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Drei Blindgänger im Wörtböschelpark

Bombenentschärfungen in Baden-Baden: So arbeitet der Kampfmittelräumdienst

Die Arbeit als Kampfmittelbeseitiger in ungewöhnlich, nicht ganz ungefährlich - und sehr wichtig. Wenn am Sonntag in Baden-Baden drei Blindgänger entschärft werden, ist Bombenentschärfer Mathias Peterle mit dabei..

Wenn am Sonntag in Baden-Baden drei Blindgänger entschärft werden, ist Bombenentschärfer Mathias Peterle mit dabei.. Foto: Bernd Kamleitner

Einer nicht ganz ungefährlichen Arbeit geht Mathias Peterle nach. Seine Aufgabe ist das Bombenentschärfen beim Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg (KMBD). Mitarbeiter des in Stuttgart stationierten Teams nehmen am kommenden Sonntag die Entschärfungen der nicht explodierten Weltkriegs-Fliegerbomben im Wörthböschelpark vor, teilte die Stadt Baden-Baden mit.

„Die Kampfmittelsuche gehört zu unserer täglichen Arbeit, ebenso das Freilegen der Bomben“, informiert Peterle. Und er berichtet weiter: „Ab einem Gewicht von 50 Kilo machen wir die Bomben vor Ort unschädlich. Das heißt, wir entfernen den Zünder am Kopf der Bombe. Das klappt auch nach all den Jahren fast immer. Nur in extrem seltenen Fällen müssen wir die Bombe sprengen.“ In Baden-Baden übernehme das Freilegen der Fliegerbomben eine spezielle Kampfmittelräumfirma, das Entschärfen dann der KMBD.

33 Mitarbeiter arbeiten dort der Mitteilung zufolge derzeit. Der KMBD sei dem Stuttgarter Regierungspräsidium unterstellt und nehme Kampfmittelbeseitigungen im gesamten Land Baden-Württemberg vor. 23 Mitarbeiter seien im Außendienst, zehn in der Zentrale in der Verwaltung oder innerhalb der Luftbildauswertung.

„Der Kampfmittelräumer ist alles andere als ein klassischer Lehrberuf,“ erklärt Peterle. „Entweder bringen die Mitarbeiter militärische Vorkenntnisse aus dem Dienst bei der Bundeswehr mit oder lernen all das, was ein Entschärfer braucht, auf der Dienststelle in einem speziellen neun- bis zwölfwöchigen Lehrgang. Ganz wichtig ist für uns Kampfmittelbeseitiger, dass das Entschärfen nie zur Routine werden darf.“ Bei der Arbeit müsse man immer höchst konzentriert sein.

Insgesamt fast 1000 Funde im Land in einem Jahr

Die Stadt Baden-Baden informiert über Zahlen und Daten: Dem KMBD Baden-Württemberg seien im Jahr 2020 von der Polizei und anderen Behörden im Land 961 Munitionsfunde (2019: 862) gemeldet worden. Die geborgene Munition habe ein Gesamtgewicht von 24.700 Kilogramm (2019: 41.195 Kilogramm) gehabt. Unter den Funden hätten sich 14 Bomben (2019: 16) mit einem Gewicht von 50 Kilogramm oder mehr befunden. Insgesamt habe der KMBD im vergangenen Jahr Flächen von rund 83.900 Quadratmeter nach Kampfmitteln abgesucht, um eine Bebauung zu ermöglichen. Das entspreche der Größe von etwa zwölf Fußballfeldern.

2020 seien bei der Luftbildauswertung des KMBD 1.540 Anträge von Bauherren, Baufirmen, Ingenieurbüros und Kommunen eingegangen (2019: 1.503). Hierfür stünden den Mitarbeitern mehr als 110.000 Luftaufnahmen der alliierten Streitkräfte zur Verfügung.

Im Zweiten Weltkrieg seien rund 1,35 Millionen Tonnen Abwurfmunition auf das Gebiet des damaligen Deutschen Reiches gefallen, fährt die Stadt fort. In Baden-Württemberg seien es rund 100.000 Tonnen Abwurfmunition gewesen. Hiervon seien etwa zehn bis 15 Prozent nicht detoniert, so dass noch etliche Bombenblindgänger in Baden-Württembergs Böden zu vermuten seien.

Bombenentschärfung in Baden-Baden

Sie wollen immer aktuell zur Bombenentschärfung in Baden-Baden informiert sein? Auf BNN.de gibt es am Sonntag ab 6.30 Uhr einen Live-Ticker zur Entschärfung - immer aktuell, immer informativ.

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