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„Miss you“ prägt im März das Stadtbild

Ausstellung in Baden-Baden zeigt Fotografien von Künstlern aller Genres

Stars wie Schauspieler Lars Eidinger oder Rammstein-Keyboarder Christian Lorenz kann man im März in Baden-Baden begegnen – zumindest ihren Gesichtern. Die Foto-Ausstellung „Miss you“ will im Lockdown bekannte und unbekanntere Künstler sichtbar machen.

Publikum vermisst: Fotografien von Künstlern wie etwa Schauspieler Lars Eidinger prägen im März im März das Stadtbild der Bäderstadt. Foto: Ina Schoenenburg

Eine Fotografie-Ausstellung wird vom 2. bis 16. März das Stadtbild in Baden-Baden prägen. Unter dem Titel „Miss you“ sind eindrucksvolle Fotografien von Künstlern aller Kunstgenres zu sehen.

Darunter sind Stars wie Lars Eidinger, Katharina Thalbach, Anne Imhof, Thomas Struth oder Rammstein-Keyboarder Christian Lorenz alias Flake, aber auch unbekanntere Künstler aus der freien Szene, vom Jazz-Musiker über die Puppenspielerin bis hin zum DJ.

Die Ausstellung läuft zeitgleich in Hamburg und Berlin. Federführend verantwortlich für das Projekt ist die Kuratorin und Wahl-Berlinerin Susanne Rockweiler, in den vergangenen Jahren unter anderem als stellvertretende Direktorin am Haus der Kunst in München und am Martin-Gropius-Bau in Berlin tätig.

Dass sie die Bilder, fotografiert von Mitgliedern der Berliner Agentur Ostkreuz, auch in Baden-Baden ausstellt, ist kein Zufall: Die Baden-Württembergerin lebte ein Jahrzehnt lang in der Kurstadt, wie sie im Gespräch mit den BNN berichtet. Bis heute pflegt sie berufliche wie private Kontakte aus jener Zeit.

„Miss you“ soll im Lockdown unsichtbare Künstler sichtbar machen

„Miss you“, sagt Rockweiler, stehe in unmittelbarer Verbindung zur Corona-Pandemie. „Schon im ersten Lockdown hat es unendlich geschmerzt, dass die Künstler plötzlich unsichtbar geworden waren.“

Im Zuge des zweiten Lockdowns sei in ihr und ihrem Kollegen Jürgen Reiche daher der Gedanke gereift, eine Ausstellung inmitten der Stadt zu realisieren, „mit der alle Menschen in Berührung kommen“.

Wir möchten an die großartigen Künstler unseres Landes erinnern und ihnen sagen: Wir vermissen euch.
Susanne Rockweiler, Kuratorin

Denn: „Wir haben in Deutschland eine reiche Kulturszene. Sie ermöglichte uns bisher in wunderbarer Weise Begegnung, Dialog, Reibung und emotionale Berührung. Kunst und Kultur waren selbstverständlicher Teil unseres Lebens. Ich erachte Kultur als ‚Klebstoff‘ der Gesellschaft und in dem Sinne auch als systemrelevant.“

Nun aber seien Theater, Konzertsäle, Museen geschlossen. „Mit der bevorstehenden Ausstellung möchten wir an die großartigen Künstler unseres Landes erinnern und ihnen sagen: Wir vermissen euch und freuen uns auf ein Wiedersehen. Zugleich beinhalten die Fotos eine klare Aussage der Künstler selbst: Wir sind da!“

Die Bilder vermittelten eine gewisse Aufbruchsstimmung, die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Normalität. „Wenn ‚Kultur‘ wieder möglich ist, möchten wir die Fotos auch im Rahmen einer geschlossenen Ausstellung präsentieren, bei freiem Eintritt“, sagt Rockweiler.

Auch die Künstler bekamen ein Honorar

„Derzeit ist der öffentliche Raum unsere einzig mögliche Plattform. Diese hat durchaus auch Vorteile: Die Hemmschwelle, sich auf Kunst einzulassen, ist hier denkbar niedrig.“ Corona betreffe alle, „diese Ausstellung auch“.

Die Beauftragung der renommierten Ostkreuz-Fotografen sei dank der finanziellen Unterstützung des Projekts durch Partner wie die Plakatierungsfirma Wall, Siemens und die Klaus-Groth-Stiftung möglich geworden, informiert Jürgen Reiche. „Es war uns wichtig, dass die Aufnahmen wertvoll aussehen. Das gilt nicht nur für ihre künstlerische Qualität: Sie werden in den Städten in großen, schönen Rahmen gezeigt und abends im Stadtbild leuchten.“

Bezahlt wurde das Mitwirken am Projekt nicht nur den 18 teilnehmenden Fotografen, wie er unterstreicht: „Auch die 52 Künstler erhielten ein Honorar oder haben es an ihr Team weitergereicht.“

Jeder Fotograf hat eine eigene Handschrift.
Susanne Rockweiler, Kuratorin

Konzeption und Umsetzung von „Miss you“, resümiert Ausstellungsmacherin Rockweiler, hätten gezeigt, wie groß der Rückhalt für Kunst und Kultur in der Gesellschaft sei.

„Es entstand ein unglaubliches Netzwerk von Menschen, die die Idee gleich verstanden und uns geholfen haben.“ Sie selbst sei von den Bildern mehr als begeistert: „Wir hatten den Fotografen skizziert, was wir uns in etwa vorstellten, aber bei den Aufnahmen waren wir nicht dabei. Jeder Fotograf hat eine eigene Handschrift und jede Aufnahme etwas Besonderes: Die Bilder von ,Miss you’ öffnen das Herz.“

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