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Bürgerliche Küche mit Ausblick

Beliebtes Ausflugslokal: Merkurstüble in Baden-Baden nach Renovierung wieder geöffnet

Das Merkurstüble in Baden-Baden hat nach seiner Renovierung wieder geöffnet. Auf 669 Metern bietet der neue Pächter Lulzim Beqiri gutbürgerliche Küche für den normalen Geldbeutel an. Auch die Inneneinrichtung trägt jetzt seine Handschrift.

Neuer Pächter: Lulzim Beqiri vor dem Merkurstüble in Baden-Baden Foto: Dominic Körner

Das Merkurstüble hat ein neues Gesicht erhalten. Nach seiner Renovierung ist das beliebte Ausflugslokal auf dem Baden-Badener Hausberg wieder in Betrieb. Auf 669 Metern bietet der neue Pächter Lulzim Beqiri gutbürgerliche Küche in heimeligem Ambiente an. Damit seine Gäste ihren Sundowner mit Blick auf die Bäderstadt genießen können, gelten im Sommer verlängerte Öffnungszeiten. Im Gespräch mit den BNN stellt Beqiri sein Konzept vor und erklärt, weshalb er sich in den Merkur verliebt hat.

Wirkich ruhig ist es auf dem Merkur selten. Auch am Samstag, das Wetter ist mittelprächtig, tummeln sich Ausflügler auf dem Stadtberg: Wanderer, Mountainbiker, Gleitschirmflieger.

Beliebtes Ausflugslokal

Die Terrasse des Merkurstüble eröffnet den Gästen einen reizvollen Ausblick auf Baden-Baden und den Schwarzwald. Schon am frühen Mittag ist sie gut besucht.

Der Merkur hat riesiges Potenzial. Hier oben fühle ich mich frei.
Lulzim Beqiri, Pächter des Merkurstüble in Baden-Baden

Lulzim Beqiri steht zufrieden am Eingang zum Restaurant. „Der Merkur hat ein riesiges Potenzial“, sagt er und fügt an: „Hier oben fühle ich mich frei. Einfach herrlich.“

Beqiri, ein Franzose mit kosovarischen Wurzeln, lebt seit 25 Jahren in Baden-Baden. In der Lichtentaler Allee betreibt er das Restaurant Rosso Bianco. Auf das Merkurstüble, erzählt der 45-Jährige, habe er schon länger geschielt.

Beliebtes Ausflugslokal: Das Merkurstüble mit Blick auf Baden-Baden Foto: Dominic Körner

Als dessen Pächter Ende 2018 überraschend den Betrieb einstellte, kam Beqiris Chance. Auf Bitten der Stadtwerke, Betreiber der Merkur-Bergbahn, sprang er ein und überzeugte schließlich mit seinem gastronomischen Konzept: Deutsch-französische Küche für den normalen Geldbeutel. Ein Sterne-Restaurant kam für Beqiri nicht in Frage. „Ich möchte Wanderer und Radfahrer ansprechen.“

Mittlerweile trägt das Merkurstüble auch optisch seine Handschrift. In den vergangenen Monaten gestaltete Beqiri das Restaurant um. Neue Möbel, rote Teppiche und ein heller Gaskamin verbreiten Lounge-Atmosphäre an der Bar.

Merkurstüble erhält neues Gesicht

Große Bilder mit Baden-Badener Motiven wie Allee und Trinkhalle zieren die Wände. Eine Liebeserklärung an seine Wahlheimat: „Die Stadt ist wunderschön“, schwärmt Beqiri.

Der hintere Bereich ist urig-rustikal eingerichtet: Dunkle Stühle, rot-weiß karierte Tischdecken, eine helle Holzvertäfelung an der Wand. „Die Leute sollen sich hier wohlfühlen“, sagt Beqiri.

Neu ist auch die Bar auf der Terrasse, an der Ausflügler ein Wegbier oder eine kühle Limonade kaufen können. Das Merkurstüble hat 280 Plätze, 130 davon auf der beliebten Terrasse.

In Baden-Baden gibt es schon genug teure Restaurants.
Jan Hrastik, Gast im Merkurstüble

Bei seinen Gästen kommt Beqiris Konzept an. „Die Einrichtung ist gemütlich“, sagt Lucia Speck aus Karlsruhe, die mit ihren beiden Enkelkindern über der Speisekarte brütet. In den Sechzigern hat sie ein Jahr in Baden-Baden gelebt, den Merkur in ihr Herz geschlossen: „Ich liebe diesen Ort sehr.“

Gäste sind begeistert

Nebenan stärken sich Kery Fay, eine Hamburger Popsängerin, und Jan Hrastik nach ihrem ersten Tandem-Gleitschirmflug. „Toller Service, sehr freundliche Bedienung“, lobt die Hanseatin. Hrastik wohnt in Baden-Baden und zieht den Vergleich zum Vorgänger: „Das Ambiente ist jetzt viel angenehmer.“

Rustikale Einrichtung: Das Merkurstüble wurde in den vergangenen Monaten renoviert. Foto: Dominic Körner

Auch das Essen sei gut. „In Baden-Baden gibt es schon genug teure Restaurants“, findet Hrastik, „eine bürgerliche Küche zu normalen Preisen ist für diesen Ort genau das Richtige.“

Zuvor hatte das Restaurant abends nur bis 18 Uhr geöffnet. Beqiri schließt im Sommer hingegen erst um 22 Uhr. „Die Menschen wollen hier oben doch den Sonnenuntergang anschauen“, sagt er.

Veranstaltungen auf dem Merkur

Um das Geschäft auf dem Merkur weiter anzukurbeln, hat er viele Ideen: Konzerte der Philarmoniker, Lesungen unter freiem Himmel, eine After-Work-Party, Grillen und Sektbar mit Aussicht.

Pächter Lulzim Beqiri hat das Merkurstüble in Baden-Baden umgestaltet. Foto: Dominic Körner

Allein: In diesem Sommer macht ihm Corona einen Strich durch die Rechnung. „Die Veranstaltungen konnten nicht alle wie geplant stattfinden“, beklagt Beqiri.

Der Gastronom rechnet für 2020 mit einem Verlust von 30 Prozent. Die Existenzangst quält ihn dennoch nicht: „Ich habe gut gewirtschaftet und werde die Krise überstehen.“

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