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Verbot von Großveranstaltungen

Baden-Badener Organisatoren warten mit Absagen noch ab

Die Organisatoren der Groß-Veranstaltungen in Baden-Baden wollen ihre geplanten Events zunächst nicht absagen. Sie wollen abwarten, wie die Details der Landesverordnung zu einem Verbot aussehen. Die Verantwortlichen können sich auch alternative Formate für die Veranstaltungen vorstellen.

Beliebter Treffpunkt: Das Kurpark-Meeting lockt regelmäßig Tausende Besucher an. Nach der jüngsten Verordnung zum Verbot von Groß-Veranstaltungen bis Ende August wird die Genuss-Meile vor dem Kurhaus zumindest in der bisherigen Form voraussichtlich nicht stattfinden. Foto: BBE

Die Organisatoren der Großveranstaltungen in Baden-Baden wollen ihre geplanten Events zunächst nicht absagen. Sie wollen abwarten, wie die Details der Landesverordnung zu einem Verbot aussehen. Die Verantwortlichen für das Oldtimer-Meeting, Kurpark-Meeting, Marktplatzfest oder Philharmonische Parknacht in der Lichtentaler Allee können sich auch alternative Formate für die Veranstaltungen vorstellen.

Das von der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten angekündigte Verbot von Groß-Veranstaltungen bis Ende August träfe Baden-Baden besonders hart. Ob Oldtimer-Meeting, Kurpark-Meeting, das Fest auf dem Marktplatz oder Philharmonische Parknacht – Bürger und Gäste müssen sich wohl darauf einstellen, dass diese beliebten Veranstaltungen möglicherweise nicht, in anderer Form oder nicht zu den gewohnten Terminen stattfinden werden. Die Organisatoren wollen zunächst abwarten, wie die konkrete Verordnung des Landes aussehen wird.

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Die Einzelhändler hingegen reagieren erleichtert, Geschäfte mit einer Größe bis zu 800 Quadratmetern wieder öffnen zu dürfen.

Das Oldtimer-Meeting könnte auch im September stattfinden

Was aus dem Oldtimer-Meeting wird, steht für Marc Culas noch nicht definitiv fest. Der Organisator geht zunächst davon aus, dass der geplante Termin vom 10. bis 12. Juli wahrscheinlich nicht zu halten sein wird. Er hat allerdings die Hoffnung nicht ganz aufgegeben, zumal die Detail-Regelungen der neuen Verordnung den Ländern obliegen. Culas möchte deshalb erst einmal abwarten, welche genauen Bestimmungen kommen werden. Unabhängig davon prüft er, das Meeting, für das bereits 350 Meldungen vorlägen, auf die zweite Septemberwoche zu verschieben.

Eine Verschiebung ist möglich: Die Organisatoren prüfen einen neuen Termin für das Oldtimer-Meeting in der zweiten Septemberwoche. Foto: Trebing

Die Definition von Großveranstaltung ist entscheidend

„Wir sagen noch nichts ab“, betont Nora Waggershauser, Geschäftsführerin der Baden-Baden Events (BBE), im Gespräch mit dieser Redaktion. Auch sie ist gespannt, wie das Land den Begriff der Großveranstaltung definieren wird. „Sind das 100 oder 1.000 Menschen?“, fragt sie. Zudem kommt es für sie entscheidend darauf an, ob ein Event draußen oder drinnen stattfindet. Grundsätzlich stünden alle Open-Airs von der Philharmonischen Parknacht über das Marktplatzfest bis zum Kurpark-Meeting auf dem Spiel.

Wir durchdenken derzeit alle Formate.
Nora Waggershauser, Geschäftsführerin der Baden-Baden Events

Sie legt aber Wert darauf, zwischen riesigen Menschen-Ansammlungen etwa in der Lichtentaler Allee und einem Open-Air-Konzert im Hof des Schlosses Neuweier zu unterscheiden. Bei einer Bestuhlung sei es durchaus möglich, den notwendigen Abstand der Besucher zu wahren. Sie wolle nicht einfach alles streichen und aus dem Kalender radieren. „Wir durchdenken derzeit alle Formate“, bekräftigt die BBE-Geschäftsführerin. Für sie ist es durchaus vorstellbar, für das neue Projekt „Kunst findet Stadt“ während des Kurpark-Meetings ein Konzept zu finden, das der Verordnung entspricht.

OB Margret Mergen plädiert für kreative Lösungen

Oberbürgermeisterin Margret Mergen geht ebenfalls davon aus, dass bestimmte Kultur-Events unter Auflagen stattfinden können. Wenn die konkreten Inhalte der Verordnung feststünden, gehe es darum, kreative Lösungen für Veranstaltungen zu suchen. „Das ist unsere Aufgabe“, betont die OB.

Die Einzelhändler sind erleichtert

Matthias Vickermann, der Vorsitzende der Einzelhändler-Initiative Baden-Baden Innenstadt (BBI), ist erleichtert: „Das ist ein ganz großer Befreiungsschlag. Viele können jetzt aufatmen, vor allem die, die mit dem Rücken zu Wand standen.“  Er ist zuversichtlich, dass die Einzelhändler doch noch ihre Sommerwaren verkaufen können, die bei länger andauernden Schließungen wertlos geworden wären. „Dieser Schritt ist super. Ich ärgere mich aber über das Ungleichgewicht“, sagt er.

Für ihn ist es nicht nachvollziehbar, dass nicht auch größere Geschäfte wie etwa die Wagener Galerie öffnen dürfen. „Man hätte dort doch mehr Möglichkeiten, die Kunden auf Abstand zu halten, als in einem kleineren Geschäft.“ Auch in der Gastronomie hält Vickermann schrittweise Lockerungen für angebracht. „Dann muss man eben die Sitzplätze reduzieren und vielleicht nur mittags öffnen“, schlägt er vor und betont, dass gerade in Baden-Baden ein ganzer Wirtschaftszweig auf dem Spiel stehe.

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