Neue Perspektiven: Beim Schlosserlebnistag geht es um das deutsch-französische Verhältnis, so auch in Ettlingen. | Foto: Hora

Schlosserlebnistag

Frankreich und der Südwesten

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Frankreich bestimmt die Zutatenliste: „À la française“, also auf französische Art, würzen am Sonntag, 16. Juni, zahlreiche Schlösser und Burgen ihre Programme. Anlass ist der Schlosserlebnistag, der dieses Mal das Nachbarland und seinen jahrhundertelangen Einfluss auf die europäische Mode, Architektur und Kunst in den Mittelpunkt rückt.
Der Verein „Schlösser, Burgen, Gärten Baden-Württemberg“ animiert seine Mitglieder zum neunten Mal, einen abwechslungsreichen Tag für Jung und Alt zu gestalten. Auch in der Region beteiligen sich Schlösser an der landesweiten Veranstaltung und laden bei teils freiem oder reduziertem Eintritt zu bunten Programmen ein. Ein Überblick.

Schloss Ettlingen

Der französische Hof war viele Jahre Vorbild, auch in puncto Körperpflege. Im Schloss Ettlingen gibt es daher eine Führung zu der barocken, aus Frankreich stammenden Gepflogenheit, Wasser zu meiden und zum Waschen stattdessen Puder sowie Parfüm zu verwenden. „À la française – die trockene Toilette“ beginnt um 15 Uhr und geht durch die aktuelle Sonderausstellung „Sauber? Kulturgeschichte des Badens“.
Zuvor stehen bereits zwei andere Führungen im Programm: Um 13.15 Uhr laden die Schlossfestspiele zu einem Blick hinter die Kulissen (Wiederholung um 17.15 Uhr). Und um 14 Uhr erhalten Besucher einen kurzen Einblick in die Geschichte des Schlosses. Ein weiterer Programmpunkt ist die öffentliche Probe von „Der Geheime Garten“ um 16 Uhr – das Stück wird bei den Schlossfestspielen aufgeführt.
Das Ettlinger Schloss öffnet am Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Weitere Infos sind unter Telefon (0 72 43) 10 11 61 sowie www.ettlingen.de erhältlich.

Schloss Favorite in Rastatt

Drei Führungen widmet das Rastatter Schloss Favorite am Sonntag der Wirkung Frankreichs auf die Nachbarn rechts des Rheins. Um 11 Uhr geht es um die höfische Gartenkunst. Parkanlagen mit geometrischen Szenerien galten im Barock als schick. Auch die badischen Adligen wollten Gärten wie die von Ludwig XIV. in Versailles. Überhaupt eiferte Markgräfin Sibylla Augusta dem französischen Sonnenkönig nach, als sie Favorite errichten ließ. Wie sehr im Detail, erfahren die Teilnehmer der Führung „Vis à vis“ um 14 Uhr.
Eine Stunde später, um 15 Uhr, plaudern zwei betagte Damen – die eine lebt in Rastatt, die andere in Paris – beim Gang durch das Schloss über Intrigen, Affären und die neuesten Moden, eben über „Pariser Schuh und badische Füß“.
Mit „Märchen und Liedern aus französischen Provinzen“ endet der Tag. Nana Avingarde und Susanna Rosea tragen diese ab 18 Uhr vor. Weitere Informationen und Anmeldung unter Telefon (0 62 21) 6 58 88 15.

Schloss Bruchsal

Der französischen Musik wendet sich das Schloss Bruchsal zu, genauer: das dort beheimatete Deutsche Musikautomaten-Museum. In der Ausstellung „Vive la musique méchanique“ („Es lebe die mechanische Musik“) lassen einige Musikautomaten von 11 bis 15 Uhr Klänge aus Frankreich ertönen. Organist Rudolf Peter spielt um 13 und 14 Uhr im Welte-Saal auf einer Philharmonie-Orgel französische Kompositionen. Und eine Kostümführung folgt um 14 Uhr den Spuren der „Musique“.
Gleichzeitig wendet sich das Schlossmuseum dem Nachbarland zu. „Immer wieder Frankreich“ heißt er bei der Sonderführung um 12 Uhr. Und um 15 Uhr geht es auf eine Reise „von Versailles nach ganz Europa“. Außerdem zeigt die Schlosstanzgruppe „Allegre“ historischer Tänze (13.30 und 16 Uhr).
Das bunte Programm, zu dem auch Kinderschminken gehört, dauert von 10 bis 17 Uhr. Den Abschluss des Schlosserlebnistages bildet ein Konzert. Das Wiener Glasharmonika Duo – dahinter verbergen sich Christa und Gerald Schönfeldinger – spielt um 18 Uhr im Kammermusiksaal zu Ehren von Marianne Kirchgessner. Zuvor, von 14 bis 17 Uhr, beschäftigt sich im Schönbornsaal ein Symposium mit der Bruchsaler Musikerin, die Ende des 18. Jahrhunderts lebte. Eine Teilnahme an einzelnen Vorträgen (jeweils 30 Minuten) ist möglich.
Weitere Details zum Programm gibt es unter Telefon (0 72 51) 74 26 61 und unter www.schloesser-und-gaerten.de.

Schloss Neuenbürg

Das Schloss Neuenbürg öffnet anlässlich des Erlebnistages von 12 bis 18 Uhr seine Pforten. Geplant ist ein Workshop, bei dem Kinder und Erwachsene aus Legosteinen einen Roboter bauen und ihn anschließend programmieren. Zudem lädt das Schloss zu jeder vollen Stunde zu einer Weinverkostung ein. Und auch die Ausstellungen, etwa zum „Phänomen Universum“, warten auf Besucher.
Infos unter Telefon (0 70 82) 79 28 60 und unter www.schloss-neuenbuerg.de.

Service

Eine Übersicht aller Teilnehmer am Schlosserlebnistag und deren Programme sind im Internet zu finden unter www.sbg-bawue.de/schlosserlebnistag.