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1.170 Dosen stehen vorerst bereit

88 Jahre alter Rentner erhält im Impfzentrum Baden-Baden den ersten Piks

Hans-Joachim Lehmann nimmt’s fast mit Humor. Der Senior hat den ersten Impftermin ergattert. Die Impfaktionen sind für die Verantwortlichen eine logistische Herausforderung. Wie funktioniert das Ganze?

Kurzer Stich: Fatma Consolino verpasst Hans-Joachim Lehmann den Covid-19-Schutz. Der Rentner ist beim Start des Impfzentrums als Erster an der Reihe. Foto: Michael Rudolphi

Hans-Joachim Lehmann ist der Erste bei den angemeldeten Impfberechtigten: Gegen 14 Uhr am Freitagnachmittag verpasst die Medizinische Fachangestellte Fatma Consolino dem 88-Jährigen im Kurhaus Baden-Baden die erste Spritze, um ihn gegen eine Corona-Infektion zu schützen.

Der Rentner, der aus Berlin stammt, aber seit mehr als 30 Jahren in der Bäderstadt lebt, nimmt die ganze Prozedur ziemlich gelassen und mit Humor.

„Ich freue mich schon auf die zweite Impfung, wenn ich dann den kompletten Schutz habe“, verrät er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Hans-Joachim Lehmann und seine 81 Jahre alte Frau Helga haben Glück. Im Unterschied zu vielen anderen Betroffenen, die keinen der noch raren Termine ergattert haben, kommt das Ehepaar ziemlich schnell zum Zug. Wobei die Seniorin und der Senior sich nicht selbst darum gekümmert haben, wie sie freimütig einräumen.

Tochter kümmert sich um Impftermin

Das hat ihre Tochter, die in Bayern lebt, im Internet für die Eltern übernommen. „Sie hat das am Montag ganz früh morgens gemacht“, erzählt Hans-Joachim Lehmann. „Sie hat uns dann angerufen und gesagt, dass wir direkt am Freitag zum Start einen Termin haben.“

Nach ihrer Impfung bleiben die Lehmanns noch etwa 15 Minuten unter Beobachtung in der Wartezone sitzen – falls es Probleme geben sollte. Das ist bei Hans-Joachim Lehmann allerdings nicht der Fall. Er fühle sich pudelwohl, nicht mal die Einstichstelle auf der Haut schmerze. „Ich habe Impfungen schon immer gut vertragen“, betont der Rentner.

Ingo Wiedenlübbert, der im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung die Impfaktionen aus medizinischer Sicht koordiniert, bestätigt, dass Lehmanns Erfahrung auch für die anderen Geimpften gelte: „Bisher gab es keine negativen Rückmeldungen.“

Klinikpersonal erhält ebenfalls Impfungen

Bevor die angemeldeten Impfberechtigten an der Reihe sind, haben bereits etwa 40 Beschäftigte des Klinikums Mittelbaden ihren Schutz erhalten. „Das ist Personal, das auf der Corona- und Intensivstation sowie in der Zentralen Notaufnahme arbeitet“, informiert Jürgen Jung, der Verwaltungsleiter des Impfzentrums. Am Tag darauf stehen dann weitere 40 Klinik-Beschäftigte zur Impfung an.

Der Start des Impfzentrums sei reibungslos verlaufen, versichert Jung. Die Vorbereitungen haben bereits am frühen Morgen begonnen. Schließlich muss das Personal die Impfdosen aus einem Berg von Trockeneis holen, um sie über mehrere Stunden hinweg auftauen zu lassen. „Wir haben noch keinen Kühlschrank, um den Impfstoff bei mehr als minus 70 Grad zu lagern“, verrät der Verwaltungsleiter. Er hofft, ein solches Gerät in den nächsten Wochen zu bekommen.

Wartezone: Nach der Impfung bleiben die Menschen etwa 15 Minuten unter Beobachtung, falls Komplikationen auftreten sollten. Foto: Michael Rudolphi

Etwa 30 Menschen sind in der ersten Freitagsschicht im Einsatz. Jung freut sich, dass drei IT-Experten aus dem Rathaus an den ersten beiden Öffnungstagen im Dienst sind. „Die Systeme sind ja für alle neu“, berichtet er. Es sei deshalb gut, bei Problemen schnell auch qualifizierte Hilfe zurückgreifen zu können. Der Verwaltungsleiter geht davon aus, dass sich die Abläufe in den kommenden Wochen einspielen werden: „Wir sammeln ja laufend Erfahrungen.“

Baden-Baden stehen zunächst 1.170 Impfdosen zur Verfügung. Jung zufolge wird das medizinische Personal die komplette Charge impfen, weil das Land zugesagt habe, die für den zweiten Impftermin benötigte Menge zurückzuhalten. Anmeldetermine über die Hotline 116117 oder www.116117.de werde es aber erst dann wieder geben, wenn weiterer Impfstoff bereitstehe.

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