Einmal schön essen gehen im Restaurant: Klingt nach einem perfekten Abend - wenn nicht diese drei Typen von Gästen am Nebentisch schon da wären. | Foto: Imago Images/ Westend61

Eine Restaurant-Kolumne

Falks Furiosum: „Herr Ober, die Rechnung bitte“

Anzeige

Alle paar Wochen möchte sich der fleißige Arbeitnehmer auch einmal etwas gönnen – und schön essen gehen, anstatt zuhause selbst zu kochen. „Schatzi, heute bleibt die Küche kalt“ – mit diesem Satz ist man sich der Freude des Partners gewiss. Also rein ins schicke Ausgeh-Outfit und los geht’s.

Klingt nach einem unvergesslichen Abend – wenn nicht diese drei Typen von Restaurant-Besuchern schon am Nebentisch säßen.

Der Ungeduldige

Der Ungeduldige ist nicht nur der Schreck eines jeden Kellners, auch den Gästen um sich herum geht er gehörig auf den Zeiger. „Herr Ober? Herr Ober! Herr Ooooober!“, wird begleitet von hektischem Winken und Fingerschnippen mehr als einmal quer durchs Restaurant gebrüllt. Schließlich wartet der Ungeduldige schon mehr als drei Minuten darauf, bezahlen zu können. Nach dem Fünf-Gänge-Menü muss es jetzt schon schnell gehen.

Der Das-geht-zurück-Gast

Kein Essen ist gut genug, der Koch würde am liebsten persönlich aus der Küche kommen und die anderen Gäste schämen sich fremd: Der Das-geht-zurück-Gast findet sprichwörtlich immer das Haar in der Suppe. Die Schaumkrone auf dem Bier ist zu klein, der Salat zu stark angemacht und das Steak war in der Karte aber ganz anders beschrieben. Zu spüren bekommt das alles der Kellner – der meistens am wenigsten dafür kann.

Der Geizkragen

Der Geizkragen kann sich auf zwei Arten äußern. Entweder: Es wurde teuer gespeist, offiziell war alles zur vollsten Zufriedenheit, vor der Tür wartet der Porsche Cayenne  – und dann werden 99,10 Euro großzügig auf die Hundert aufgerundet. Oder: Es scheint dem Gast an nichts zu mangeln – außer an Anstand. Denn, anstatt Trinkgeld zu geben, wird lieber noch das nicht gebrauchte Zucker- oder Ketchup-Päckchen eingesteckt – man weiß ja nie.

Kellner sein ist nicht leicht –  einige Typen von Gästen können einem den Job ganz schön vermiesen. | Foto: Imago Images/ PhotoAlto

Wer keine Lust auf nervende Gäste, wütende Kellner und Fremdschämen hat, sollte sich vielleicht doch einen schönen Abend auf der Couch machen. In Zeiten von Dosenravioli und Lieferservice bleibt die Küche dann trotzdem kalt.

Standen wir nicht alle schon einmal an der falschen Kasse im Supermarkt oder haben uns über neugierige Nachbarn aufgeregt? In dieser zweiwöchentlichen Kolumne erzählt BNN-Redakteurin Julia Falk Alltagssituationen nach, die sie auf die Palme gebracht haben – und die fast jeder schon einmal selbst erlebt hat. Oft sind diese ärgerlich, noch öfter aber auch belustigend.
Hier gibt es alle Teile.