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Pro & Kontra

Sind vegetarische Ersatzprodukte eine gute Alternative zu Fleisch und Wurst?

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Der Markt boomt, mittlerweile gibt es in fast jedem Supermarkt vegetarische Ersatzprodukte. Auch wer auf tierische Erzeugnisse verzichten möchte, kann sich ein Steak auf den Grill schmeißen. Doch sind Veggie-Wurst und Soja-Schnitzel wirklich eine gute und gesunde Alternative?

Pro (Christina Fischer): „Was ist falsch daran, weiterhin Schnitzel und Co. zu genießen, nur eben ohne, dass ein Tier dafür leiden musste?“

Nicht jeder, der auf Steak und Schnitzel verzichtet, tut das, weil ihm Fleisch nicht schmeckt. Viele entscheiden sich für eine vegane oder vegetarische Ernährung, weil sie das Tierleid nicht unterstützen wollen, das in den meisten Fällen mit der Herstellung von Fleisch und Wurst einher geht.

Was ist falsch daran, weiterhin Schnitzel und Co. zu genießen, nur eben ohne, dass ein Tier dafür sein Leben lassen musste?

Sicher, auch vegane Ersatzprodukte sind nicht automatisch gesund. Aber Fleisch und Wurst eben auch nicht. Viele wichtige Stoffe, die sich vermeintlich nur in „echtem“ Fleisch finden, werden den Tieren vor ihrer Schlachtung ohnehin separat zugeführt – wie etwa Vitamin B12.

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Für viele ist der Konsum von Fleischersatzprodukten ein Übergangsstadium hin zu einer pflanzenbasierten Ernährung ohne Fleisch- und Wurstersatz. Wer aus ethischen Gründen auf Fleisch verzichtet, dem fällt der Ausstieg aus der gewohnten Ernährung oft leichter, wenn er Fleisch und Wurst mit etwas ersetzen kann, das ähnlich schmeckt und aussieht.

Und wer eine Wurst auf den Grill werfen kann – und sei sie auch vegan – erspart sich so vielleicht auch die ein oder andere Diskussion mit Fleischessern, die beim Anblick von grünem Spargel auf dem Rost plötzlich in einen Rechtfertigungsdrang geraten.

Wie in vielen Fällen sollte auch in der Frage, ob Fleischersatzprodukte gut sind, gelten: Leben und leben lassen. Das ist in diesem Fall vielleicht auch ganz wörtlich zu nehmen.

Kontra (Julia Falk): „Der Griff zum vegetarischen „Cordon-Bleu“ unterstützt die Meinung überzeugter Fleischesser, dass es ohne eben doch nicht geht.“

Sojaproteinisolat, Methylcellulose, modifizierte Stärke: So mancher Inhaltsstoff in vegetarischen Wurst- und Fleischalternativen klingt nicht nur ungewohnt, sondern ist oftmals auch gar nicht so gesund.

Weil Weizen und Soja, die häufig die Basis vegetarischer Produkte bilden, so gut wie nach nichts schmecken, sind viele Aromen und Zusatzstoffe nötig. Wer also zur Veggie-Variante von Salami, Bratwurst oder Schnitzel greift, tut sich nicht unbedingt etwas Gutes.

Dass immer mehr Menschen auf Fleisch verzichten, ist richtig und wichtig, sei es aus Gründen des Klimaschutzes, des Tierwohls oder der eigenen Gesundheit.

Aber muss es eine vegetarische „Schinkenwurst“ sein? Die auch noch verdächtig ähnlich schmeckt wie das Original, auch wenn die Inhaltsstoffe nichts miteinander zu tun haben?

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Als Vegetarier oder Veganer hat man es auch heute nicht einfach. Im Restaurant gibt es oft nur ein vegetarisches Gericht, veganes Essen fehlt häufig ganz auf der Karte. Und das Umfeld fragt, was man als „Veggie“ denn eigentlich so kochen kann. Dabei sind fleischlose Gerichte nicht einseitig und sättigen genauso.

Der Griff zum vegetarischen „Cordon-Bleu“ aber unterstützt die Meinung überzeugter Fleischesser, dass es ohne eben doch nicht geht. Warum sonst würde der Vegetarier vor lauter Verzweiflung zum ähnlich aussehenden und schmeckenden Ersatzprodukt greifen?

Beim nächsten Familienfest sollten Vegetarier und Veganer vielmehr zeigen, dass sie mit raffiniert gewürztem Feta oder einem bunten Gemüsespieß genauso gut und lecker grillen können.