Ju-Jutsu-Kämpfer
Der Rastatter Roman Apolonov (rechts) musste sich bei seinem ersten Auftritt in der neuen Gewichtsklasse gleich mit den Besten messen – und gewann die Bronzemedaille. | Foto: privat

Roman Apolonov bei WM in Polen

Weltmeister legt kräftig zu

Einen gelungenen Einstand in seiner neuen Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm feierte der Rastatter Roman Apolonov bei den Ju-Jutsu Europameisterschaft im polnischen Gliwice. Auf Anhieb erkämpfte er sich eine Bronzemedaille und war damit sehr zufrieden.

Im ersten Kampf gleich gegen die Nummer 1

Die Umstellung auf die neue Gewichtsklasse bringt auch zahlreiche neue Gegner mit sich. „Die Kämpfer sind deutlich kräftiger als in meiner alten Gewichtsklasse bis 62 Kilogramm und waren bei den Kämpfen oftmals sechs bis sieben Kilogramm schwerer als ich“, erzählt Apolonov nach seiner Rückkehr nach Rastatt. Denn während er selbst mit rund 66 Kilogramm Kampfgewicht an den Start ging, legen viele Gegner nach dem Wiegen noch einmal einige Kilogramm zu und stehen dann mit weit über 70 Kilogramm auf der Matte. Deshalb war es für Apolonov besonders wichtig, seine sehr gute Technik einzusetzen.

Da er, im Gegensatz zu seiner alten Gewichtsklasse, die er als Welt- und Europameister sowie Weltranglistenerster verlassen hat, dieses Mal nicht zu den gesetzten Athleten gehörte, stand ihm im ersten Kampf gleich der vierfache Welt- und neunfache Europameister Dimitri Beshenetec gegenüber. „Die ganze Halle hat nur auf unseren Kampf geschaut: Das war schon etwas sehr Besonderes“, erinnert sich Apolonov und freut sich, dass er den Kampf recht ausgeglichen gestalten konnte. Am Ende aber verlor er mit 9:13 nach Punkten.

Ich habe mich gut behauptet

„Es war gut, gleich gegen die Nummer eins in meiner neuen Gewichtsklasse zu kämpfen. Jetzt weiß ich, woran ich mich orientierten kann“, zieht Apolonov durchaus Positives aus dem harten Einstand. Nach der Erstrundenniederlage war nun die Bronzemedaille die beste noch zu erreichende Platzierung. Einen Kampf gegen einen Serben gewann Apolonov nach einigen Startschwierigkeiten vorzeitig und profitierte in der nächsten Runde von einem Freilos, da sich sein Gegner aus der Ukraine zuvor verletzte hatte. Ganz knapp mit 8:7 fiel der Sieg gegen den Franzosen Michel Garner aus, der zu den besten Kämpfern weltweit zählt. „Das war für mich eine tolle Bestätigung, dass ich hier mithalten kann und den Kampf am Ende auch knapp gewonnen habe“, sagt Apolonov. Im Kampf um die Bronzemedaille traf er auf den belgischen Vizeweltmeister Tom De Langhe und gewann den Kampf deutlich mit 13:3 nach Punkten.
„Ich bin mit dem Verlauf der Europameisterschaften sehr zufrieden. Denn ich stand gegen die besten Kämpfer der Welt auf der Matte und habe mich gut behauptet“, fällt das Fazit von Roman Apolonov im seines ersten internationalen Wettkampf in der neuen Gewichtsklasse sehr positiv aus. Der Kämpfer des Rastatter Jiu-Jitsu-Kampfsportvereins gibt sich aber auch selbstkritisch: „Es war noch nicht alles optimal. Ich habe viele Ansätze gefunden, die mir helfen, mich in den kommenden Wochen und Monaten zu verbessern.“

Jetzt müssen noch mehr Muskeln her

Nach den German Open will er sich ganz auf die Weltmeisterschaften im November im schwedischen Malmö konzentrieren. Dann stehen neben den starken Europäern auch Kämpfer aus Mexiko und Kasachstan auf der Gegnerliste. „Die kämpfen oft sehr unorthodox, so dass ich mich gut vorbereiten muss, um eine Chance auf eine Medaille zu haben“, sagt Apolonov und will in den nächsten Monaten vor allem an Muskelmasse zulegen. Ob sich die Plackerei gelohnt hat, wird sich dann in gut fünf Monaten zeigen.
„Generell war die Entscheidung, nun in einer höheren Gewichtsklasse zu kämpfen, genau die Richtige. Ich bin voll motiviert und der Sport macht mir weiterhin viel Spaß“, sagt der junge Rastatter und fügt hinzu, dass auch der Zeitpunkt des Wechsels für ihn genau der Richtige war. Denn mit seinem Auftritt bei den Europameisterschaften hat er sich auch in der Klasse bis 69 Kilogramm einen Namen gemacht, den es nun zu verteidigen gilt.

Von Stephan Friedrich