Sommerurlaub
Urlaub kann so schön sein - wenn da doch bloß die Anderen nicht wären. | Foto: Julian Stratenschulte

Eine Urlaubs-Kolumne

Falks Furiosum: Wo geht’s denn hier zum Strand?

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Endlich Urlaub, und er ist wohlverdient. Ob in den Bergen, am Meer, in der Stadt – die freie Zeit mit dem Partner, der Familie oder Freunden kann so schön und erholsam sein. Wochen, wenn nicht gar Monate hat man sich im Büro geplagt – um jetzt endlich eine Auszeit zu genießen.

Eine gute Idee – wenn da nicht diese vier Typen von Urlaubern wären, die man überall trifft.

Der Handtuchwerfer

Zugegeben: Der Handtuchwerfer klingt nach abgedroschenem Klischee. Aber es gibt ihn wirklich. Sonntagmorgen, 6.30 Uhr: Der schlaue Urlauber stellt sich den Wecker, steht auf und wirft sein tarnfarbenes Handtuch vom Balkon auf eine der Liegen am Pool – aber nicht etwa, um dann Schwimmen zu gehen. Vielmehr haut sich der Handtuchwerfer wieder aufs Ohr – und schläft in der Gewissheit, später ein schönes Plätzchen im Schatten zu haben, zufrieden weiter.

Der Langfinger

Der Langfinger haut beim Frühstück im All-Inclusive-Hotel richtig rein – zurecht. Aber damit nicht genug: Um Geld zu sparen, und schließlich wurde ja dafür bezahlt, nutzt der sparsame Urlauber das Frühstücksbuffet in der Hotelbar auch für die Vorbereitung seines Lunchpakets. Ein Apfel hier, ein belegtes Sandwich da: Wer beim Frühstück bereits an später denkt, spart sich das teure Mittagessen in der Touri-Falle. Ganz nach dem Motto: Heute schon an morgen denken.

Der Erfahrene

Der Erfahrene kennt sämtliche Orte auf der Welt wie seine eigene Westentasche – und hilft anderen, weniger wissenden Urlaubern gerne auf die Sprünge. „Ihr seid zum ersten Mal hier an der französischen Atlantikküste? Ach wir, wir kommen schon seit 1985 jedes Jahr her, stimmt’s, ma chérie?“ Der Erfahrene kennt die schönsten Strände, die besten Restaurants und vor allem die günstigsten Möglichkeiten – und er scheut nicht davor zurück, das alle wissen zu lassen.

Der Fremdschäm-Faktor

Wer kennt es nicht: Im Urlaub trifft man oft auch auf die eigenen Landsleute. So weit, so gut. Leider erfüllen diese manchmal sämtliche Klischees, die das Ausland so beim Gedanken an die Deutschen im Kopf hat. Socken in Trekking-Sandalen, knausrig beim Trinkgeld und ein Bier sollte es beim Abendessen schon sein. So mancher Urlauber schämt sich dabei so fremd, dass er prompt in eine andere Sprache verfällt, um ja nicht als Landsmann enttarnt zu werden.

Noch schöner als Socken in Sandalen sind Socken in FlipFlops. | Foto: Imago Images/ Klaus Martin Höfer

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, keinen der vier Typen im Urlaub zu treffen, dem bleibt nichts anderes übrig, als die freie Zeit auf Balkonien zu verbringen. Alle anderen sollten ihre Urlaubsbekanntschaften mit Humor nehmen – es ist ja nichts auf Dauer.

Standen wir nicht alle schon einmal an der falschen Kasse im Supermarkt oder haben uns über neugierige Nachbarn aufgeregt? In dieser zweiwöchentlichen Kolumne erzählt BNN-Redakteurin Julia Falk Alltagssituationen nach, die sie auf die Palme gebracht haben – und die fast jeder schon einmal selbst erlebt hat. Oft sind diese ärgerlich, noch öfter aber auch belustigend.
Hier gibt es alle Teile.