Pro & Kontra

Gehören Tiere an Weihnachten unter den Tannenbaum?

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Weihnachten steht vor der Tür und damit taucht die Frage auf: „Was schenken?“. Immer wieder landen zum Fest auch Haustiere wie Katzen, Hunde oder Meerschweinchen unter dem Christbaum. Doch Tiere als Geschenke sind umstritten. Die BNN-Redakteure Tanja Rastätter und David Falkner haben dazu ihre ganz eigene Meinung.

Pro (Tanja Rastätter): „Wenn man ohnehin plant, seinen Kindern ein Haustier zu schenken, warum nicht an Weihnachten?“

Wenn man ohnehin plant, seinen Kindern ein Haustier zu schenken, warum nicht an Weihnachten? Eltern können diesen Wunsch auf dem Wunschzettel sehr wohl erfüllen. Allerdings sollten sie vorab mit den Kindern gesprochen und sie über den Zeit- und Pflegeaufwand aufgeklärt haben.

Als Test können die künftigen jungen Tierbesitzer vertretungsweise auf den Wellensittich oder das Meerschweinchen der Nachbarn aufpassen, wenn diese in Urlaub sind. Oder, wenn die Nachbarn keine Tiere haben, die Hunde aus dem Tierheim ausführen. Und wer weiß: Vielleicht sind ein Hund oder eine Katze dabei, die es dem Kind sofort angetan haben? Dann kann das Tier direkt von dort geholt werden anstatt ein Weiteres im Zoogeschäft zu kaufen.

Wer sich um ein Tier kümmert und es pflegt, lernt dabei, Verantwortung zu übernehmen und zuverlässig nach einem Lebewesen zu schauen. Und: Einzelkinder fühlen sich mit Tieren weniger allein. Sie haben so immer einen Freund und Begleiter an der Seite. Ein Tier ist zudem ein guter Tröster, der Menschen glücklich macht.

Tiere wie etwa Hunde halten fit. Die Kinder müssen sich gemeinsam mit ihnen bewegen und spazieren gehen. Das stärkt die Abwehrkräfte. Außerdem lernen Hundebesitzer viel leichter andere Menschen und vielleicht künftige neue Freunde kennen.

Ein Hund oder eine Katze schützen darüberhinaus vor Einbrechern. Sie erkennen mitunter Krankheiten, ehe die Symptome angezeigt werden.

Übrigens werden nach Weihnachten nicht mehr Tiere in den Tierheimen der Region abgegeben als sonst. Heißt: Die Geschenke kommen an und haben bei den Familien ein neues, dauerhaftes Zuhause gefunden.

Kontra (David Falkner): „Lebewesen verschenkt man nicht.“

Die kurze Version: Tiere sind Lebewesen – lebendige, fühlende Kreaturen, kein Spielzeug, keine Spielerei, schon gar kein Wegwerfprodukt. Und Lebewesen verschenkt man nicht. Punkt.

Die lange Version ist ein kleines bisschen komplizierter: Grundsätzlich sind Haustiere für Kinder nämlich eine gute Idee. Im Umgang mit dem Hamster, dem Kaninchen oder dem Wellensittich lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen und mehr oder weniger selbstständig für ein anderes Lebewesen zu sorgen – das ist wertvoll, sehr wertvoll sogar.

Dies bringt aber mit sich, dass die Anschaffung eines Tiers wohlüberlegt und sehr bewusst passieren muss. Anders als bei der Puppe, dem Brettspiel oder der Videospielkonsole ist jedes Tier nämlich anders als das andere. Und was passiert, wenn das Kind unterm Weihnachtsbaum mit einem Wellensittich überrascht wird und dem Sprössling die Farbe des Gefieders nicht gefällt oder der Vogel bei der ersten Begegnung die Krallen ausfährt? Das kann dem Kind ganz schnell den Spaß an der Sache verderben – und leidtragend ist dann am Ende das Tier, das möglicherweise verschmäht im Tierheim landet. Das einzige, was das Kind dann gelernt hat, ist, dass Verantwortung vielleicht doch nicht so wichtig ist. Unsere Tierheime sind sowieso schon überfüllt, jedes Waisentier mehr ist sowieso eines zuviel.

Deshalb: Haustiere für Kinder? Ja! Aber mit Sinn, Verstand und in Absprache mit den zukünftigen Haustiermamas und -papas. Und nicht als Überraschung. Auch nicht unterm Weihnachtsbaum.