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Zahl der Impfungen geht zurück

Baden-Badener Kreisimpfzentrum zieht in die Bel Etage des Kurhauses

Deutschlands schönstes Impfzentrum wird noch schöner: Künftig impfen die Teams in Baden-Baden in den Prunkräumen des historischen Gebäudes. Welche Folgen hat das für die Impfwilligen?

Historisches Ambiente: Das Impfzentrum ist künftig in noch schöneren Räumen als bisher untergebracht. Foto: Michael Rudolphi

Christine Daul gerät mächtig ins Schwärmen: „Dieser Warteraum ist so klasse. Eigentlich müssten die Impflinge hier Eintritt bezahlen.“ Die stellvertretende Medizinische Leiterin des Kreisimpfzentrums (KIZ) im Kurhaus Baden-Baden zeigt auf den mächtigen Kronleuchter, der von der Decke hängt. Die Tapeten an den Wänden sind mit Pflanzen- sowie Vogelmotiven bedruckt, die Stühle mit edlem rotem Stoff bezogen.

Wer sich künftig im Kurhaus impfen lässt, bewegt sich in historischen Prunkräumen – im Damen- und Herrenzimmer, Spiegelsaal und Empfangszimmer. Grund: Das KIZ hat den Bénazet-Saal und andere große Räume im Obergeschoss aufgegeben und nutzt jetzt nur noch die deutlich kleinere sogenannte Bel Etage.

„Wir haben aus dem Umzug ein weiteres Highlight gemacht“, betont KIZ-Verwaltungsleiter Jürgen Jung. Sein Team habe bislang bereits im schönsten Impfzentrum Deutschlands arbeiten dürfen. Die Bel Etage sei nun das I-Tüpfelchen auf dem Ganzen. „Vielleicht schafft das Anreize für den Einen oder Anderen, sich noch impfen zu lassen“, hofft Jung.

Der Bénazet-Saal wird wieder für Veranstaltungen frei

Die sinkenden Zahlen bei den Impfwilligen ist einer der Gründe, warum das Impfzentrum nicht mehr so viel Platz benötigt. „Wir können dennoch die gleiche Kapazität wie in den vergangenen Wochen abwickeln“, bekräftigt der Verwaltungsleiter. Sollte der Bedarf steigen, etwa weil viele Menschen nicht bereit seien, PCR-Tests zu bezahlen, könne das Team flexibel reagieren und aufstocken.

Prunkvoll: Christine Daul zeigt den prächtig gestalteten Raum, in dem die Geimpften nach der Spritze kurz warten müssen. Foto: Michael Rudolphi

Zudem stehen im Bénazet-Saal in den kommenden Wochen etwa während der Galopprennen in Iffezheim und des New Pop Festivals größere Veranstaltungen an. „Es war unser Wunsch, dass diese Räume wieder zur Verfügung stehen“, sagt Kurhaus-Sprecherin Silke Michel.

Nach Ansicht von Matthias Götz, dem Leiter des städtischen Fachgebiets Informationstechnik und Digitalisierung, wäre es zudem sehr aufwendig gewesen, die technische Ausstattung und das Lager für die Impfstoffe in ein anderes Gebäude zu bringen.

Der Umzug in die Bel Etage ist bereits vollzogen. Es gab an einem Tag auch schon einen ersten Testbetrieb. „Dafür hatten 110 Impfwillige Termine gebucht. 70 sind aber nicht gekommen“, berichtet Jung. Im Gegenzug seien etwa 70 Menschen unangemeldet vor der Tür gestanden und hätten das Ganze kompensiert. Für die ersten beiden Tage des Regelbetriebs lägen jeweils rund 300 Anmeldungen vor.

Der Verwaltungsleiter geht davon aus, dass die Zahlen sich in den kommenden Wochen bei rund 100 Terminen pro Tag einpendeln werden. Für die Impfwilligen werden die Wege in der Bel Etage etwas kürzer als bisher. Daul zufolge liegt das daran, dass das Aufklärungsgespräch und die anschließende Impfung nicht mehr getrennt, sondern in einer Kabine erfolgen.

Der Betrieb läuft bis Ende September

Das Impfzentrum richtet sich in der Bel Etage auf einen Weiterbetrieb bis Ende September ein, zumal das Land angekündigt hat, ab 1. September vor allem für über 80-Jährige Drittimpfungen anbieten zu wollen. Was dann genau auf das KIZ zukommt, ist bislang im Detail unklar. „Wir sind echt gespannt, wie die Dinge stehen“, betont Jung.

Wir werden das leisten, was niedergelassene und Betriebsärzte nicht erbringen können.
Jürgen Jung, Verwaltungsleiter

Es stehe noch nicht fest, wer diese weiteren Impfungen übernehmen werde. „Wir werden das leisten, was niedergelassene und Betriebsärzte nicht erbringen können“, verspricht der Verwaltungsleiter. Götz zufolge ist es noch nicht möglich, Termine für eine Drittimpfung zu vereinbaren. Die Anmeldung erfolge jedoch über das Buchungssystem des Landes oder der Stadt.

Obwohl das Land die Mobilen Impfteams künftig nicht mehr eigens bezahlen werde, möchte Jung an diesen Angeboten festhalten und sie aus dem allgemeinen Topf finanzieren. Die nächste Impf-Aktion ist am 12. September beim Moped- und Motorradtreffen in Steinbach geplant.

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