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Prozess um Missbrauch bei Baden-Badener Pfadfindern

Angeklagter war wegen pädophiler Neigungen bekannt - und trotzdem in der Jugendarbeit aktiv

Dieter K. ist in Baden-Baden kein Unbekannter. Trotz seiner pädophilen Neigungen war der Angeklagte im jetzigen Vergewaltigungsprozess in vielen verschiedenen Vereinen aktiv. Auch lange nachdem er einen Strafbefehl wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen akzeptiert hatte.

Der Angeklagte Dieter K. hält sich im Prozess um eine Gruppenvergewaltigung vor Prozessbeginn einen Aktenordner vor sein Gesicht. Rechts sitzt sein Anwalt Andreas Kniep. Vor mehr als 30 Jahren soll sich der Angeklagte als Leiter einer Pfadfindergruppe der Gruppenvergewaltigung schuldig gemacht haben. Foto: Sönke Möhl dpa

In Baden-Baden ist es ein offenes Geheimnis. Die pädophilen Neigungen des ehemaligen Pfadfinderleiters Dieter K. waren offenbar sehr vielen Menschen schon seit sehr langer Zeit bekannt. Aber auch lange nachdem der heute 64-Jährige im Jahr 2000 einen Strafbefehl wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen erhalten hatte, blieb er dennoch bei verschiedenen Vereinen aktiv.

Vereinzelt soll er dabei sogar in der Jugendarbeit tätig gewesen sein. Aber die Spatzen pfiffen es von den Dächern. „Geh‘ bloß nicht mit dem Dieter duschen“, soll man sich unter Jugendfußballern gewarnt haben.

„Dass mit dem Dieter irgendwas war, das wusste jeder“, gab ein Zeuge am Dienstag, dem dritten Verhandlungstag im Vergewaltigungsprozess gegen Dieter K., zu Protokoll. „Wenn ich wusste, dass es gegen seinen Verein ging, habe ich meinen Kindern verboten, mitzuspielen“, berichtete ein heute 49-jähriger Familienvater. Als 17-Jähriger hatte er in den späten 80er Jahren selbst eine Pfadfindergruppe geleitet und war direkter Kollege des Angeklagten gewesen.

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