Foto: Vogtsbauernhof

Freilichtmuseen

Als das Damals noch heute war

Anzeige

Wie lebten Oma und Opa? Oder die Generationen weit vor diesen? Fragen, die Freilichtmuseen auf kurzweilige Weise beantworten. Die Sammlungen historischer Gebäude laden zu einer Zeitreise ein. Auch im Südwesten gibt es mehrere Adressen, wo Besucher in das Leben von einst eintauchen können. Ein Überblick.

Vogtsbauernhof Gutach

Ob Bürsten oder Seifen – fast täglich zeigt im Vogtsbauernhof in Gutach ein Handwerker, wie Dinge des Alltags traditionell hergestellt werden. Das Freilichtmuseum hat sich zur Aufgabe gemacht, Einblick in das frühere Leben im Schwarzwald zu geben. So lässt sich etwa am Freitag, 9. August, eine Bürstenbinderin über die Schulter schauen. Und am Mittwoch, 14. August, erklärt ein Schmied Kindern sein Handwerk.

In der Schmiede: Handwerker zeigen im Vogtsbauernhof in Gutach, wie Dinge des Alltags traditionell hergestellt werden. | Foto: pr

Das Freilichtmuseum im Ortenaukreis besteht seit 1964. Namensgeber war ein rund 350 Jahre alter Hof, der damals in ein Museum verwandelt wurde. Heute können Besucher nicht nur den für das Gutachtal typischen Haustyp besichtigen. Auf dem sieben Hektar großen Areal stehen mehrere Gebäude aus dem Mittelgebirge. Sie wurden an ihrem ursprünglichen Standort abgebaut und in Gutach wieder errichtet. Der Vogtsbauernhof öffnet im August täglich von 9 bis 19 Uhr. Erwachsene zahlen zehn Euro Eintritt, Sechs- bis 17-Jährige 5,50 Euro. Die S-Bahn hält vor dem Museum. Infos unter www.vogtsbauernhof.de.

Hohenloher Freilandmuseum

Einer anderen Region Baden-Württembergs widmet sich das Freilandmuseum in Wackershofen. 70 historische Gebäude aus Württembergisch Franken gibt es in dem Weiler von Schwäbisch Hall – darunter ein Schulhaus, ein Gasthaus und eine alte Sägemühle. Wie in Gutach können Besucher auch hier Handwerkern bei ihrer Arbeit zusehen. Und was Kinder freuen dürfte: In Wackershofen sind viele Nutztiere zu Hause. Schweine, Gänse und Co zählten früher schließlich zu den Bewohnern jedes Dorfes.

70 historische Gebäude gibt es im Hohenloher Freilandmuseum. | Foto: pr

Das Museum öffnet in den Sommermonaten täglich von 9 bis 18 Uhr seine Pforten. Die Tageskarte kostet acht Euro für Erwachsene, Kinder (ab sechs Jahre) und Jugendliche zahlen sechs Euro. www.wackershofen.de.

Freilichtmuseum Beuren

Aus dem Mittleren Neckarraum und der Schwäbischen Alb stammen die Gebäude, die das Museumsdorf in Beuren im Landkreis Esslingen bilden. Jedes Haus erzählt die Geschichte seiner ehemaligen Bewohner. Besucher erfahren etwa, wie Tagelöhner im 18. Jahrhundert wohnten. Oder wie Urgroßmutter einkaufte: Im Tante-Helene-Lädle gibt es Hausrat und Süßigkeiten aus den 1930er Jahren. Die Gebäude werden bei Führungen vorgestellt. Am Freitag, 9. August, steht um 16.30 Uhr das Rathaus mit Lehrerwohnung im Mittelpunkt.

Gänse gehörten früher zu jedem Dorf. Daher watscheln die Vögel auch durch das Freilichtmuseum Beuren.  | Foto: pr

Das Museum hat von Dienstag bis Sonntag zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet. Die Preise: Sieben Euro für Erwachsene, 3,50 Euro für Sechs- bis 17-Jährige. Details: freilichtmuseum-beuren.de.

