Der Jüdische Friedhof von Bruchsal gilt als bedeutendes Kulturdenkmal. | Foto: pr

Europäischer Aktionstag

Führungen geben Einblicke in die jüdische Kultur

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Weshalb liegen auf jüdischen Friedhöfen Kiesel auf den Grabsteinen? Wie wird der Sabbat gefeiert? Am Sonntag, 1. September, wollen in rund 30 Ländern verschiedene Organisationen Fragen wie diese beantworten. Sie laden zum Kennenlernen der Bräuche des Judentums ein. Auch in der Region nehmen Ehrenamtliche den „Europäischen Tag der Jüdischen Kultur“ zum Anlass, ein Programm aus Führungen und Konzerten zu stricken.

Bad Schönborn: Friedhofsführung

So besucht in Bad Schönborn Hans-Georg Schmitz von der „Initiative Stolpersteine“ mit Interessierten den jüdischen Friedhof. Er wurde 1878 im Nordosten des Ortsteils Mingolsheim angelegt. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Ende der Konradin-Kreutzer-Straße. Und nicht vergessen: Für Männer ist eine Kopfbedeckung Pflicht.

Bruchsal: Infostationen auf jüdischem Friedhof

Auch in Bruchsal öffnet der jüdische Friedhof an diesem Tag seine Pforten. Von 13.30 bis 17.30 Uhr informieren Mitglieder des Heimatvereins Untergrombach an verschiedenen Stationen über die historische und rituelle Bedeutung der Begräbnisstätte, die auf das Jahr 1637 zurückgeht. Das rund zwei Hektar große Areal befindet sich auf dem Eichelberg und ist über die Zufahrtsstraße zur General-Dr.-Speidel-Kaserne erreichbar.

Eppingen: Friedhofsführung und Konzert

Ein weiterer Friedhof kann in Eppingen besichtigt werden. Reinhard Ihle von den Heimatfreunden der Stadt gibt um 16.30 Uhr Einblick in die Historie der 200 Jahre alten Begräbnisstätte in der Weinbrennerstraße. Bereits am Tag zuvor, am 31. August um 19 Uhr, spielt das Jerusalem Duo auf Harfe und Saxophon in der Evangelischen Stadtkirche.

Karlsruhe: Stadtrundgang, Vortrag und Konzert

In Karlsruhe bietet die Jüdische Kultusgemeinde einen Rundgang durch die Stadt an. Vom Platz der ehemaligen liberalen Synagoge (Kronenstraße 15) aus folgen die Teilnehmer „den Spuren jüdischen Lebens“ in Karlsruhe. Auskunft über den Treffpunkt und Anmeldung per E-Mail: info@jg-karlsruhe.de.
Zudem können bei der Jüdischen Kultusgemeinde in der Knielinger Allee 11 ab 14 Uhr traditionelle Speisen probiert werden, um 15 Uhr steht der Vortrag „Jüdisches Leben in Karlsruhe. Sitten und Bräuche” im Programm. Und um 17 Uhr singen „Die Drei Kantoren“ Klassiker der Chasanut sowie moderne israelische Volkslieder.

Rastatt: Stadtführung mit Besichtigung des Kantorenhauses

In Rastatt begibt sich Stadtarchivar Oliver Fieg mit Interessierten auf Spurensuche. Er steuert dabei auch das Kantorenhaus an. Das einstige Wohnhaus des Lehrers und Kantors der jüdischen Gemeinde beherbergt eine Ausstellung über die jüdische Geschichte Rastatts. Die Führung beginnt um 15 Uhr am Stadtmuseum, Herrenstraße 11.

Pforzheim: Konzert

In Pforzheim wird die jüdische Kultur durch Musik erlebbar. Boris Rosenthal (Gitarre) und Tallana Gabriel (Gesang) treten um 18.30 Uhr in der Synagoge, Emilienstraße 20 bis 22, auf. Der Eintritt ist frei. Anmeldung: (0 72 31) 56 84 70 oder info@jgpf.de.

Gernsbach: Stadtführung

In Gernsbach beteiligt sich der Arbeitskreis Stadtgeschichte am „Europäischen Tag der Jüdischen Kultur“. Mitglieder erzählen „auf dem Sabbatweg“ vom einstigen Leben der Gernsbacher Juden. Wer an der Führung teilnehmen will, kommt um 15 Uhr zum Kornhaus in der Hauptstraße 32.

Baden-Baden: Stadtführung und Konzert

In Baden-Baden führt der Rabbiner Surovtsev durch die Stadt. Die Gruppe macht sich um 13 Uhr an der Synagoge in der Werderstraße 2 auf den Weg. Zwei Stunden später, um 15 Uhr, beginnt im Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) in der Sophienstraße 2 ein Konzert mit dem Chor und der Tanzgruppe der IKG Baden-Baden.

Weitere Infos

Das Programm für Baden-Württemberg und das Elsass ist im Internet unter gedenkstaetten-bw.de zu finden. Die ursprünglich geplante Führung über den jüdischen Friedhof in Bretten findet nicht statt, sie wird auf den 15. September verschoben. Bei den Friedhofsführungen sollten Männer an die obligatorische Kopfbedeckung denken.