Ein Märchen für Homies
Ein Märchen für Homies | Foto: @shapovalphoto - stock.adobe.com

HOMIES

„Wunschlos glücklich“ – ein Märchen von Johanna (11)

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Eine arme Familie, eine kranke Schwester und ein Bruder, der alles daransetzt, sie zu retten. Davon handelt das Märchen, das die 11-jährige Johanna aus Denzlingen für euch geschrieben hat. Was das alles mit sieben Schlüsseln und einem fliegenden Teppich zu tun hat, erfahrt ihr in ihrer Geschichte „Wunschlos glücklich“.

Von Johanna (11) aus Denzlingen

Es war einmal eine arme Familie, welche in einer kleinen Holzhütte in einem dichten Wald wohnte. Die Familie hatte zwei Kinder, ein Mädchen und einen Jungen. Die Geschwister mussten hart arbeiten, sie mussten Holz im Wald sammeln, Wasser vom Brunnen holen, Feuer machen und vieles mehr. Doch es war eine glückliche Familie. Eines Tages wurde die Tochter der Familie schwer krank.

Der Junge sorgte sich sehr um seine Schwester. Aber als er Holz holen ging, hörte er eine unheimliche Stimme: „Du willst, dass deine Schwester gesund wird? Du willst zusätzlich reich belohnt werden? Dann komm an den kleinen See am Waldrand.“ Der Junge wollte unbedingt seiner Schwester helfen und ging schnell zu dem kleinen See am Waldrand. An dem See sah er einen kunstvoll gewebten Teppich. Da ertönte die Stimme wieder:

 

„Finde alle Schlüssel sieben,

schließ die Truhe auf.

Alle werden dich lieben, wenn du die Truhe öffnest

wird deine Schwester gesund auch.

Als Hilfe bekommst du diesen Teppich,

er ist zwar fleckig und dreckig,

doch er trägt dich.“

 

Langsam ging das Kind auf den Teppich zu. Dann setzte es sich, als es den Teppich erreicht hatte, in der Mitte hin. Plötzlich hob der Teppich ab. Er flog in ein Tal. Die unheimliche Stimme sagte: „Findet den Schlüssel.“ Der Teppich flog genau dorthin wo der Junge hinfliegen wollte. Der Junge landete auf dem erdigen Boden. Der Boden brachte ihn auf die Idee, dass der Schlüssel vergraben sein könnte. Er fing an zu graben, doch auf einmal stürmten lauter Zwerge auf ihn zu und fingen an, den Jungen zu beleidigen. Er ließ sich jedoch nicht beirren. Er ahnte, dass es ein Trick war, um ihn daran zu hindern, den Schlüssel zu finden. Endlich fand er den Schlüssel und flog mit dem Teppich in das nächste Tal.

Junge trickst den Riesen aus

Im nächsten Tal war ein Riese, der den Schlüssel in der Hand hielt. Der Junge trickste ihn aus, indem er viele Haken schlug. Es gelang ihm, den Schlüssel zu bekommen, als der Riese den Schlüssel versehentlich fallen ließ.

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Im dritten Tal war eine Hexe, die ihm Rechenaufgabe stellte und drohte, ihn in einen Baum zu verwandeln, wenn er falsch rechnete. Doch das Kind konnte alle Aufgaben richtig lösen, und die Hexe ließ ihn höchst widerwillig in das nächste Tal gehen.

Angriff der Schlingpflanze

Im nächsten Tal lag der Schlüssel einfach so auf dem Boden. Es war kein Geräusch zu hören. Der Junge griff nach dem Schlüssel. Als er ihn berührte, knarzte es hinter ihm. Erschrocken fuhr das Kind herum und blickte in sieben große, grüne Augen, die einem Baum gehörten. Der Baum war jedoch nicht alleine. Von allen Seiten kamen unterschiedliche Pflanzen, alle mit sieben Augen. Eine Schlingpflanze griff nach dem Jungen und gab ihn an den Baum weiter. Dieser warf ihn auf den Boden, glücklicherweise genau auf den Schlüssel. Unbemerkt konnte der Junge ihn einstecken. Dann versuchte er, zu dem Teppich zu rennen, doch der Baum hielt ihn zurück. Er versuchte es ein zweites Mal, doch ein Busch ließ ihn stolpern. Beim siebten Versuch klappte es endlich, und der Junge flog in das nächste Tal.

