Kinderkram
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Neues aus dem Erziehungsalltag

Saubär wird Waschbär

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Kaum zu glauben, aber im Leben der zuchteigenen Teenager gab es einmal eine Zeit, da wurde Körperpflege als pure Zeitverschwendung erachtet. Die Aufforderung, die äußere Hülle doch wieder einmal in Kontakt mit dem erfrischenden und belebenden Element Wasser zu bringen, wurde brüsk mit einem empörten „Aber-ich-habe-doch-letzte-Woche-erst-geduscht“ zurückgewiesen.

Hydrophobe Teens werden zu Duschkönigen

Erfahrungsgemäß dauert diese, für die menschliche Entwicklung offenbar unerlässliche Phase, ein bis höchstens zwei Jahre an. Dann – quasi über Nacht – passiert etwas Seltsames: Der bis dato hydrophobe Teen sucht plötzlich aus freien Stücken die heimischen Sanitärräume auf. Ohne nähere Instruktionen abzuwarten, benutzt er die dortigen Installationen mehr oder weniger bestimmungsgerecht und auch beim Umgang mit den bereitstehenden Reinigungsmitteln macht er intuitiv alles richtig. Okay… sagen wir: fast alles. Aber nach zwei Jahren völliger Duschabstinenz sollte man als Erziehungsbeauftragter mal großzügig darüber hinweg sehen können, dass ein Teen nicht sofort versteht, dass eine Shampooflasche durchaus für mehrere Anwendungen gedacht ist.

Von „Eau de Gestonk“ zu „Alaska active“

Wäre es nicht interessant zu erfahren, woher genau dieser plötzliche Sinneswandel kommt? Einfach – sagen manche: Im Paarungswettbewerb werden jetzt die Bettkarten gezwickt und wer besser riecht, liegt weiter vorne. Dagegen spricht allerdings, dass die Menschheit erst in diesem neuesten Teil ihrer Geschichte nach „Sweet Cherryblossom“ oder „Alaska aktive“ duftet und davor ja auch nicht ausgestorben ist.

Gibt es eine Duschfee?

Was also ist der wahre Grund? Versprechen die Stadtwerke in bestimmten Klassenstufen Boni für die, die den heimischen Wasserverbrauch ankurbeln? Oder gibt es so etwas wie eine Duschfee, die für jeden absolvierten Waschgang einen Euro unters oder – noch besser – sich nackt aufs Kopfkissen legt? Die Pubertät hat viele unergründete Rätsel. Und dankenswerter Weise schenkt sie dem, der vor der verschlossenen Badezimmertüre wartet, mehr als genug Zeit, verwegene Theorien zu entwickeln.