Verlassen und ungenutzt liegt der Innenraum der ehemaligen Szenebar „Imperial“ da. Wann der Umbau genau beginnt, ist derzeit noch völlig offen. | Foto: Collet

Bar steht seit einem Jahr leer

Umbau lässt weiter auf sich warten

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Einheimische schütteln nur noch den Kopf und auch Auswärtige wundern sich über die „tote Tür“ neben der Touristinformation im Schlosseingang an der Herrenstraße: Gut ein Jahr ist es jetzt her, dass die Szenebar „Imperial“ schließen musste. Der Grund: Die Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG) wollten den Raum für sich nutzen. Doch daraus ist bisher nichts geworden.

SSG wollten Räume für sich nutzen

„Ich gebe zu, dass das von außen vielleicht ein bisschen komisch aussieht“, räumt der Michael Hörrmann, Geschäftsführer der SSG ein. Es sei aber keineswegs so, dass das „Imperial“ umsonst gewichen sei. „Die Planung für die neuen Räume ist fertig“, betont er. Dass es dennoch nicht voran gehe, sei der „Bauhochkonjunktur“ geschuldet.

Es hängt an den Handwerkern

Sprich: Das Amt Vermögen und Bau in Pforzheim, das für die Abwicklung und Überwachung des Umbaus zuständig ist, findet keine Firmen, die Zeit haben, das Projekt umzusetzen. „Die Kollegen tun alles, aber sie können die Bretter nicht selbst zusägen“, so Hörrmann.

Im Moment ist es ein Glücksfall, wenn irgendwas in der Zeit fertig wird.

Frank Hörrmann, Geschäftsführer SSG

Als Geschäftsführer der SSG ist er allein für 17 Schlösser in Baden-Württemberg zuständig und weiß: „Im Moment ist es ein Glücksfall, wenn irgendwas in der Zeit fertig wird.“ Innerhalb der SSG, aber auch im Wettbewerb mit den Kommunen, mache man sich derzeit „gegenseitig die Firmen abspenstig“. „Ich bin überglücklich, dass die neue Schlossbeleuchtung fertig ist“, erklärt Hörrmann.

Mit Unterschriften kämpften die Fans um den Erhalt des „Imperials“ – vergeblich. | Foto: Archiv Collet

Multifunktionsraum ist geplant

Eigentlich hätte mit dem Umzug der Schlosskasse in den Eingangsbereich des Wehrgeschichtlichen Museums der Umbau des Imperial und der Touristinformation beginnen können. Die SSG wollen den gewonnenen Platz für einen Multifunktionsraum nutzen, der für museumspädagogische Veranstaltungen, Vermietungen oder zur Nutzung bei Großveranstaltungen gedacht ist.

Touristinformation soll in Räumen bleiben

Außerdem soll die Stadtinformation in ihm beheimatet bleiben – was nicht von Anfang an so gedacht war. Inzwischen hätten die SSG „starkes Interesse signalisiert, dass die Touristinformation in den Räumen bleibt“, heißt es von Seiten der Stadt. Auch die Stadt habe den „Wunsch, mit der Touristinformation im Herzen der Stadt zu bleiben“, erklärt die städtische Pressesprecherin Heike Dießelberg gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten.

Ergebnis und Zeitplan noch offen

Allerdings seien dafür einige Anpassungen nötig – etwa ein barrierefreier Zugang oder auch öffentliche Toiletten. Um diese Fragen zu klären, hat es im September einen Ortstermin gegeben. „Danach wurde die Stadt gebeten, die Planungen für den Umbau zu machen“, so Dießelberg. Dies geschehe derzeit. Das Ergebnis, die Reaktion der SSG und der Zeitplan seien momentan noch völlig offen. Je nachdem, wie der Prozess ausgeht, kann sich die Stadt auch vorstellen, auf andere Standorte auszuweichen. Insider sprechen vom Rossihaus oder gar dem historischen Rathaus. Dazu die Pressestelle vage: „Die Priorität liegt derzeit auf der Herrenstraße.“