Kam oben raus, nicht unten: das Gewöll einer Eule mit Mäuseknochen und -fell.
Kam oben raus, nicht unten: das Gewöll einer Eule mit Mäuseknochen und -fell. | Foto: Pfalzmuseum

Ausstellung „Alles Scheiße“

Ausflugstipp: In Bad Dürkheim geht es um die Wurst

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Jeder produziert ihn, aber kaum einer redet darüber. Schade eigentlich, denn Kot ist ein so vielseitiges und interessantes Naturprodukt, dass das Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim dem braunen Häufchen eine ganze Sonderausstellung widmet.

„Alles Scheiße“ heißt die Schau, die noch bis zum 23. Juni läuft, und eine kleine Reise wert ist. Nur vorher eine Warnung: Alles, was hinten rauskommt, wird hier offen thematisiert, gezeigt, unter die Lupe genommen – vom Hasenköttel über den Wolfskot bis zum Elefantendung. Wem das auf nüchternen Magen zu viel ist, der sollte vorher zumindest gut frühstücken.

Was geschieht mit dem Frühstücksei?

Das hat auch den Vorteil, dass man in der Ausstellung direkt erfahren kann, was mit dem Frühstücksei im Verdauungstrakt gerade so geschieht. Welche Stationen es passiert und warum es von Vorteil gewesen wäre, wenn man es ein wenig mehr gekaut hätte. Außerdem: Mit welcher Farbe und in welcher Form es am Ende in die Schüssel fallen sollte. Und warum wir unseren Kot heute nicht mehr auf die Felder werfen, wie es noch im 19. Jahrhundert üblich war.

Dass wir Menschen unseren Output kaum zweitverwerten, unterscheidet uns übrigens gründlich von der Tierwelt, wie die Ausstellungsmacher zeigen. So schätzt das Kaninchen seinen eigenen Blinddarmkot als Vitaminlieferanten und frisst ihn direkt beim Austritt aus dem Körper. Der Mistkäfer dagegen nutzt Kothaufen größerer Säugetiere für die Ernährung seiner Brut. Besonders kreativ aber geht der Weißstorch mit seinen Exkrementen um: An heißen Tagen beschmiert er sich damit seine Beine, was ihm gleichzeitig zur Kühlung und als Sonnenschutz dient.

Die Ausstellung zeigt das alles und noch mehr, unter anderem auch Aspekte aus Forschung und Medizin, über die man hier noch viel mehr schreiben könnte. Am besten aber, man fährt hin, und schaut sich das Ganze selber an.

Information
Das Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim hat von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, mittwochs sogar bis 20 Uhr. Infos: www.pfalzmuseum.de oder Telefon (0 63 22) 9 41 30.