Sperlingskäuze gehören zu den Bewohnern des Nationalparks Schwarzwald. | Foto: Nationalpark Schwarzwald

Wildnistrekking und Waldbaden

Nationalpark Schwarzwald: So sieht das Programm für 2020 aus

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Wanderungen mit Rangern, Wildnistrekking in Gebärdensprache, Waldbaden: Der Nationalpark Schwarzwald organisiert in diesen Jahr zahlreiche Veranstaltungen, um seinen Besuchern die Natur des Mittelgebirges nahe zu bringen.

Sperlingskäuze sind scheu. Die Vögel im Schwarzwald zu sehen braucht Glück. Oder eben ein geschultes Auge und Insider-Wissen. Somit haben diejenigen, die mit einem Experten im Nationalpark unterwegs sind, eine weit größere Chance, die kleinste Eule Mitteleuropas zu Gesicht zu bekommen. Das gilt auch für andere Tiere, sei es nun Hirsch, Auerhahn oder Fuchs.

Der Nationalpark Schwarzwald bietet daher seinen Besuchern an, die Natur des Mittelgebirges gemeinsam mit Fachleuten kennenzulernen. Jeden Monat gibt es neben Vorträgen verschiedene Führungen durch das Schutzgebiet. Derzeit allerdings höchstens zweimal pro Woche, dieses Wochenende etwa besteht nur am Samstag die Möglichkeit, die „Winterwildnis“ zu entdecken. Im Sommerhalbjahr jedoch ist das Programm prall gefüllt.

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Wer sich den Rangern, Wildnispädagogen oder Wissenschaftlern anschließt, sollte einigermaßen gut zu Fuß sein. Denn bei den meisten Führungen handelt es sich um Spaziergänge oder Wanderungen. Ihr Schwierigkeitsgrad ist unterschiedlich, reicht von sehr leichten Touren mit geringer Höhendifferenz bis hin zu schweren Wanderungen, bei denen es steil hoch und runter geht.

Doch das heißt keinesfalls, dass Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Flora und Fauna nicht erleben können. Zum Programm gehören barrierefreie Veranstaltungen. Und auch Sehbehinderte und Gehörlose berücksichtigt der Park bei seinem Angebot.

Die Treffpunkte für die Ausflüge variieren. Die Touren erschließen verschiedene Gebiete des rund 10.000 Hektar großen, in zwei Teile gesplitteten Schutzgebiets zwischen Baden-Baden und Freudenstadt. Einige Beispiele aus dem neuen Programm:

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Ranger führen durch den Park

Rund 40 Ranger arbeiten im Nationalpark, die meisten von ihnen ehrenamtlich. Sie geben Besuchern Einblick in ihr Tun und erklären bei Wanderungen, was es mit dem Schutzgebiet auf sich hat. Ziele sind dabei etwa der Wilde See in der Nähe des Nationalparkzentrums Ruhestein (am 24. Mai, 14. Juni, 5. und 26 Juli, 16. August, 6. und 27. September und 18. Oktober) und die Allerheiligen-Wasserfälle (23. Mai, 27. Juni, 25. Juli, 22. August und 26. September).

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Ranger wie diese Parkmitarbeiterin erklären das Zusammenspiel in der Natur. | Foto: Nationalpark Schwarzwald

Thema Klimawandel

Vergangenes und Aktuelles sind ebenso Thema. So erfahren die Teilnehmer der Drei-Schanzen-Tour, wie Befestigungsanlagen und Truppendurchmärsche das Gebiet rund 400 Jahre lang geprägt haben. Die Tour führt am 5. Juli durch den Süden des Areals.

Der Klimawandel beschäftigt natürlich auch den Nationalpark. Was bedeutet er für die hiesige Natur? Wie sollten Forst und Naturschutz darauf reagieren? Mögliche Antworten erhalten die Teilnehmer einer Wanderung im Rotmurgtal (11. Juli und 30. August).

Achtsamkeit und Waldbaden

Der Nationalpark greift auch gesellschaftliche Trends auf. Um Achtsamkeit, also darum, den Moment zu achten, geht es bei zwei meditativen Wanderungen: am 7. Juni im Tonbachtal sowie am 8. Juli beim Nationalparkzentrum Ruhestein. Bei der Juni-Tour animiert eine Klangschalen-Therapeutin dazu, in der Stille Tönen zu lauschen. Im Juli zeigt eine Landschaftstherapeutin, wie das Meditieren in der Natur dabei hilft, die Hektik des Alltags zu vergessen.

Bäume als Helfer beim Stressabbau – auch das sogenannte Waldbaden soll sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Am 3. Juli bietet sich die Gelegenheit, die aus Japan stammende Methode im Wald beim Nationalparkzentrum Ruhestein auszuprobieren.

Nachts im Wald

Was tut sich nachts im Wald? Mit den „Geistern der Dunkelheit“ machen diejenigen Bekanntschaft, die am 3. Juli zu später Stunde beim Schliffkopf mit Taschenlampe losziehen. Sie lernen nachtaktive Insekten kennen.

Etwas früher, dann, „wenn die Nacht beginnt“, wird am Mummelsee nach Eulen, Füchsen und Fledermäusen Ausschau gehalten (16. Mai, 27. Juni und 11. Juli). Die Wanderung richtet sich an Familien mit Kindern.

Mehrere Tage unterwegs

Die komplette Nacht in der Natur verbringen die Teilnehmer mehrtägiger Touren. Sie schlafen unter dem Sternenhimmel – etwa bei „Grenzgänge für Männer“ (6. Mai), dem Wildnistrekking in Gebärdensprache (24. Juli) oder der Familienwanderung (29. August).

Der Nationalpark Schwarzwald stellt seine Veranstaltungen im Internet unter www.nationalpark-schwarzwald.de vor. Interessierte können sich dort auch zu den – meist kostenlosen – Touren anmelden. Zudem ist der Veranstaltungskalender als pdf hinterlegt. Infos gibt es auch unter Telefon (0 74 49) 92 99 80.