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Deutsche Meisterschaften fielen aus

Karlsruher Schwimmerin Giulia Goerigk: Training statt Wettkampf

Eigentlich wollte Giulia Goerigk bei den 132. Deutschen Meisterschaften im Schwimmen Ende Oktober ihren Titel über 400 m Lagen verteidigen. Aber die Corona-Pandemie machte der 18-jährigen Schwimmerin vom SSC Karlsruhe einen Strich durch die Rechnung.

Weil die Deutschen Meisterschaften ausfielen, muss sich Giulia Goerigk im Moment ganz aufs Training konzentrieren. Foto: Markus Gilliar / GES

Eigentlich wollte Giulia Goerigk bei den 132. Deutschen Meisterschaften im Schwimmen, die Ende Oktober in Berlin hätten ausgetragen werden sollen, ihren Titel über 400 m Lagen verteidigen, den sie im vergangenen Jahr gewonnen hatte. Aber die Corona-Pandemie machte der 18-jährigen Schwimmerin vom SSC Karlsruhe einen Strich durch die Rechnung.

Die Meisterschaften wurden abgesagt und Goerigk muss sich mit Trainingswettkämpfen im heimischen Fächerbad begnügen. Immerhin darf sie dort zusammen mit ihrer Trainingsgruppe aus dem Landes- und Bundeskader (zumindest vorerst) weiter trainieren, auch wenn das Bad aufgrund der aktuellen Corona-Verordnungen für die Öffentlichkeit geschlossen ist.

Für Goerigk, die die 12. Klasse das Otto-Hahn-Gymnasium besucht, ist dies zwar eine gute Nachricht, aber anderseits bedrückt sie diese Situation auch, die außerhalb ihres Sports eigentlich kein normales Leben zulässt.

Kaum noch Kontakt zu Freunden

Das Treffen mit Freunden ist kaum möglich und auch der Kontakt mit der Familie in Bühlertal ist schwierig. Bleibt eigentlich nur das Schwimmen, wobei auch hier die Wettkämpfe fehlen, um sich zu messen und zu sehen, wo man leistungsmäßig steht.

Das ist ist auch für ihren Trainer Jonas Holzwarth ein Problem, „da man als Trainer ja auch eine Rückmeldung über den Leistungsstand braucht. Da reichen Trainingsergebnisse nur bedingt aus“, so Holzwarth. Deshalb veranstaltet er mit seiner Gruppe Trainingswettkämpfe und Giulia Goerigk ist froh, dass sie die entsprechenden Trainingspartner hat, um nicht ganz allein ihre Bahnen ziehen zu müssen.

Alleine im Sonnenbad trainiert

Das war Mitte Mai schon einmal der Fall, als sie im Karlsruher Sonnenbad als Kaderathletin quasi allein trainieren durfte, wofür sie aber auch heute noch dankbar ist. „Für mich war das natürlich eine tolle Geschichte, dass man mir damals diese Gelegenheit gegeben hat, trotz der damaligen Einschränkungen trainieren zu können“, sagt sie und erwähnt in diesem Zusammenhang einen sehr kuriosen Wettkampf im März dieses Jahres. Da stand sie bei den „Swim & Fun Days“ in Essen nämlich allein auf dem Startblock beim Wettbewerb über 400 m Lagen.

Viele Athletinnen und Athleten hatten aus Angst vor dem Coronavirus ihre Meldungen zurückgezogen, obwohl die Veranstaltung bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgesagt war. „Das war schon eine sehr kuriose Sache“, erinnert sich Goerigk daran, dass sie diesen Wettbewerb im Alleingang bestritt, aber dabei mit einer Zeit von 4:47,96 Minuten nicht nur einen Veranstaltungsrekord schwamm, sondern auch nur drei Sekunden über ihrer aktuellen Bestzeit blieb, die sie im vergangenen Jahr bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin aufgestellt hatte.

Lebensmittelpunkt in Karlsruhe

Dort schwamm sie bei ihrem überraschenden Titelgewinn eine Zeit von 4:44,33 Minuten. Nach ihrer Bronzemedaille beim Europäischen Olympischen Jugendfestival 2017 im ungarischen Györ war dieser deutsche Meistertitel der bis heute größte Erfolg der talentierten Schwimmerin, die mittlerweile ihren Lebensmittelpunkt in Karlsruhe hat.

Hier wohnte sie zunächst im Sportinternat, aber seit einiger Zeit ist sie bei einer Gastfamilie untergebracht. In Karlsruhe kann sie Schule und Sport auf ideale Weise verbinden, wobei sie das Abitur freiwillig um ein Jahr nach hinten gelegt hat, um sich voll und ganz aufs Schwimmen zu konzentrieren.

„EM in Glasgow war ein Riesenerlebnis“

Sie will sich weiter verbessern, nachdem sie im vergangenen Jahr für den DSV bei den Europameisterschaften in Glasgow dabei war und diese Teilnahme als „ein Riesenerlebnis“ bezeichnet. „Ich habe dort aber auch gemerkt, dass eine solche EM eine ganz andere Sache ist als ein Juniorenwettbewerb“, sagt sie und weiß, dass sie weiter an sich arbeiten muss, um zukünftig bei einer solchen Europameisterschaft oder auch bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein.

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