Gestörte Ruhe: Im Umfeld der Johanneskirche sind nicht nur Lärmbelästigungen ein Ärgernis.
Gestörte Ruhe: Im Umfeld der Johanneskirche sind nicht nur Lärmbelästigungen ein Ärgernis. | Foto: Collet

Lärm und Müll

Zunehmender Vandalismus um die Johanneskirche in Rastatt bereitet Sorgen

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Das Problem von Vandalismus bereitet nicht nur Wenz Wacker, dem Pfarrer der evangelischen Johannesgemeinde in Rastatt, zunehmend Sorge. Lärmbelästigung, Müll und auch Einbrüche haben im Bereich des Röttererbergs in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Grund genug für einen Gesprächstermin, in dem die kritische Situation rund um die Johanneskirche im Mittelpunkt stand.

Neben Christian Junger vom Ordnungsamt der Stadt Rastatt und Joachim Hils, Leiter des Fachbereiches Jugend, Familie und Senioren, waren dabei unter anderem Bürgermeister Arne Pfirrmann, Vertreter der Polizei und Anwohner vertreten.

Treffpunkt für die Jugendszene

Im Fokus der Probleme steht sowohl der Bolzplatz am Rödernweg, der kleine Hügel hinter dem Kindergarten, der Spielplatz, aber auch der Parkplatz und der Rasen bei der Kirche. Auch der Platz unter dem Kirchturm habe sich, so Wacker, mittlerweile zu einem Treffpunkt der Jugendszene entwickelt.
Wacker verweist auf die verschiedenen Gruppen von Jugendlichen, die hier unterwegs seien. Deshalb sei es schwer, mit Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen, wenngleich man durchaus schon Kontakt zu den jungen Leuten aufgenommen habe.

Laute Musik gehört zum Fußballspiel

Beispielhaft für die Belästigungen nennt Wacker die laute Musik, die mittlerweile beim Fußballspielen auf dem Bolzplatz offenbar mit dazu gehöre. Im Gespräch mit den Jugendlichen würden häufig die mangelnden Möglichkeiten beklagt, sich in Rastatt zu treffen, um gemeinsam seine Freizeit zu verbringen. Viele Bereiche seien eingezäunt und deshalb nicht zu betreten.

Keine Tabus

Von einem Brennpunkt am Röttererberg mag Wacker zwar nicht sprechen, es sei aber schon zermürbend, ständig mit den Problemen konfrontiert zu werden. Alkohol spiele ebenso eine Rolle wie Drogenkonsum und auch sexuelle Handlungen seien kein Tabu. „Es kommt zwischen den Jugendlichen oft zu Spannungen, Drohungen und Auseinandersetzungen“, weiß Wacker, nach dessen Einschätzung sich die Belästigungen deutlich verstärkt haben.

Die Beute ging gegen Null, aber es entstand hoher Sachschaden.

Zu den schwerwiegendsten Vorfällen von Vandalismus zählen mehrmalige Einbrüche in der Johanneskirche. Dort wurde zuletzt ein Fenster im Untergeschoss eingeschlagen und der Opferstock aufgebrochen. „Die Beute ging gegen Null, aber es entstand hoher Sachschaden“, sagt Wacker. Für ein gewisses Maß an Lärm hätten viele Anwohner zwar Verständnis, doch oftmals seien nun Grenzen überschritten worden, meint der Pfarrer, der auch das Sicherheitsempfinden am Röttererberg gerade bei Dunkelheit in Gefahr sieht.

Vandalismus im Blick

Das Gespräch über die Situation rund um die Johanneskirche sei sehr konstruktiv verlaufen, erklärte Pfirrmann: „Viele Dinge waren bei der Stadt gar nicht bekannt“, sagte er vor allem im Blick auf die vielfach beklagten Lärmbelästigungen und Ruhestörungen. Bei Bedarf sollten die Polizei gerufen, und auch Lärmprotokolle erstellt werden. Zudem werde die mobile Jugendarbeit und der kommunale Ordnungsdienst verstärkt einen Blick auf den betroffenen Bereich richten.

Reinigungskonzept für Bereich

Bürgermeister Pfirrmann kündigte vor dem Hintergrund der Müllprobleme vor Ort außerdem an, dass der Bereich in das neue städtische Reinigungskonzept eingespeist werden soll. Zudem werden die Bürger ermuntert, den Online-Mängel-Melder der Stadt zu nutzen, in dem Missstände dargelegt werden können. Im zweiten Quartal 2020 ist nun ein weiteres Gespräch mit allen Beteiligten geplant, um dann zu sehen, ob sich an der Situation etwas verändert hat.