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Verkauf von Sträußen

Ende einer hervorragenden Dahliensaison in Baden-Baden naht

Endspurt im Dahliengarten: Am Donnerstag werden Dahliensträuße und Knollen verkauft. Mit dem Einnahmen finanzieren die Dahlienfreunde die Wiederbepflanzung im nächsten Jahr. Im Frühjahr blühen in den Beeten dann zunächst Tulpen.

Vereinsvorsitzende Lale Breitenbucher“ (vorne) liebt die Dahlien und den Umgang mit ihnen ebenso wie die ehrenamtlichen Helferinnen (mit im Bild links Ursula Rogge). Foto: Katrin König-Derki

Sie heißen Kazusa-shiranami, Café au lait, Black Jack oder Diva. Sie leuchten in tiefem Rot, Gelb, Orange, Weiß oder auch Lila und verleihen der Lichtentaler Allee exotischen Charme.

An diesem Donnerstag aber endet die Zeit der Dahlien: Zum Saisonabschluss dürfen die Blumen im Dahliengarten zu Sträußen gebunden und gegen Bezahlung mitgenommen werden, am Freitag werden die Knollen verkauft.

Wenige Tage zuvor herrscht noch emsiges Schaffen an den Beeten. Zwar sind die Temperaturen herbstlich, doch die klare Morgensonne lässt die Farben der Korbblütler prachtvoll zur Geltung kommen.

In der Oos stakst ein Reiher, wenige Spaziergänger sind unterwegs, ansonsten ist es still. Genau diese Natureinsamkeit lieben die Helferinnen um Lale Breitenbucher, Vorsitzende des Vereins „Freunde des Dahliengartens“.

Dieses Fleckchen strahlt so eine friedliche Ruhe aus.
Eveline Ströbel, Dahlienpflegerin

„Dieses Fleckchen strahlt so eine friedliche Ruhe aus, speziell am frühen Morgen“, schwärmt etwa Eveline Ströbel, die jeweils montags ehrenamtlich Pflegearbeiten übernimmt.

Ursula Rogge ergänzt: „Ein Besucher sagte neulich, wir hätten den schönsten Arbeitsplatz der Welt.“ Bei aller Mühsal stimmen die Damen dem zu.

„Es macht viel Spaß, mit den Blumen umzugehen“, befindet Rogge. „Außerdem sind wir eine harmonische Gemeinschaft.“

Breitenbucher spricht von „vielen tollen Ideen“ der Helferinnen und erzählt, auch die begeisterte Resonanz der Besucher sei für sie alle eine Bestärkung in ihrem Tun. „Wir bereiten den Menschen so viel Freude!“

Seit Pandemiebeginn gelte das mehr denn je: „Outdoor-Aktivitäten haben ja enorm an Zulauf gewonnen. Und wer wollte nicht gern durch unseren Dahliengarten spazieren? Dass die Besucherzahl stark zugenommen hat, lässt sich auch daran erkennen, dass wir unsere Flyer erstmals in einer Zweitauflage drucken mussten.“

Sie weist auf ausgetretene Pfade rund um die Sträucher. „So mancher schaut sich jede einzelne Blume an.“ Die Schattenseiten der Pandemie lässt sie nicht unerwähnt.

„Besonders bedauert haben wir den Verzicht auf unsere beliebten Feste.“ Dass der Verein dennoch im wahrsten Sinne des Wortes „floriert“, macht sie an Zahlen fest: Rund 180 Vereinsmitglieder. 64 Dahliensorten auf 64 Beeten, die vorrangig von Paten finanziert werden. Vor allem die Zahl der Helfer, räumt sie ein, könnte ein wenig höher liegen.

„Wir sind momentan nur Frauen, fast alle im Rentenalter. Über weitere Mitwirkende würden wir uns freuen.“ Positiv wertet sie die enge Zusammenarbeit mit Markus Brunsing, dem Chef der städtischen Parks und Gärten.

„Er ist für die Auswahl der Dahlien und die Gestaltung der Beete zuständig. Arbeiten wie Einpflanzen, Düngen oder Unkrautjäten erledigen unsere Gärtner, die wir selbst finanzieren. Wir hingegen schneiden zum Beispiel regelmäßig das Abgeblühte ab.“

Das regenreiche Jahr 2021 war ideal

2020, blickt sie zurück, seien die Gärtner besonders gefordert gewesen: „Das war ein trockenes Jahr, sie mussten ständig gießen. Dahlien brauchen viel Wasser, deshalb war das regenreiche Jahr 2021 für sie ideal.“

Nun also naht das Ende der Dahlien-Saison, die jeweils im Mai beginnt. Dass die Blumen nach dem Verkauf nur noch ein paar Tage in der Vase stehen, macht die Vorsitzende ein wenig wehmütig.

„Aber mit dem ersten Frost wären sie ohnehin kaputt.“ An Arbeit wird es dem Vorstand trotzdem nicht mangeln: Es gilt, die Flyer für die kommende Saison zu drucken. Den Verkauf des Fotokalenders vorzubereiten. Den Terminplan 2022 festzulegen - in der Hoffnung, dass das Fest mit der Wahl der schönsten Dahlie dann wieder in traditioneller Form stattfindet.

Für Breitenbucher ist und bleibt die schönste Dahlie übrigens die auf ihrem eigenen Beet. Kein Wunder, trägt sie doch den Namen „Vielliebchen“.

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