Landratsamt braucht neuen Chef: Landrat Jürgen Bäuerle geht Ende April 2019 in den Ruhestand, am 12. März wird sein Nachfolger gewählt.
Landratsamt braucht neuen Chef: Landrat Jürgen Bäuerle geht Ende April 2019 in den Ruhestand, am 12. März wird sein Nachfolger gewählt. | Foto: Collet

Erster Kandidat in Rastatt

Toni Huber will Landrat werden

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Der Weisenbacher Bürgermeister Toni Huber will Landrat werden. Auf Anfrage der Badischen Neuesten Nachrichten erklärt Huber, der auch CDU-Fraktionschef im Kreistag ist: „Ich werde kandidieren und habe bereits viele Gespräche geführt.“ Seine Fraktion „begrüßt und unterstützt“ die Bewerbung mit einem einstimmigen Votum, wie es außerdem in einer gemeinsamen Pressemitteilung heißt. Die Wahl des Landrats ist am 12. März 2019, Amtsinhaber Jürgen Bäuerle geht Ende April mit seinem 65. Geburtstag in den Ruhestand.

CDU hat sich festgelegt – andere Fraktionen halten sich bedeckt

Während sich die CDU bereits festgelegt hat, wollen die anderen Fraktionen noch abwarten. „Die Freien Wähler werden sich nach den Sommerferien äußern“, erklärt Fraktionschef Karsten Mußler im BNN-Gespräch. Der Kuppenheimer Bürgermeister will abwarten, bis die Ausschreibung der Stelle veröffentlicht ist. SPD-Fraktionschef Jonas Weber erklärt, weder er selbst noch andere Fraktionsmitglieder hätten Ambitionen auf das Amt des Landrats. Gleichwohl nutze man die Sommerferien, um sich Gedanken zu machen. Auf jeden Fall sei es begrüßenswert, „wenn es eine Auswahl gibt“, so Weber.

Grüne: „Es gibt eine Mehrheit ohne CDU.“

Auch aus der Fraktion der Grünen wolle niemand als Landrat kandidieren, erklärt Fraktionschef Manuel Hummel. Er sehe allerdings „keine Veranlassung, einen CDU-Kandidaten zu unterstützen“. Die Grünen wollen keinen symbolischen Gegenkandidaten, der ohne Chance sei. Man werde jedoch jemanden unterstützen, der eine Mehrheit finden könnte. Hummel: „Es gibt im Kreistag durchaus eine Mehrheit ohne CDU.“

Toni Huber hat bereits viele Gespräche geführt.
Toni Huber hat bereits viele Gespräche geführt. | Foto: pr

Damit ist Toni Huber der bisher erste und einzige Bewerber für dieses Amt. „Ich habe mich nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen des Kreistages entschlossen zu kandidieren“, so Huber. Er ist davon überzeugt, „dass ich mit meiner langjährigen Erfahrung als Bürgermeister, meinem Engagement in vielen kommunalpolitischen Gremien, meiner hohen Identifikation mit dem Landkreis und der mittelbadischen Region sowie meinem breit gefächerten Fachwissen für das Amt des Landrats beste Voraussetzungen besitze.“ Als Kreisrat beschäftige er sich schon fast 25 Jahre mit den vielfältigen Aufgaben des Landkreises. Im Bereich der Schulen, der Kliniken und Pflegeheime, des öffentlichen Nahverkehrs, des Straßen- und Radwegebaus oder beim Breitbandausbau „ist mir eine flächendeckend gute Versorgung unseres Landkreises wichtig“. Huber betont zudem, dass ihm die Weiterentwicklung der Städte und Gemeinden und der gesamten Infrastruktur eine Herzensangelegenheit sei.

Seit 1993 Bürgermeister von Weisenbach

Toni Huber ist in Forst im Landkreis Karlsruhe aufgewachsen. Nach seinem Studium an der Hochschule für öffentliche Verwaltung war er als Personalamtsleiter in der Gemeinde Ubstadt-Weiher tätig. Anschließend wurde er Hauptamtsleiter in Forst, bevor er im Jahr 1993 mit 29 Jahren zum Bürger-meister von Weisenbach gewählt und drei Mal bestätigt wurde. Seit 1994 gehört er dem Kreistag an. Nach der Wahl von Jürgen Bäuerle zum Landrat hat er im Jahr 2005 den Fraktionsvorsitz übernommen. Seit dieser Zeit ist er auch Mitglied im Aufsichtsrat des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV). Dem Aufsichtsrat des Klinikums Mittelbaden gehört er seit 2009 an.