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Ansturm auf kostenlose Ausgabe

Lieferung kommt zu spät: Nur 200 statt 4.000 FFP2-Masken in Baden-Badener Apotheke

Bereits am Dienstagmorgen bildet sich eine lange Schlange in der Baden-Badener Innenstadt. Die Wartenden möchten ihre kostenlosen FFP2-Masken abholen. Dabei sind in den Apotheken kaum mehr welche vorhanden, oder wurden zu spät geliefert. Ein Apotheker hat eine Vermutung, woran das liegt.

Anstehen: Vor der alten Hofapotheke ist bereits am Morgen eine lange Schlange, dabei sind aktuell keine Masken vorhanden. Foto: Sidney-Marie Schiefer

In die Warteschlange vor der Alten Hofapotheke reihten sich bereits am Dienstagvormittag zahlreiche Baden-Badener ein. Dabei waren die begehrten FFP2-Masken bereits da vorübergehend vergeben.

„Wir haben rechtzeitig 4.000 Masken bestellt“, betont Anton Hummel. Der Leiter der Apotheke berichtet, dass diese jedoch nicht rechtzeitig geliefert wurden. Stattdessen hätten sie bei Ladenöffnung lediglich 200 Masken auf Vorrat gehabt.

Grund für den Ansturm war das Versprechen der Bundesregierung, dass Menschen mit einer chronischen Erkrankung und Bürger ab dem Alter von 60 Jahren drei kostenlose FFP2-Schutzmasken erhalten. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hatte für die Verteil-Aktion, die bis 31. Dezember andauert, den 15. Dezember als Starttermin gesetzt. Vorab hatten die einzelnen Läden Zeit, sich auf die hohe Nachfrage vorzubereiten.

Lieferungen kamen nicht rechtzeitig

Dass sie trotz guter Planung am Morgen ohne Nachschub dastanden, hat Hummel zufolge eher nichts mit Lieferengpässen zu tun. Der Apotheker vermutet stattdessen: „Viele Händler warten, bis die Preise wieder hochgehen.“

Diese Handhabe habe er schon im Frühjahr beobachtet. „Wir bestellen Produkte für beispielsweise einen Euro und bei der Lieferung kosten sie das Vierfache“, erklärt Hummel. Damit die Kunden vor seinem Laden trotz allem nicht umsonst warten, habe er von einem Kollegen vorübergehend Nachschub organisiert.

Wesentlich geruhsamer verlief die Masken-Ausgabe in der Kreuz Apotheke. Dort ist die Warteschlange kurz. Wie in jeder Apotheke lassen die Verkäuferinnen die Kunden eine Selbstauskunft ausfüllen. Das dort eingetragene Alter können sie mit dem Ausweis überprüfen, die Angaben bezüglich chronischer Erkrankungen erfolgen auf Vertrauensbasis.

Viele Händler warten, bis die Preise wieder hochgehen.
Anton Hummel / Apotheker

„Wenige haben eine Bescheinigung vom Arzt“, sagt eine Apothekerin. Mit dem Zettel könne außerdem festgehalten werden, wer bereits kostenlose Masken erhalten hat. Dass die Leute in der nächsten Apotheke weitere Exemplare holen, sei jedoch nicht ausgeschlossen, denn die Daten würden nicht digital erfasst.

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