Absturz in Hügelsheim
Der Schaum, der zum Löschen eines abgestürzten Kleinflugzeugs verwendet wurde, enthielt PFC. | Foto: Archiv Collet

Neuer PFC-Fall in Hügelsheim

Tonnenweise Erde muss abgetragen werden

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Rund 300 Tonnen Erde sind inzwischen bewegt worden, um zu verhindern, dass bei Hügelsheim nach dem Absturz des Kleinflugzeugs am 17. Oktober das Grundwasser kontaminiert wird. Abgesehen von dem PFC-haltigen Löschschaum waren auf dem Erdbeerfeld durch den Unfall auch Hunderte Liter Benzin ausgetreten. Bei dem Flugzeugabsturz war der 77-jährige Pilot verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden. Ein Passant hatte den Verletzten direkt nach dem Absturz aus der zerstörten zweimotorigen Maschine vom Typ Piper Aero-Star gerettet.

Erde wird auf Deponie zwischengelagert

„Das war schon kein 0815-Fall“, erklärt Franziska Ebert, die zuständige Sachbearbeiterin im Umweltamt des Landkreises auf Anfrage. Das sei kein Vergleich zu beispielsweise einem Unfall mit einem Lastwagen. Dabei sei die betroffene Fläche nämlich viel kleiner, es gehe um weniger ausgetretenes Benzin, und deshalb komme auch längst nicht soviel potenziell kontaminierter Boden zusammen. „Die Erde musste direkt mit Sattelschleppern abtransportiert werden, weil es so viel war, dass sich das mit Containern zur Zwischenlagerung gar nicht hätte darstellen lassen.“ Stattdessen musste der Aushub nach Lahr gefahren werden, wo er zwischengelagert wird. Dort wird entschieden, was weiter mit der Erde geschieht.

Löschschaum war PFC-haltig

Der stellvertretende Leiter des Umweltamtes Edgar Burkard erklärt: „Es gibt für kontaminierte Böden ja verschiedene Möglichkeiten. Je nachdem, wie der Fall gelagert ist kann man die Erde waschen, man kann sie thermisch aufbereiten oder auf eine Sonderdeponie bringen.“ Bei Hügelsheim werde später das durch den Aushub entstandene Loch aufgefüllt mit Material, das an anderer Stelle anfalle und von der Beschaffenheit her in Frage komme. Dass PFC-haltiger Löschschaum eingesetzt worden sei, sei vermutlich damit zu erklären, dass die Feuerwehr im Einzelfall entscheiden müsse, was nun die jeweilige Situation erfordere. „Aber da bin ich nicht der Experte.“

An manchen Stellen muss noch mehr Erde weg

Um die Menge des Erdaushubs zu veranschaulichen, der nun durch die Gegend gefahren werden muss: „Ein Sattelschlepper kann 20 Tonnen Aushub transportieren“, so Ebert. Bei bisher 300 Tonnen kommen da schon einige Ladungen zusammen. „Und dabei bleibt es leider jetzt auch nicht. Es werden nochmals 120 bis 150 Tonnen Aushub dazu kommen.“ Bisher sei auf einer Fläche von etwa 16 auf 16 Metern in einem Teilbereich nur der Oberboden bis in eine Tiefe von 30 Zentimetern abgetragen worden. In einem weiteren

Absperrung
Ziemlich vie Erde muss nun vom Erdbeerfeld geholt werden, um das Trinkwasser zu schützen. | Foto: Collet

Bereich, wo die Proben auffällige Werte gezeigt hatten, ging der Aushub bis in eine Tiefe zwischen einem Meter und 2,90 Meter. Nun habe sich herausgestellt, dass innerhalb des Bereichs, wo bisher nur 30 Zentimeter Erde abgetragen wurden, doch noch tiefer gegangen werden müsse. „Jetzt muss noch geklärt werden, wie das logistisch machbar ist“, so Ebert. „Am besten wäre es, wenn wir ganz ohne Zwischenlagerung auskommen würden und den Aushub direkt zur Deponie schaffen könnten.“

Kosten bewegen sich im sechsstelligen Bereich

Die Kosten, die durch das Abtragen der Erde entstehen, vermutet Ebert im niedrigen sechsstelligen Bereich. „Dahinter steht natürlich eine Versicherung, mit der wir das selbstverständlich alles besprechen.“
Als einen „klassischen Akutschadensfall“ bezeichnet Burkard den Flugzeugabsturz. „Das Flugzeug ist ja versichert, das ist wie bei einem Auto, das läuft wie bei jedem Kfz-Schaden.“ Das Umweltamt stehe auch in Kontakt mit dem betroffenen Landwirt. „Die Fläche hätte ja so in Zukunft auch gar nicht bewirtschaftet werden können. Die Hauptsache ist, dass da wirklich auch alles rauskommt, was kontaminiert ist.“
Im Umweltamt ist man zuversichtlich, dass die noch zu erledigenden Arbeiten bis zu den Weihnachtsfeiertagen abgeschlossen werden können; vorausgesetzt, die organisatorischen Fragen lassen sich reibungslos klären.