag wurde laut Verwaltung bereits im Januar eingereicht. Derzeit laufe das Auswahlverfahren. Das Ergebnis wird im Juli erwartet. Sollte das Auswahlgremium die Bewerbung ablehnen, werde sich Rastatt nicht an dem 4,25 Millionen Euro teuren Gesamtprojekt beteiligen. Für den Fall einer Zusage sei das Budget für Rastatt mit rund 193.000 Euro veranschlagt.

Festival ist Partner

2018 war das Tête-à-Tête erstmals Partner eines EU-Projekts. Bei der Jubiläumsausgabe des Festivals begeisterte auf dem Kulturplatz die Großproduktion „Crossing Lines“. Die Gesamtleitung bei der Aufführung mit 40 Jugendlichen und jungen Erwachsenen hatte das Aktionstheater „Pan.Optikum“ aus Freiburg, das auch jetzt die Leitung bei dem EU-Projekt übernehmen wird, so die Verwaltung.

Rastatt hat attraktive Plätze

Aufgrund seines guten Rufs, aber auch aufgrund der Tatsache, dass Rastatt mit dem Kulturplatz und dem Schlossehrenhof zwei attraktive Plätze vorhalten könne, sei Rastatt als zweite deutsche Stadt in das Projekt einbezogen worden. Die anderen Partner kommen aus zehn weiteren europäischen Ländern.

Aufführung beim Tête-à-Tête 2022

Vorbehaltlich der Zusage wird zwischen Dezember diesen Jahres und April 2020 in Rastatt ein dreitägiger Workshop unter „Pan.Optikum“-Leitung mit allen interessierten Jugendlichen stattfinden. Am Ende werden dann acht Personen ausgewählt, die 2020 in Rastatt und Lissabon an der Entwicklung einer Begleit-Inszenierung mitwirken. Im Mai 2021 werden die jungen Leute anschließend in Freiburg an der Entwicklung der Großproduktion mitarbeiten. Nach der Probenphase und der Premiere in Freiburg wird die Produktion schließlich beim Tête-à-Tête 2022 aufgeführt.

Das ist eine große Chance und Auszeichnung für unser Festival und die Stadt.

„Wir haben großes Interesse, dabei zu sein. Das ist eine große Chance und Auszeichnung für unser Festival und für die Stadt“, bekräftigte die städtische Veranstaltungsreferentin Christina Hernold, die das Tête-à-Tête organisiert und dann auch Hauptverantwortliche für dieses Projekt wäre. „Eine Teilnahme würde die Marke Tête-à-Tête im europäischen Ausland weiter festigen und die beteiligten acht Jugendlichen erwartet eine spannende und prägende Zeit“, betonte Hernold, die mit ihrem Team in organisatorische und Netzwerk-Aufgaben eingebunden würde – falls es klappt.

Kritik an Zeit und Kosten

Dass nur acht Jugendliche aus Rastatt die Chance haben sollen, von dem Projekt zu profitieren, gefiel Ursula Oelschläger (SPD) nicht. Im Übrigen binde das Projekt viel Arbeitszeit und koste Geld, meinte Monika Zierz (CDU), die auf die vielen Bauvorhaben in der Stadt hinwies: „Irgendwo muss man mal anfangen zu sparen.“

Vielleicht starten hier acht junge Leute eine Karriere.

Michael Beitzinger (FDP) sprach zwar von einer „netten Idee“, vermisste aber „so ein bisschen den Mehrwert“. Man solle das Geld doch lieber für andere Maßnahmen ausgeben. Durchweg positiv der Sache gegenüber stand Roland Walter (Grüne). „Vielleicht starten hier acht junge Leute eine Karriere“, sprach sich auch Sybille Kirchner (SPD) für das Vorhaben aus – ebenso Markus Reuter (Freie Wähler), der auch die Chance sieht, „noch mehr Sponsoren“ zu gewinnen.