Der Einkauf im Supermarkt kann zum Spießrutenlauf werden - nicht zuletzt wegen vier Typen von Einkäufern, die bereits an der Kasse stehen. | Foto: Imago

Eine Supermarkt-Kolumne

Falks Furiosum: Das Kassen-Dilemma

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„Sehr geehrte Kunden, wir öffnen Kasse eins für Sie.“ Dieser Satz aus den Lautsprechern im Kassenbereich des Supermarkts klingt in den Ohren gestresster Einkäufer fast so schön wie der Pausen-Gong zu Schulzeiten. Dennoch: Es kennt doch jeder das Gefühl, immer an der falschen Kasse zu stehen.

Allein die Auswahl der augenscheinlich günstigsten Kassenschlange erfordert einiges an Kombinierfähigkeit. Welche Kasse geht am schnellsten? Die kürzeste Schlage bedeutet nicht automatisch die kürzeste Wartezeit. Viele Kunden mit wenigen Artikeln bedeuten viele Zahlvorgänge – dann doch lieber die Schlange mit zwei großen Einkaufswagen?

Ist diese Hürde genommen, bedeutet das aber lange noch nicht, dass der Einkauf entspannt und schnell beendet werden kann. Zu viele Zeit- und Nervtöter lauern noch an der Supermarktkasse:

Der Entspannte

Der Entspannte hat im Gegensatz zu seinem Hintermann alle Zeit der Welt – und lebt das voll aus. In Zeitlupe werden die Artikel aufs Band gelegt, nicht minder langsam alles wieder in den Wagen verräumt und dann endlich bezahlt. Gekrönt wird der Vorgang davon, dass zur Erleichterung der Kleingeld-Suche kurzerhand das ganze Portemonnaie aufs Band geleert wird. Welche Tücken das Kassieren noch hat, zeigt Typ zwei.

Der Sucher

Der Sucher ist, wie es sein Name schon sagt, auf der Suche nach Geldbeutel, EC-Karte und Bargeld. In den Untiefen der Tasche verschwunden wird gekramt, was das Zeug hält. „Moment, ich habe es gleich“, ist ein gern gesagter Satz, um Wartende und Kassierer zu beruhigen. Ist die EC-Karte dann endlich gefunden, kann es immer noch vorkommen, dass sie nicht geht – und die Suche geht von vorne los.

Der „Ich-habe-da-was-vergessen“

Etwas zu vergessen ist menschlich – nur sollte es einem nicht wieder einfallen, wenn man bereits an der Kasse steht und im Begriff ist, zu bezahlen. „Ach, das Mehl“, fällt es einem wie Schuppen von den Augen. „Ich gehe noch kurz etwas holen“, – ein Satz, den kein in der Schlange Wartender gerne hören will. Denn meist handelt es sich bei dem Vergessenen um Artikel, die am anderen Ende des Supermarkts stehen.

Der Rückkehrer

Sind dann alle anderen bedient worden und es ist endlich geschafft, an der Reihe zu sein, sollte sich noch nicht zu sehr in Sicherheit gewogen werden. Denn da wäre noch der Rückkehrer. Längst bezahlt und durch mit dem Einkauf, fällt auf dem Kassenzettel eine Unstimmigkeit auf: Es sind 17 Cent zu viel berechnet worden. Der Rückkehrer reiht sich dann gerne andersherum in die Schlange ein, es wurde ja schon gewartet.

Biomarkt
Nichts wie weg: Der Einkauf im Supermarkt kann zum Spießrutenlauf werden (Symbolbild). | Foto: David-Wolfgang Ebener

Einkaufen kann stressig sein, aber eins ist sicher: Langweilig wird es nie. Denn einer der vier Supermarkt-Typen ist garantiert schon da – und wenn nicht, gibt es da ja noch den Parkplatz vorm Geschäft. Aber das ist ein ganz anderes Thema.