An der A 5 soll das Lager bis zum Jahr 2020 entstehen.
An der A 5 soll das Lager bis zum Jahr 2020 entstehen. | Foto: Edeka Südwest

Edeka baut in Rastatt

Zentrallager für den Südwesten

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Edeka Südwest baut in Rastatt ein zentrales Basislager für seine Lebensmittel. Wie Projektentwickler Wolfgang Seiler vor den Medien erklärte, sollen von Rastatt aus ab dem Jahr 2020 über fünf Regionallager die 1.299 Märkte in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland beliefert werden. Der ursprünglich geplante Standort in Achern ist damit endgültig vom Tisch. Edeka Südwest investiert für das Lager rund 100 Millionen Euro und verspricht bis zu 400 Arbeitsplätze sowie einen Jahresumastz von 600.000 Euro. „Das ist die größte Investition nach dem Bau des Fleischwerks in Rheinstetten“, so Seiler. Das Lager entsteht in Rastatt auf dem Gelände, das ursprünglich für die Ansiedlung des Möbeldiscounters Ikea vorgesehen war. Ikea baut inzwischen in Karlsruhe.

Jubel in Rastatt

„Das Jahr fängt gut an“, freute sich Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch. „Ausschlaggebend war für uns vor allem die Zahl der Arbeitsplätze, wir werden allerdings auch einen guten Steuerzahler bekommen“, jubelte Pütsch. Wirtschaftsförderer Raphael Knoth erklärte, es habe viele Anfragen für das Areal gegeben, das Vorhaben von Edeka sei das beste von allen gewesen.
Edeka Südwest habe mehrere Standorte geprüft, am konkretesten wurde zuletzt mit Achern verhandelt. Dies sei aus verschiedenen Gründen nicht zustande gekommen, erklärte Seiler. Rastatt liege derweil nahezu in der Mitte des Versorgungsgebiets – von hier aus werden künftig die Regionallager in Offenburg, Sankt Ingbert, Heddesheim, Balingen und Ellhofen beliefert. Diese Lager wiederum stellen die regionalen Lieferungen zusammen, die dann zu den Einkaufsmärkten gefahren werden.

Lager geht 2020 in Betrieb

Das Grundstück hat 142.000 Quadratmeter und ist teilweise im Besitz der Stadt, ein Teil gehört einem Privateigentümer. Seiler sprach von „guten Verhandlungen“ mit beiden Seiten. Das Gebäude entsteht auf einer Grundfläche von 37.800 Quadratmetern, ist 340 Meter lang, 120 Meter breit und 28 Meter hoch. Baubeginn soll im April 2018 sein, in Betrieb würde das Zentrum im November 2020 gehen. Auf dem Gelände gibt es noch 12.000 Quadratmeter Reserve für eine Erweiterung.
Vor dem Baubeginn werden Baulandstraße und Dehner-Kreuzung erneuert – das war bereits wegen der Ansiedlung des Ehrmann-Möbelhauses auf der anderen Seite der Baulandstraße geplant. Angefahren wird das Lager von der Baulandstraße her. Zwischen dem Lager und der Autobahn wird ein breiter Streifen freigehalten, falls doch noch eine eigene Ausfahrt Rastatt-Mitte gebaut wird. Diese würde dann direkt in die Baulandstraße münden.

Gegenüber baut Möbel-Ehrmann

Baustart für das Möbelhaus Ehrmann ist nach Knoths Angaben in diesem Jahr, so dass dies bis zum Baubeginn von Edeka weitgehend fertiggestellt wäre. Wie sich die Verkehrsströme dann entwickeln werden, müsse noch genau untersucht werden. Knoth wies allerdings darauf hin, bei der Planung der Straßen und Kreuzungen sei bereits davon ausgegangen worden, dass das vormalige Ikea-Gelände von einer großen Firma bebaut und angefahren würde.
Edeka rechnet nach Seilers Angaben mit tagsüber zwölf Lasterfahrten pro Stunde sowie stündlich vier Lasterfahrten in der Nacht. Das Gebäude sei zwar in erster Linie zweckmäßig, werde aber sowohl farblich als auch gestalterisch ansprechend gestaltet. Außerdem werde das Dach begrünt und eine große Fotovoltaikanlage eingebaut.

Gemeinderat billigt Vorhaben einstimmig

Gelagert und verteilt werden hier sogenannte Trockensortimentsartikel – etwa Nudeln, Gewürze, Kaffee und Tee. Frischkost laufe nicht über das Basislager, erklärte Seiler. Die Ware werde maximal zwei bis vier Wochen im Lager verweilen.
Der Gemeinderat hat das Vorhaben in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig gebilligt. Nach Pütschs Angaben ist der Bebauungsplan wegen der Ehrmann-Ansiedlung bereits neu bearbeitet worden, es seien lediglich noch Detailfragen zu klären. Mit der Vermarktung des Geländes gibt es nach Knoths Aussagen im Stockfeld lediglich noch eine freie Fläche mit 10.000 Quadratmetern sowie einzelne Kleinflächen in Richtung Niederbühl.