Skip to main content

Premiere am 26. November

Heißer Tanz unterm Sofa: „Anton - das Mäusemusical“ kommt in Baden-Baden auf die Bühne

Schwungvolles Theaterstück für Jung und Alt: Ein Mäusebrüdertrio sieht sein trautes Heim im Wohnzimmer der Familie Hoffmann durch einen Weihnachtswunsch in Gefahr.

Schon bei den Proben haben Regisseurin Mareike Zimmermann, Ausstatterin Claudia Weinhart und Choreograf Hakan T. Aslan jede Menge Spaß miteinander.
Schon bei den Proben haben Regisseurin Mareike Zimmermann, Ausstatterin Claudia Weinhart und Choreograf Hakan T. Aslan jede Menge Spaß. Foto: Cornelia Hecker-Stock

Als herrlich turbulentes Stück mit viel Klamauk, aber auch anrührenden Momenten verspricht „Anton – das Mäusemusical“ die Bretter des Theaters Baden-Baden zum Beben zu bringen. Bei dieser schwungvollen Weihnachtsgeschichte ist so richtig was los unter dem Sofa in der guten Stube der Familie Hoffmann.

Denn zwischen den dort schlummernden Wollmäusen hat sich ein waschechtes Mäusebrüdertrio samt einer Spinne eingenistet, die wunderbar miteinander klarkommen. Der sportliche älteste Bruder Franz trainiert die Jüngeren unermüdlich für einen möglichen Staubsaugerangriff. Willi, der Mittlere, findet Sport eher so naja, er ist deutlich mehr den lukullischen Seiten des Lebens zugewandt und mampft sich so durch sein Dasein.

Für Mäusetrio kündigt sich unliebsamer Besuch an

Der kleine Anton gilt derweil als Mäusewunderkind der Familie und spielt Violine wie im siebten Himmel. Zu ertragen ist sein Zwölfton-Gegeige aber eigentlich nur mit Petersilie in den Ohren. Die Mitbewohnerin der Brüder, das mehrbeinige Geschöpf mit dem illustren Namen Spinne, hat den perfekten Überblick. Sie kommt gut herum und entdeckt daher auch als Erste diese braunen Bröckelchen überall auf dem Boden. Juhu, es ist Kekszeit – und damit steht Weihnachten vor der Tür.

Doch die heile Welt unter dem Sofa gerät gewaltig aus den Fugen, als der Weihnachtswunsch des Kleinsten der Hoffmanns publik wird – eine Katze soll bei der Familie einziehen. Geht gar nicht, empfindet das Brüdertrio – und jetzt wird es richtig turbulent. Denn da hat sich auch noch Tante Lizzy aus Berlin bei den Hoffmanns angekündigt, die bloß nicht zugeben will, dass sie nur wegen der Kekse kommt. Deren Entstehungsprozess liebevoll begleitet wird, denn auch Kekse müssen schließlich reifen, bis sie gar sind und angeknabbert werden können – und komischerweise ist immer genau dann Weihnachten.

Ich fühle mich der Spinne verwandt, halte die Fäden in der Hand.
Mareike Zimmermann
Regisseurin

Mareike Zimmermann inszeniert das erste Mal für das Theater, hat aber hier schon im April 2019 Spuren hinterlassen mit der Kinderoper „Der Kleine und Otello“, einer Produktion des Festspielhauses im Theater. „Ich fühle mich der Spinne verwandt, halte die Fäden in der Hand. Da wird gesungen und getanzt. Technisch ist einiges los in diesem Mäuseuniversum. Es soll jedoch kein Knäuel bilden, sondern etwas hineingewebt werden“, umschreibt die Regisseurin den Prozess.

Als filmischen Vergleich zieht sie die Boulevardkomödie heran, es gibt aber auch im Theater viele Actionmöglichkeiten. Trotzdem ist da auch Familientradition: Der Kleinste nimmt von den Größeren etwas mit, wobei sich das Kräfteverhältnis mit zunehmender Erfahrung verschiebt. „Wir lassen die Mäuse tanzen“, lacht Choreograf Hakan T. Aslan, der neu in die Kurstadt gezogen ist. „Zwar nicht auf dem Tisch, aber unterm Sofa“.

Musik reicht von Swing über Jazz bis in die Moderne

Er kann ganz unterschiedliche Genres bedienen, im Musical schwelgen, Action liefern oder Comic füttern. „Diese Musik von Jan-Willem Fritsch ist ein Segen zum Choreografieren“, gerät Aslan ins Schwärmen. „Da sind Elemente von Old School, Swing, Jazz, aber auch Moderne, das groovt so richtig“. Höchstens eine kleine Mäusearmee als Flashmob würde er sich noch wünschen.

Das Stück kann alles aushalten
Claudia Weinhart
zuständig für Bühne und Kostüme

Claudia Weinhart, zuständig für Bühne und Kostüme, hat sich intensiv in die Musik eingehört und „große, bunte, lebendige Möglichkeiten“ erkannt – „das Stück kann alles aushalten“. Es sei eine Herausforderung gewesen, den Mäusemaßstab zu verdeutlichen, mit dem riesigen Sofa oder überdimensionalen Keksen. Zumal der mäusesichere Hort unter dem Sofa zwangsläufig für die Nahrungssuche verlassen werden muss. Die Zuschauer erleben das intensiv mit, werden ein wenig Teil des Wohnzimmers und seines Mäusespielplatzes.

Premiere von „Anton - das Mäusemusical“ am 26. November

Zimmermann hat das Mäusemusical aus der Feder von Gertrud und Thomas Pigor vor 15 Jahren schon einmal inszeniert und damals bereits gemerkt, dass das sehr gut funktioniere. Dramaturgin Birga Ipsen, die alljährlich „Berge von Kinderbüchern liest“, um ein passendes Stück zu finden, erkannte ebenfalls sofort das Potenzial.

Schon während der Proben haben die singenden und tanzenden Schauspieler jede Menge Spaß. „Sich nicht gegenseitig auf den langen Mäuseschwanz zu treten, lernt man nicht in der Schauspielschule“, sagt Zimmermann schmunzelnd. Das Musical hat am Sonntag, 26. November, um 15 Uhr Premiere im Theater.

nach oben Zurück zum Seitenanfang