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Stadt saniert die Louis-Lepoix-Schule

Baden-Badener Schüler lernen übergangsweise in Containern

Der Umbau der beruflichen Schule wird eines der größten kommunalen Bauprojekte in den kommenden zwei Jahren. Lehrer und Schüler müssen sich auf neue Unterrichtssituationen einstellen.

So könnte es später aussehen: Die Architekten schlagen für die neue Fassadengestaltung der Louis-Lepoix-Schule eine Verkleidung mit Tonschindeln vor. Sie sollen das Gebäude künftig besser gegen Wettereinflüsse schützen. Foto: pbr Planungsbüro Rohling / Büro 4-e-motions

Die Stadt möchte nach dem Grundsatzbeschluss durch den Gemeinderat 2018 im kommenden Jahr die Sanierung der Bauteile 3 und 9 sowie den Umbau der Werkstätten im Bauteil 6 der Baden-Badener Louis-Lepoix-Schule angehen.

Voraussetzung ist, dass zunächst der Bau- und Umlegungsausschuss und dann der Gemeinderat dem Projekt mit einem Kostenvolumen von rund 8,2 Millionen Euro zustimmen werden. Nach Auskunft des Rathauses steuert das Land rund 2,2 Millionen Euro zu.

Das Gebäude erhält dezentrale Lüftungsgeräte

Das Vorhaben sieht vor, das Gebäude energetisch zu sanieren und die Innenräume zu renovieren. Weiter ist geplant, die Räume neu aufzuteilen und anzuordnen. Die Stadtverwaltung möchte zudem die haustechnischen Anlagen erneuern und dezentrale Lüftungsgeräte einbauen lassen, um im Sommer den Wärmeschutz sicherzustellen und durch Wärmerückgewinnung Energie einzusparen.

Die Architekten schlagen vor, die Fassade mit hellen Tonschindeln zu versehen. Diese nähmen die kleinteilige Struktur des ursprünglichen Entwurfs auf und verbänden diese mit einer sehr dauerhaften und robusten Fassade.

Im Gegensatz zur bestehenden Holzfassade seien die Tonschindeln resistent gegen Wettereinflüsse, alterten kaum, böten keine Angriffsfläche für Vögel und seien unempfindlich gegenüber Beschädigungen.

Außerdem sei die Fassadenverkleidung nicht brennbar und erfülle damit eine zentrale Anforderung des Brandschutzkonzepts, heißt es weiter in der Beschlussvorlage. Das Material sei nachhaltig, da das Produkt im Sinne der Rohstoffgewinnung, Herstellung und Wiederverwertung zertifiziert sei.

Die Sanierungsphase dauert rund eineinhalb Jahre

Nach der Neuaufteilung beherbergt der Bauteil 3 sechs Klassenräume, zwei Lehrerarbeitsräume, eine 3-D-Werkstatt einschließlich Computerraum und Lager sowie einen Schüler-Aufenthalts- und Besprechungsraum. Im Bauteil 9 sind die Maler-Werkstatt einschließlich Lager-, Spritz- und Trockenraum sowie ein Klassenzimmer, ein Lehrerarbeitsraum und drei Computerräume untergebracht.

Während der Generalsanierung, die sich von Sommer 2021 bis Dezember 2022 erstrecken wird, muss die berufliche Schule die Unterrichtsräume und Lehrerzimmer auslagern. Es ist geplant, dafür zunächst alle verfügbaren Reserven zu nutzen. Die Schule richtet bereits das in die Cité verlagerte Elektrolabor und die freien Flächen der ehemaligen Werkstätten im Bauteil 6 für den Unterricht her.

Auf dem Lehrer-Parkplatz entsteht eine Container-Anlage

Darüber hinaus muss die Schule weitere sechs Klassen-, Lehrerzimmer und Besprechungsräume unterbringen. Die Stadtverwaltung hat sich dafür entschieden, eine Container-Anlage zu errichten, da eine zunächst geplante temporäre Nutzung der Alten Schule in Steinbach nicht möglich sei.

Da im Schulzentrum West noch weitere Sanierungen anstehen, schlägt das Rathaus vor, die benötigten Container nicht anzumieten, sondern zu kaufen, was bei einer Nutzungsdauer ab vier, fünf Jahren wirtschaftlicher sei.

Die Planer schlagen vor, die Container auf dem Lehrer-Parkplatz des „Bildungshügels“ zu installieren. Dadurch entfallen etwa 50 Stellflächen, die die Stadt ersatzweise in der Schussbachstraße schaffen möchte. Die Kosten für die Container sind mit rund 1,25 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kommen weitere 160.000 Euro, um die provisorischen Parkplätze herzurichten. Diese sollen ausschließlich Lehrern zur Verfügung stehen.

Der geplante Bau von Wohnungen verschiebt sich

Ein Fußweg zum Schulzentrum ist zwar bereits vorhanden, die Stadt muss ihn jedoch noch ertüchtigen und mit einer Beleuchtung versehen lassen. Die Gesellschaft für Stadterneuerung und Stadtentwicklung (GSE) kann den Bau von Wohnhäusern, die auf dem Gelände der provisorischen Stellplätze geplant sind, erst nach dem Abschluss der Schulsanierung beginnen.

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