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Kommentar

Motorradfahrer haben noch eine Chance verdient

Motorradfahrer und Anwohner streiten sich seit Jahren. Die Lösung für den Lärm an beliebten Ausflugsstrecken sollte erst einmal keine technische, sondern eine menschliche sein.

Motorradfahrer stehen auf fetten Sound, Anwohner auf Ruhe. Mit einer Dezibel-Beschränkung oder Fahrverboten könnte nun der Lärm gemindert werden. Foto: Rake Hora

Der Lärm an manchen beliebten Ausflugsstrecken auch in der Region ist inakzeptabel. Anwohner müssen ihn dauerhaft aushalten, Lärm kann krank machen, für Ausflügler ist es zumindest ein kurzzeitiges unangenehmes Ereignis. Wer mit seinem Fahrzeug durch Ortschaften röhrt, fällt nicht selten auch durch eine riskante Fahrweise auf.

Das Problem rund um populäre Ausflugsziele ist nicht neu: Ob ein Lamborghini oder eine Harley – wer im Regal weit oben zugreift, möchte das auch zeigen. Um sicherzugehen, dass kein Anwohner oder Tourist das Fahrzeug übersieht, gehört ein entsprechender Sound dazu, bei Bedarf auch knallende Fehlzündungen.

Der Geltungsdrang ist ein Problem, ja. Doch wo liegt der Ursprung? Motorradfahrer kaufen sich Maschinen, die teils mehrere zehntausend Euro kosten. Die haben ihre PS, ihre Dezibel, ihre Geschwindigkeit – offiziell produziert vom Hersteller. Der darf so produzieren, weil es so zugelassen ist. Hier müsste also die Politik reagieren, Bund und EU. Eine Dezibel-Beschränkung wäre rechtlich durchaus machbar. Fahrverbote hingegen sind – erst einmal – nicht sinnvoll.

Anwohner müssen überhöhte Drehzahlen nicht akzeptieren

Touristische Gegenden leben vom Zulauf, auch von Motorradfahrern. Es geht um Geschäfte, Dienstleister, die Wirtschaftskraft ganzer Regionen. Das wissen die Anwohner. Dennoch müssen sie nicht akzeptieren, wenn Fahrer mit übermäßig hoher Drehzahl durch ihre Orte rasen.

Bei allen Emotionen und Diskussionen: Der erste Lösungsansatz ist kein technischer, sondern ein menschlicher.

Wochenenden wie das vergangene an beliebten Strecken der Region – Schwarzenbachtal und Sasbachwalden – zeigen, dass es auch anders geht. Dicht auffahrende Motorradfahrer? Röhrende Motoren? Riskante Manöver? Fehlanzeige.

Dass bislang auffällige Fahrer gänzlich fern blieben, ist unwahrscheinlich. Es sieht eher so aus, als wüssten die riskant fahrenden Akteure nun, dass es um alles, um ein Fahrverbot, geht. Das Gefühl könnte durch mehr Polizeikontrollen und Lärmdisplays verstärkt werden. Diese Motorradfahrer können durchaus so fahren, dass sie Anwohner und Ausflügler nicht stören oder Verkehrsteilnehmer gefährden. Sie haben eine letzte Chance verdient – ohne Fahrverbote.

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