Geschützt und gefürchtet: Der Wolf streift wieder durch den Schwarzwald und das Schwabenland. Bisher gibt es 18 gesicherte Nachweise des Raubtiers in Baden-Württemberg. Augenzeugenberichte von angeblichen Wolfsichtungen gibt es noch mehr. Foto: dpa

Schon 18 Nachweise im Land

Wolf schlug in der Nähe von Forbach zu

Nachdem ein recht verwackeltes Wolfsvideo aus Korntal-Münchingen nun sozusagen das Echtheitssiegel von den Wolfsexperten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg erhalten hat, gibt es 18 gesicherte Belege dafür, dass Wölfe durch Baden-Württemberg streifen. „So viele Nachweise haben wir seit Juni 2015 bestätigt“, sagt eine FVA-Sprecherin auf BNN-Anfrage.

 

                                                                       Quelle: SWR

Der erste Beweis – das war ein totgefahrener junger Wolf, damals im Sommer 2015. Das Tier wurde in der Nähe von Lahr neben der Autobahn 5 gefunden. Seither gab es Funde und Sichtungen unterschiedlicher Art – seit Herbst 2017 auch mehrere Risse von Schafen und Wild. In einem Fall muss sich die FVA allerdings jetzt korrigieren: Bei Forbach im Kreis Rastatt sollte ein Wolf im Dezember angeblich Rotwild gerissen und nur kleine Reste davon übrig gelassen haben. „Das war ein Fehler – es war nicht auf Gemarkung Forbach, sondern südlich davon, bei Seewald-Besenfeld“, räumt die FVA-Mitarbeiterin ein.

Raubtier streift durch Nordschwarzwald

Die Spur des Raubtiers Wolf zieht sich seit Herbst durch den Nordschwarzwald: Bei Bad Wildbad, Simmersfeld und Bad Rippoldsau-Schapbach starben Schafe und Wildtiere bei Wolfsangriffen. Das ist im Labor nachgewiesen. Was noch aussteht, sind die Untersuchungen zu der Frage, ob bei dieser Serie eine und dasselbe Tier zuschlug. „Wir gehen aber davon aus“, heißt es bei den Freiburger Wolfsexperten. Neben Beutetieren zählen auch einige Fotos zu den 18 sicheren Wolfsnachweisen aus dem Südwesten. Gemeldet wurden noch mehr angebliche Wolfssichtungen von Augenzeugen – oft fehlen aber eindeutige Indizien.

Ermittlungen im Fall des erschossenen Wolfs laufen noch

Offen ist auch weiterhin die Frage, wer jenen Wolf erschossen hat, der im Juli des vergangenen Jahres tot im Schluchsee trieb. Im November hatte die Freiburger Polizei bei mehreren Hausdurchsuchungen insgesamt 13 Jagdgewehre beschlagnahmt, die als Tatwaffe in Frage kommen. „Die Untersuchungsergebnisse stehen noch aus“, sagt die Polizeisprecherin. „Es könnte noch zwei Wochen dauern.“ Das kriminaltechnische Institut des Landeskriminalamts soll klären, ob die tödliche Munition aus einer der 13 Waffen stammt.

Jäger ermöglichten Waffendurchsuchungen auch „freiwillig“

Beschlagnahmt hat die Polizei die Gewehre allesamt bei Jagdscheininhabern aus der Region. „Alle haben freiwillig mitgemacht“, betont die Polizeisprecherin – die Ermittler hätten nicht auf den Durchsuchungsbefehl pochen müssen.
Dass die Polizei wegen eines Tierkadavers einen solchen Aufwand betreibt, rief auch Kritik in der Bevölkerung hervor. „Aber das ist eine Standardmaßnahme“, sagt die Polizeisprecherin. Der erschossene Wolf – der naturschutzrechtlich geschützt ist – falle ebenso wie Hunde-Giftköder oder Wasserverunreinigungen in die Zuständigkeit der Abteilung „Gewerbe/Umwelt“. Entscheidend sei auch gewesen, dass die Zahl der fraglichen Waffenbesitzer und somit auch der Arbeitsaufwand überschaubar war. „Wenn wir 1 000 Leute im Umfeld hätten, die eine passende Waffe besitzen“, erklärt die Polizeisprecherin, „dann hätte es keinen Durchsuchungsbeschluss gegeben.“