Die Baustelle über dem havarierten Tunnel bei Niederbühl verändert täglich ihr Gesicht.
Die Baustelle über dem havarierten Tunnel bei Niederbühl verändert täglich ihr Gesicht. | Foto: Collet

Tunnalhavarie bei Rastatt

Zweiter Bohrer im Wartungsstopp

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Die L 77 von Rastatt nach Niederbühl wird vorerst noch nicht gesperrt. Wie Bahnsprecher Michael Breßmer gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten erklärt, hat der zweite Tunnelbohrer „Augusta Sibylla“ bereits einen Wartungsstopp eingelegt. Die Bahn hatte am Sonntag mitgeteilt, der zweite Bohrer arbeite sich weiter vor. Da dieser die Murg bereits unterquert hatte, müsste er demnächst die L 77 erreichen – diese wurde gesperrt und mit Kies aufgefüllt, als sich seinerzeit der erste Bohrer unter ihr durchgearbeitet hatte. Nach Breßmers Angaben soll die zweite Maschine nun erst weiterbohren, wenn die Stahlbetonplatte unter der Rheintalbahn fertig ist und der Zugverkehr am 7. Oktober wieder aufgenommen wird.

Zweite Stahlbetonplatte für nächsten Bohrer

Dass diese zweite Platte gebaut wird, hat das Rastatter Rathaus ebenfalls wieder aus der Zeitung erfahren, wie Sprecherin Heike Dießelberg auf BNN-Anfrage erklärt. Der Oberbürgermeister habe gestern mit der Bahn Kontakt aufgenommen. Man wolle auch erfahren, wann mit einer Sperrung der L 77 nun zu rechnen sei. Wegen der unansehnlichen Dixi-Toiletten am Bahnhof ist die Stadt tätig geworden: „Wir haben Kontakte zwischen Anbietern von Container-Toiletten und der Bahn hergestellt“, teilt Sprecherin Dießelberg mit. Die von der Stadt betriebene Toilette ist dem aktuellen Ansturm nicht gewachsen, die Bahn behalf sich mit Dixi-Kabinen.

Eisenbahnfans jubeln über „Rastattumleiter“

Unterdessen schlagen die Herzen der Eisenbahnfans im Neckartal höher: Im Internet sind Filme zu sehen, die wegen der Sperrung bei Rastatt umgeleitete Züge mit Dieselloks zeigen. Die Bewohner, die nun Tag und Nacht Güterzuglärm haben, freuen sich darüber eher weniger, die Bürgermeister von Rottenburg und Plochingen haben sich entsprechend beklagt. Berühmt ist Rastatt derweil als ICE-Station geworden: Die Zuganzeigen der Großstadtbahnhöfe im Norden weisen die Barockstadt als Endbahnhof aus. Der Verkehrsausschuss des Bundestags wird sich indes heute mit der Tunnelhavarie in Rastatt befassen.