Nach Rastatt geht’s: Für Radfahrer gibt es zwei Arten von Wegweisern. Planungsbüros legen fest, wo diese aufgestellt werden. | Foto: Collet

Probleme mit Wegbeschilderung

Und schon irrt der Radfahrer umher

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Eben mal schnell mit dem Fahrrad von Bietigheim über Ötigheim nach Rastatt fahren. Hört sich machbar an. Google Maps gibt 25 Minuten Fahrzeit für die knapp acht Kilometer an. Wenn man allerdings ohne Ortskenntnis ist und versucht, sich an den Schildern zu orientieren, kann die Fahrt schon mal gut doppelt so lange dauern.

Sind die Schilder überwuchert, falsch angebracht oder fehlen sie?

Die Ursache dafür lässt sich rückblickend nicht mit hundertprozentiger Sicherheit feststellen. Natürlich kann der Radler mal ein Schild übersehen und dann die richtige Abzweigung verpassen. Wer aber den Wegweisern folgt, hält auch gezielt danach Ausschau. Daher ist es wahrscheinlicher, dass die Schilder an ungeeigneter Stelle angebracht sind, überwuchert oder gar fehlen. Und schon irrt der Radfahrer umher.

Es gibt zwei Arten von Wegweisern für Radfahrer

Philipp Ilzhöfer, Tourismusbeauftragter und Radverkehrskoordinator vom Landkreis Rastatt, erklärt, dass es zwei Arten von Schildern für Radfahrer gibt: Hauptwegweiser, die zwei Orte mit ihrer Entfernung angeben, und Zwischenwegweiser, auf denen nur ein Richtungspfeil zu sehen ist. Die Beschilderung folgt den Richtlinien der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV). So ist das Radwegenetz des Landkreises Rastatt inklusive der touristischen Routen einheitlich beschildert.

Alle zwei bis drei Jahre erfolgt eine Kontrolle

Wo diese Schilder aufgestellt werden, legen professionelle Planungsbüros fest, die vom Land oder dem Landkreis beauftragt werden. Alle zwei bis drei Jahre werden die Strecken dann von Mitarbeitern der Büros abgefahren und kontrolliert, ob der Weg gut zu finden ist, alle Schilder noch an Ort und Stelle sind und gut zu sehen sind. Dafür gibt es spezielle Handy-Apps, in die die Daten eingegeben wurden. Das ist effizienter, als händisch Listen zu führen, so wie es früher üblich gewesen ist. Die Experten sind speziell geschult und sind selbst mit dem Fahrrad unterwegs. Unterwegs machen sie Fotos. Dann wird ein Katalog erstellt, wo Verbesserungen vorgenommen werden müssen, zum Beispiel Schilder ergänzt oder Bäume beschnitten.

Diebstahl ist ein häufiges Problem

Ein häufiges Problem ist laut Ilzhöfer, dass Schilder geklaut werden. „Die werden als Souvenirs mitgenommen“, berichtet der Fachmann. So kann es vorkommen, dass bei einer eben stattgefundenen Kontrolle das Schild noch da war, wenig später dann aber fehlt. Vielleicht ist das auch in Ötigheim der Fall: Denn dort wurde erst vor drei Monaten eine Kontrollfahrt gemacht.

Service: Wer fehlende Schilder oder andere Unzulänglichkeiten auf seinem Radweg melden möchte, macht dies am besten über den Mängelbogen. „Das ist uns am liebsten“, sagt Ilzhöfer. Zu finden ist dieser im Internet unter der Adresse www.landkreis-rastatt.de. Die Strecken werden alle zwei bis drei Jahre geprüft.