Eines der offenen Denkmäler: Das Schießhaus Belvedere in Bruchsal. | Foto: pr

Tag des offenen Denkmals

Gebäude erzählen ihre Geschichte

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Wer kennt das nicht? Unzählige Male geht man an einem Haus vorbei, das ganz offensichtlich etwas Besonderes ist. Doch nie hat man einen Fuß über die Türschwelle gesetzt, und über seine Geschichte weiß man nichts. Diesen Sonntag bietet sich die Gelegenheit, das zu ändern. Bundesweit stehen die Pforten von rund 8 000 historischen Bauten und Stätten weit offen. Und dies sogar von Gebäuden, die für Besucher sonst nicht zugänglich sind. Anlass ist der „Tag des offenen Denkmals“.

Der Südwesten beteiligt sich rege an der Aktion. Allein in Karlsruhe gibt es 62 Angebote. Eine kleine Auswahl aus dem dicken Programm:

Karlsruhe

Wer wissen will, was sich hinter den Mauern des letzten erhaltenen Stadttors von Karlsruhe verbirgt, sollte nach Durlach fahren. Die Jörg-von-Nördlingen-Ritterschaft schließt den Basler-Tor-Turm ausnahmsweise auf (11 bis 17 Uhr). Das Bauwerk stammt aus dem 18. Jahrhundert. In derselben Zeit wurde auch das Fachwerkhaus in der Durlacher Zunftstraße 20 errichtet, das ebenso nur diesem Sonntag Besucher empfängt (10 bis 16 Uhr).

Verschiedene Führungen machen außerdem Lust aufs Entdecken. In Häuser der Dammerstocksiedlung geht es um 15 Uhr (Treffpunkt: Infopavillon zur Siedlung) und 17 Uhr (Treffpunkt: Nürnberger Straße 5), zu den Grünwinkler Industriebauten bei einer kurzen Fahrradtour um 14 Uhr (Treffpunkt: Durmersheimer Straße/Sinner), zum Wasserturm in der Südweststadt sowie zum Areal des Badischen Frauenvereins um 17.45 Uhr (Treffpunkt: Gartenstraße/Ecke Otto-Sachs-Straße).

Kreis Karlsruhe

Eine schöne Aussicht können diejenigen genießen, die den Bruchsaler Stadtgarten besuchen (13 bis 18 Uhr). Das barocke Schießhaus heißt schließlich nicht ohne Grund Belvedere. Den Blick vom Dach des Gebäudes aus schätzten schon die Fürstbischöfe.

Zwei weitere Beispiele aus dem Bruchsaler Programm: Im Stadtteil Büchenau beginnt um 11 Uhr eine Führung durch das Alte Schulhaus, das Ende des 19. Jahrhunderts als Musterhaus galt. In einen Gewölbekeller hinab steigen die Teilnehmer der Tour durch das historische Heidelsheim (Treffpunkt: 15 Uhr, Brunnen am Marktplatz).

In Stutensee-Blankenloch gibt das Kerns-Max-Haus Einblick in seine Historie (11 bis 17 Uhr). Das Fachwerkgebäude gehört seit 1603 zu dem Ort.

In Ettlingen werden unterdessen Fragen zur Badekultur der Antike beantwortet. Unter der Martinskirche verstecken sich die Überreste eines römischen Badehauses (14 bis 17 Uhr).

Pforzheim

Einen Blick in die sonst verschlossene Evangelische Kirche Würm können Interessierte in Pforzheim werfen (16 bis 18 Uhr). Das Gotteshaus wurde 1516 erbaut, 1945 durch eine Granate beschädigt und 1965 neu gestaltet.

Fakten zur Architektur von Fabrikgebäuden erfahren diejenigen, die das Kollmar- und Jourdan-Haus ansteuern (10 bis 17 Uhr) und sich einer Führung (14, 14.45 und 15.30 Uhr) anschließen. Der vierflügelige Bau wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in der Bleichstraße 81 in Pforzheim errichtet.

Enzkreis

Außer der Reihe ist in Neuenbürg die Heilig-Kreuz-Kirche geöffnet (10 bis 16 Uhr). Das katholische Gotteshaus gilt wegen seines integrierten Turms als architektonische Besonderheit.

In Remchingen-Wilferdinden lädt die ehemalige protestantische Kirche zum Gucken (14 bis 19 Uhr) ein. Der frühklassizistische Bau wird heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Kreis Rastatt

Die Urenkelin des Industriepioniers Theodor Bergmann erzählt in Gaggenau von ihrer Familie (12 bis 15 Uhr). Auf dem Waldfriedhof der Stadt befindet sich das Mausoleum ihrer Vorfahren, das mit Jugendstilmotiven verziert ist.

In Gernsbach kann sich über die zwei Zehntscheuern in der Amtsstraße 7 bis 9 schlau gemacht werden (12 bis 18 Uhr). Der Fokus liegt auf dem Thema Restaurierung.

Für eine Stunde (11 bis 12 Uhr) lüftet die Historische Bibliothek von Rastatt ihre Geheimnisse. In den Räumen im Ludwig-Wilhelm-Gymnasium lagern mittelalterliche Handschriften und wertvolle Drucke.

Baden-Baden

Orte des Wassers stehen in Baden-Baden im Mittelpunkt. Zum Beispiel der Park „Wasserkunst Paradies“, der 1925 im Stil eines italienischen Gartens angelegt wurde. Eine Führung (11 Uhr) lässt Besucher das Wie und Warum seiner Entstehung verstehen.

Das Grundwasserwerk Sandweier und das Wasserreservoir Friedrichshöhe sind das Ziel einer Rundfahrt. Ein Oldtimerbus bringt die Teilnehmer zu den zwei Denkmälern (10 und 14 Uhr, Anmeldung unter Telefon (0 72 21) 93 24 50).

Ortenaukreis

Das Heiz- und Maschinenhaus in Achern öffnet seine Türen für drei Führungen (14, 15, 16 Uhr). Der Jugendstil prägte das Gebäude in der Illenauer Allee 63.

In Seebach unternimmt das Bergwerk Silbergründle eine Reise unter die Erde (11 bis 17 Uhr). In der Gemeinde wurde bis 1770 Bleierz abgebaut.

Service

Das Programm mit allen Veranstaltungen am Aktionstag steht im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.