Wer richtig denkt bekommt den Schlüssel.

Im fünften Tal summte es. Dort waren viele Bienen. Nur wo war der Schlüssel? Als der Junge landete, flog ein Bienenschwarm auf ihn zu. Obwohl der Junge sich bückte, erwischten ihn zwei Bienen und stachen ihm ins Gesicht. „Ich muss schnell sein im Suchen und den Schlüssel finden, bevor ich noch mehr Stiche abbekomme“, dachte er. Da sprach eine der Bienen zu dem Jungen: „Wer richtig denkt bekommt den Schlüssel. Du hast eben genau das richtige gedacht. Wenn du nicht das richtige gedacht hättest, würden wir dich mit Stichen übersähen. Es hat übrigens noch nie jemand vor dir den richtigen Gedanken gefunden.“ Die Biene verwandelte sich in einen Schlüssel.

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Homies ist die Kinderzeitung für alle, die in der Corona-Zeit zu Hause bleiben müssen und viele gute Ideen haben. | Foto: Maria Karipidou

 

Im sechsten Tal lagen sieben schlafende Wölfe im Kreis um den Schlüssel. Der Junge flog so leise es ging mit dem Teppich über den Schlüssel und nahm ihn. Alle sieben Wölfe öffneten die Augen. Schnell flog das Kind in die Höhe. Einer der Wölfe riss ein Stück des Teppichs ab. Der Teppich flog zwar noch, aber taumelte ziemlich in der Luft. Der Junge schafft er es trotzdem, in das nächste Tal zu fliegen.

Der letzte Schlüssel

Im letzten Tal war nichts als ein tiefer Felsspalt zu sehen. Er war so tief, dass man sein Ende, wenn es überhaupt eines gab, vor Dunkelheit nicht sehen konnte. Außerdem war der Felsspalt so schmal, dass der Junge nicht mit dem Teppich hineinfliegen konnte. Er musste also klettern. In dem Felsspalt sah der Junge nichts. Überall raschelte es unheimlich. Da spürte er etwas Warmes in seiner Tasche. Es war der Schlüssel, der aus dem Tal der Bienen kam. Er verwandelte sich wieder in eine Biene und dann in eine leuchtende Laterne. So konnte der Junge sehen, wo er hinlief. Auf einem Felsvorsprung sah er etwas aufblitzen. Es war der letzte Schlüssel. Der Junge nahm den Schlüssel, steckte ihn ein und kletterte wieder nach oben. Dort verwandelte sich die Laterne wieder in eine Biene und die Biene wieder in einen Schlüssel. Es war außerdem eine große Truhe erschienen, die auf dem nächsten Berg stand und von unten gut sichtbar war.

Du musst nur den Stein in der Hand halten und dir etwas wünschen.

Der Junge flog mit dem Teppich neben die Truhe. Er nahm den ersten Schlüssel und schloss das Schloss auf. In der Truhe war eine zweite Truhe, welche das Kind mit dem zweiten Schlüssel aufschloss. In der Truhe war eine dritte Truhe, darin eine vierte, dann eine fünfte, eine sechste und schließlich eine siebte. In der siebten war ein roter Stein. „Mit diesem Stein kannst du alles machen, was du willst. Du kannst deine Schwester heilen, Gold herstellen, in die Vergangenheit oder Zukunft reisen alles, was du willst. Du musst nur den Stein in der Hand halten und dir etwas wünschen“, sagte die Stimme. Der Junge nahm den Stein und bewunderte ihn. Vor Freude, seine Schwester heilen zu können, macht er einen Luftsprung.

Der Junge setzt den Stein auch für andere ein

Die Familie blieb von nun an immer gesund und war nicht mehr arm. Der Junge setzte den Stein auch für andere ein und war, wie es die Stimme am Anfang gesagt hatte, sehr beliebt. Dass er den Stein besaß, wusste jedoch nur seine Familie. Die Familie zog in ein großes Haus, und die Kinder mussten nicht mehr arbeiten. Die Familie war wunschlos glücklich.