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Abstimmung mit Behörden läuft

Baden-Baden hält trotz steigender Covid-19-Infektionszahlen am Weihnachtsmarkt fest

Nur die Hälfte an Hütten, Online-Ticketverkauf und Einlasskontrollen: Dieses Konzept soll in der Corona-Pandemie den Budenzauber im Kurgarten der Bäderstadt möglich machen.

Stimmungsvolles Ambiente: Der Christkindelsmarkt soll auch in diesem Jahr die Besucher in den Kurgarten locken. Die Organisatoren sind überzeugt, mit ihrem Konzept die Corona-Auflagen zu erfüllen. Foto: Bernd Kamleitner

Die Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH (BBT) hält auch angesichts der von der Landesregierung ausgerufenen Corona-Alarmstufe Rot vorerst an ihren Plänen für den Christkindelsmarkt fest. „An unserem Vorgehen hat sich nichts geändert“, sagt BBT-Geschäftsführerin Nora Waggershauser vor dem Hintergrund rapide steigender Zahlen bei den Covid-19-Infektionen. „Wir sind dabei, die Verordnungen zu prüfen und uns mit den Behörden abzustimmen“, betont sie im Gespräch mit unserer Redaktion.

Noch vor dem Land hat das für Baden-Baden zuständige Gesundheitsamt des Landkreises Rastatt per Allgemeinverfügung die Reglementierungen verschärft. Da der Inzidenz-Wert, der die Zahl der Covid-19-Infektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche widerspiegelt, schon vor Tagen die kritische 50er-Marke überschritten hat, gilt inzwischen eine allgemeine Maskenpflicht auf Märkten und eine Höchstteilnehmerzahl bei privaten Feiern.

Das Gesundheitsamt verschärft die Corona-Regeln

„Wir beobachten das Infektionsgeschehen sehr genau“, bekräftigt die BBT-Geschäftsführerin. Die Organisatoren könnten angesichts der aktuellen Entwicklung bei der Corona-Pandemie jedoch nicht einen Tag hü und den nächsten Tag hott sagen. „Wir müssen da besonnen bleiben“, betont die Kur- und Tourismus-Chefin. Deshalb wolle sie möglichst das bereits ausgearbeitete Konzept für den Hüttenzauber vor dem Kurhaus und zwischen den Kolonnaden umsetzen.

Inzwischen gibt es aus der Kommunalpolitik kritische Stimmen. Die Grünen im Gemeinderat äußern zwar Verständnis für den Wunsch, den weihnachtlichen Markt auszurichten, haben jedoch Bedenken angesichts weiter steigender Infektionszahlen. „Es wäre fatal, wenn Baden-Baden im Zuge des Marktes zum Corona-Hotspot werden würde, denn dieses Negativ-Image würde der Stadt, der hiesigen Hotellerie, Gastronomie und dem Einzelhandel längerfristig schaden“, betont die Grünen-Fraktionsvorsitzende Sabine Iding-Dihlmann in einer Mitteilung.

Sie kritisiert weiter, dass der Gemeinderat in eine Entscheidung zum Christkindelsmarkt nicht eingebunden gewesen sei. Für die Grünen ist der Markt nur denkbar, wenn das Sicherheitskonzept ausschließe, dass es auf dem Gelände und außerhalb zu „unnötigen und nicht beherrschbaren Menschenansammlungen“ komme. Sie regen zudem, Tickets online zu verkaufen und bestimmte Zeitfenster für die Besucher einzurichten.

Statt der sonst üblichen 130 sind nur etwa 70 Hütten vorgesehen

Nora Waggershauser weist darauf hin, dass das Konzept für das Wintermärchen an der Oos, das vom 26. November bis einschließlich 6. Januar vorgesehen ist, strenge Corona-Schutz- und Hygienevorgaben berücksichtige. Statt der sonst üblichen 130 wird es nur rund die Hälfte der Hütten geben. Zudem wird der Christkindelsmarkt zum ersten Mal Eintritt kosten. In den fünf Euro pro Person und Besuch ist ein Gutschein von 3,50 Euro enthalten, der sich für Essen und Getränke sowie für Waren einlösen lässt. Die restlichen 1,50 Euro dienen dazu, die Einlasskontrolle zu finanzieren.

Die Tickets lassen sich online für einen Wunschtag buchen. Sie sind personalisiert, um die Nachverfolgung zu garantieren. Es ist geplant, die Kontaktdaten mit der Ticketbuchung zu erfassen, sodass die Registrierung an den Gastronomie-Ständen entfällt. Zudem garantiere das kontaktlose Scannen der Tickets am Eingang, dass sich nur die erlaubte Höchstzahl an Menschen auf dem Markt aufhält. Die BBT empfiehlt eine Vorab-Buchung, es bestehe aber auch die Möglichkeit, im Kurgarten Tickets inklusive Registrierung zu kaufen.

Der Ausschank von Glühwein ist erlaubt

Das Konzept sieht den Ausschank von Glühwein beziehungsweise Alkohol vor. Andere Städte haben bereits angekündigt, den Glühwein-Konsum zu verbieten. „In Baden-Baden gab es in den vergangenen Jahren nie Probleme mit unkontrolliertem Alkohol-Konsum“, begründet Waggershauser die Entscheidung, Glühwein und Alkohol auszuschenken. Die BBT behalte sich jedoch vor, den Ausschank zu stoppen, sollten die Corona-Verordnungen dies vorschreiben.

Die Tourismus-Chefin hofft, dass die Infektionszahlen bis Ende November wieder sinken werden, um den Christkindelsmarkt eröffnen zu können.

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