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Touristiker in sozialen Netzwerken

Baden-Baden wirbt um Gäste für den ersten Urlaub nach der Corona-Krise

Viele träumen von Urlaub. Wann er wieder möglich ist, ist offen. Die Bäderstadt empfiehlt sich derweil schon einmal als „toller Ort für den ersten Urlaub nach der Corona-Krise“.

Sind zum Ladenhüter geworden: Postkarten mit Grüßen aus Baden-Baden. Foto: Bernd Kamleitner

Wann kommen wieder Touristen nach Baden-Baden? Eigentlich müsste die Frage konkreter lauten: Wann dürfen sie wieder kommen? Eine verbindliche Antwort kann derzeit niemand geben.

Sicher ist dagegen: Die Corona-Pandemie hat die Touristenstadt an der Oos schwer getroffen. Hinter den Kulissen laufen unterdessen Vorbereitungen für neue Werbekampagnen. „Ich muss mit Gästen im Dialog bleiben“, betont Tourismuschefin Nora Waggershauser die Bedeutung der Imagepflege für „Deutschlands kleinste Weltstadt“.

Die ausbleibenden internationalen Gäste bescheren den Branchen, die sich in Baden-Baden ein Stück vom großen Tourismuskuchen abschneiden, millionenschwere Einnahmeausfälle.

Im vergangenen Jahr gingen die Übernachtungszahlen um gut 50 Prozent zurück. Statt einem neuen Rekord standen unter dem Strich nur noch 563.013 Übernachtungen. Das hat die Touristenstadt an der Oos auf den Stand vor gut drei Jahrzehnten zurückgeworfen.

Kombi von Stadt- und Schwarzwaldurlaub

Dabei ist Baden-Baden im Sommer, als der Lockdown aufgehoben war, glimpflicher davon gekommen als Destinationen, die nur auf Städtetourismus setzen können. „In Baden-Baden gibt es die perfekte Kombination von Stadt- und Schwarzwald-Urlaub“, hebt die Leiterin der Kur und Tourismus GmbH (BBT) hervor. Naturnahe Unterkünfte seien in diesem Zeitraum gefragt gewesen.

Die internationalen Gäste kamen aus den so genannten Anrainermärkten: Schweiz, Frankreich und Italien, leichte Zuwächse gab es sogar bei Besuchern aus Dänemark und Belgien.

Vor einer Veranstaltung stehen Gäste im Foyer des Kurhauses in Baden-Baden. Wann so etwas wieder möglich sein wird, ist noch unklar. Foto: Bernd Kamleitner

Eine Kampagne „Goldener Herbst“ hat dann jedoch mit dem zweiten Lockdown im November ein jähes Ende gefunden. Ein kleiner Trost ist aber geblieben: „Die Natur hat uns in der Zeit sehr belohnt. Wir können sehr viele Bilder für künftige Werbung nutzen.“

Kommunikation erfolgt über das Internet

Stillstand bei der Werbung kann sich die Bäderstadt nicht erlauben. Die Kommunikation mit potenziellen Gästen findet vorwiegend in den sozialen Netzwerken statt. „Wir tun das viel stärker als sonst“, berichtet Waggershauser. Positiver Effekt: „Unsere Reichweite ist insgesamt stark gestiegen.“ Mit digitalen Meetings und virtuellen Workshops sind die örtlichen Touristiker derweil „weltweit unterwegs“. Die Botschaft aus Mittelbaden: „Baden-Baden ist ein toller Ort für den ersten Urlaub nach der Corona-Krise“.

Wir leben nicht von der Masse, sondern von der Klasse
Nora Waggershauser, Tourismuschefin

Nach wie vor hat die Bäderstadt beim Neustart vornehmlich Gäste im Visier, die eine hohe Wertschätzung generieren. „Wir leben nicht von der Masse, sondern von der Klasse“, sagt Waggershauser. Deshalb sollen anspruchsvolle Genießer angesprochen werden, die sich in Baden-Baden verwöhnen lassen wollen.

Gemeint sind etwa Paare, Jubilare, die ein festliches Ereignis nachholen wollen, oder kleine Gruppen – alle mit einem klaren Vorsatz für den Urlaub: Sich was gutes tun!

Daneben gibt es Touristen, die neben dem Naturerlebnis auch die Vorzüge der Stadt schätzen. Für diese Gäste kann die Bäderstadt mit dem angrenzenden Schwarzwald und dem dort ausgewiesenen Nationalpark zwischen Baden-Baden und Freudenstadt Pluspunkte bieten.

Jahresmotto der Tourismuszentrale passt perfekt zu Baden-Baden

Auch den weltweiten Markt haben die Touristiker weiter im Blick: über eine Werbekampagne der Deutschen Zentrale für Tourismus. Deren Jahres-Motto „German. Spa. Tradition.“ passt perfekt zu Baden-Baden.

Wann diese Kampagne aber für die Stadt Früchte tragen wird, ist im Moment nicht absehbar. „Wir werden uns in Geduld üben müssen“, schätzt Waggershauser. Sofern wieder Gäste anreisen können, werden es vermutlich zunächst Touristen aus den Nachbarländern sein.

Vor Corona waren die Straßen in der Bäderstadt stets beliebter Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Foto: Bernd Kamleitner

Noch geht Waggershauser davon aus, dass es im Sommer in der Stadt einige Open-Air-Veranstaltungen geben wird. „So viel wie geht, so sicher wie möglich stattfinden lassen“, lautet das Motto.

Denn: „Wenn wir Erlebnisse bieten wollen, müssen wir welche schaffen.“ Noch weiß aber kein Veranstalter, was wie möglich sein wird. „Wir sind dran, müssen aber immer einen Plan B oder C haben“, erläutert die Tourismuschefin die Vorbereitungen mit Blick auf Hygienekonzepte oder Beschränkungen bei der Besucherzahl.

Waggershauser hofft auf Variante für Oldtimer-Meeting

So hofft sie etwa, eine Variante zur Realisierung des traditionellen Oldtimer-Meetings zu finden. Fest eingeplant ist bereits die Aktion „kunst findet stadt“ . Vom 31. Juli bis 5. September wird der dänische Bildhauer Jeppe Hein Werke im Ambiente des Kurgartens präsentieren.

Der in Berlin lebende Künstler stellte in der Vergangenheit schon im Central Park und im Hauptquartier der Vereinen Nationen (UN) in New York aus.

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