Freilichtmuseum Neuhausen

Wer durch das Freilichtmuseum in Neuhausen ob Eck im Landkreis Tuttlingen spaziert, entdeckt Häuser aus mehreren Landstrichen. Die 25 Gebäude standen entweder auf der Schwäbischen Alb oder im Hegau, Schwarzwald oder Donaubergland. Das Museum organisiert täglich Veranstaltungen, derzeit richtet sich das Angebot vor allem an Kinder. Sie können etwa am Sonntag, 11. August, 11 Uhr, Puppen aus Seegras basteln. Die Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 9 bis 18 Uhr. Die Karte kostet für Erwachsene 7,50 Euro, Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt. Infos: freilichtmuseum-neuhausen.de.

Écomusée d’Alsace

Frankreichs größtes Freilichtmuseum befindet sich unweit der deutsch-französischen Grenze. Das Écomusée d’Alsace liegt in Ungersheim, einem Ort nördlich von Mulhouse. Rund 70 Gebäude aus dem gesamten Elsass wurden hier aufgebaut, sodass ein Dorf aus dem beginnenden 20. Jahrhundert entstand. Das Museum bietet im Sommer einen prall gefüllten Veranstaltungskalender, mit täglichen Handwerksvorführungen, Tierbesuchen und Brotbacken. Am Samstag, 10. August, und Sonntag, 11. August, steigt ab 19 Uhr außerdem ein Dorffest, das bis Mitternacht dauert. An anderen Tagen öffnet das Museum von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt zwischen zehn und 15 Euro. Infos unter www.ecomusee.alsace/de/.

Pfahlbaumuseum am Bodensee

Keine historischen Gebäude, sondern genau genommen Neubauten sind in Unteruhldingen am Bodensee zu sehen. Dennoch geht die Reise weit zurück in die Vergangenheit. Am Ufer des Gewässers wurden seit 1922 steinzeitliche Dörfer errichtet. Was es mit den rekonstruierten Pfahlbauten auf sich hat, erfahren die Besucher bei den obligatorischen Führungen.

Zurück in die Steinzeit: Die rekonstruierten Pfahlbauten sind in Unteruhldingen am Bodensee zu sehen. | Foto: pr

Das Museum hat derzeit täglich von 9 bis 18.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene zehn Euro, für Kinder (fünf bis 15 Jahre) sechs Euro. Infos: www.pfahlbauten.de.

Campus Galli in Meßkirch

Das frühe Mittelalter auferstehen lässt ein Projekt in Meßkirch. In der Stadt im Landkreis Sigmaringen wird ein Kloster gebaut – auf der Grundlage eines 1 200 Jahre alten Plans und ausschließlich mit Techniken sowie Werkzeug der damaligen Zeit.

Bauen wie damals: In Meßkirch entsteht ein mittelalterliches Kloster auf der Grundlage eines alten Plans. | Foto: pr

Die ungewöhnliche Baustelle kann täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr besucht werden (Eintritt: sechs bis elf Euro). Wer Spaß an handwerklichem Arbeiten hat, kann bei Campus Galli auch mitmachen (Anmeldung erforderlich). Infos: www.campus-galli.de.

Freilichtlabor Lauresham

Um das Erproben mittelalterlicher Arbeitstechniken und Bauweisen geht es auch im Freilichtlabor Lauresham. Auf dem Gelände des Klosters Lorsch nördlich von Mannheim wurde ein Gehöft errichtet, das auch im achten Jahrhundert entstanden sein könnte. Auf den Weiden grasen alte Nutztierrassen, die Äcker werden wie einst bewirtschaftet. Ziel ist, Besuchern die Alltagskultur der Menschen im Mittelalter begreiflich zu machen.

Wie im Mittelalter: Das Freilichtlabor Lauresham bewirtschaftet die Äcker mit alten Nutztierrassen wie dem Rätischem Grauvieh. | Foto: pr

Wer Lauresham erleben will, muss sich einer Führung anschließen. Diese werden täglich außer montags mehrmals angeboten. Das Ticket kostet fünf beziehungsweise sieben Euro. Infos unter www.kloster-lorsch.de.