Jörg Peter ist seit 2005 Erster Landesbeamter. Nun möchte er die Nachfolge von Jürgen Bäuerle als Landrat antreten. | Foto: pr

Vierter Kandidat im Spiel

Jörg Peter will Landrat werden

Anzeige

Da waren es schon vier: Nach Toni Huber, Knut Bühler und Heinrich Eiermann erklärt nun auch der aktuelle erste Landesbeamte des Landkreises Rastatt, Jörg Peter, sich auf die Nachfolge von Landrat Jürgen Bäuerle bewerben zu wollen. Bisher hat er seine Unterlagen jedoch noch nicht eingereicht. Zeit dazu bleibt ihm noch bis zum Montag, 3. Dezember, um Mitternacht. Der promovierte Jurist Jörg Peter ist seit April 2005 Erster Landesbeamter und damit ständiger Vertreter des amtierenden Landrats Jürgen Bäuerle.

Seit Oktober 2013 ist er außerdem Erster Betriebsleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs. In seiner Heimat Oppenau sitzt Peter außerdem seit 1999 für die CDU im Gemeinderat und ist seit 2004 Bürgermeister-Stellvertreter – zwei Ehrenämter, die er im Falle seiner Wahl zum Landrat aufgeben würde. Der 56-Jährige ist verheiratet und Vater eines erwachsenen Sohns. Falls Peter zum 1. Mai die Nachfolge von Bäuerle antritt, will er sich einen Wohnsitz im Landkreis nehmen.

Landratswahl wird spannender

Mit der Kandidatur Peters wird das Rennen um das Amt des Landrats noch einmal spannender: Am Wahltag stehen den Kreisräten dann mit Peter und Huber mindestens zwei CDU-Kandidaten zur Auswahl. Bühler und Eiermann treten als parteilose Kandidaten an. „Ich habe mit den Fraktionsvorsitzenden und deren Stellvertretern Sondierungsgespräche geführt“, erklärt Jörg Peter seine Motivation, sich dennoch zu bewerben.

Peter will Kreisumlage senken und Digitales ausbauen

Die Reaktionen seien „ermutigend“ gewesen: „Ich habe die Entscheidung getroffen, egal ob noch weitere fünf Kandidaten kommen oder nicht.“ Offenbar trägt sich Peter schon länger mit dem Gedanken, denn die Eckdaten seines Wahlprogramms hat er den Fraktionsspitzen des Kreistags ebenfalls schon mitgeteilt. Demnach setzt er sich zum Ziel, die Kreisumlage zu senken, die Breitbandversorgung weiter auszubauen und die digitalen Dienstleistungen der Kreisbehörde auszubauen.

Beschäftigungsgesellschaft soll eingerichtet werden

Peter will eine „Strategie Klinikum Mittelbaden 2025“ erarbeiten, um die ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung im Landkreis Rastatt zu langfristig zu gewährleisten und das derzeit entstehende integrierte Mobilitätskonzept in ein Klimaschutzkonzept einbinden. Außerdem möchte er nach dem Vorbild des Ortenaukreises und des Landkreises Karlsruhe eine Beschäftigungsgesellschaft für Langzeitarbeitslose und sozial Schwache einrichten und die Bildungseinrichtungen des Kreises zukunftsfähig ausbauen.

Bäuerle hört vorzeitig auf

Insgesamt steht den Kreisräten mit den derzeit vier Bewerbern geballte kommunalpolitische Kompetenz zur Auswahl: Toni Huber ist seit 25 Jahren Bürgermeister der Murgtalgemeinde Weisenbach. Knut Bühler ist aktuell Erster Landesbeamter des Landkreises Karlsruhe. Und Heinrich Eiermann war 17 Jahre Leiter der Stabsstelle im Büro von Landrat Jürgen Bäuerle, bevor er ins Regierungspräsidium Karlsruhe wechselte. Die Wahl des Landrats wird nötig, weil Jürgen Bäuerle zu seinem 65. Geburtstag vorzeitig ausscheiden will.