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Merkurbahn, Geroldsauer Wasserfälle und Lichtentaler Allee

Der Besucheransturm bei den Baden-Badener Ausflugszielen bleibt aus

Das sonnige Wetter am Wochenende hat viele Menschen nach draußen gelockt. Baden-Baden ist bekannt für seine attraktiven Ausflugsziele. Wie sah es dort am Sonntag aus?

Entspannter Spaziergang: Das Pärchen Kenny Brunner und Denise Braun aus Rastatt genießen am Sonntag an der Talstation der Merkurbahn in Baden-Baden das traumhafte Wetter. Foto: Dominik Schneider

Auf dem Wanderparkplatz unterhalb der Geroldsauer Wasserfälle in Baden-Baden ist es still an diesem Sonntagvormittag. Von weitem erkennt man eine Familie mit Schlitten um die Kurve biegen. Auf dem Parkplatz wuchtet eine junge Frau vor dem Auto einen Rucksack auf ihre Schultern. Sie zieht die Gurte straff und federt dabei mit ihren Beinen leicht nach. „Auf geht’s“, sagt sie lachend zu ihrem Partner. Die beiden machen sich auf den Weg. Der befürchtete Besucheransturm bei traumhaftem Wetter bleibt bei den stadtnahen Ausflugszielen in Baden-Baden aus.

Die Stimmung unterhalb der Wasserfälle wirkt entspannt. Es stehen zwar einige Autos auf dem Parkplatz, aber Neuankömmlinge finden leicht einen Platz für ihren Wagen. Einige der Fahrer kommen von etwas weiter her. Zumindest weisen die Zulassungen darauf hin. Wiesbaden, Böblingen und Bonn sind beispielsweise vertreten. Es ist kein Vergleich zu dem Verkehrschaos im Frühsommer, wenn die Rhododendren-Blüte die Massen anlockt.

Es ist hier ja kaum was los.
Marion Binz, Ausflüglerin bei den Geroldsauer Wasserfällen

Auch auf dem Parkplatz beim Bütthof, oberhalb der Wasserfälle ist es ruhig. „Wir wollen ein bisschen im Schnee laufen“, sagt Marion Binz, die mit ihrer Tochter und der Enkelin unterwegs ist. „Es ist hier ja kaum was los“, sagt sie. Sie schüttelt den Kopf darüber, dass seit 9 Uhr die Schwarzwaldhochstraße schon wieder gesperrt ist. Als die drei auf der B500 Richtung Geroldsauer Wasserfälle von Baden-Baden kommend unterwegs waren, haben sie kaum andere Autos gesehen. „Wir dachten, wir sind alleine unterwegs“, meint Binz.

Ein weiterer Besucher, der anonym bleiben möchte, führt seine beiden Hunde Gassi. „Hier oben ist es zum Glück noch ruhig“, meint der Gernsbacher während er einen Hund anleint. Aber das könne sich ja leider schnell ändern. Er ist zum ersten Mal hier. Der Hundehalter sucht sich immer wieder neue Orte, an denen er mit seinen Tieren spazieren gehen kann. „Am besten so einsam wie möglich, damit ich die Hunde frei laufen lassen kann“, sagt er. In Gernsbach sei ja alles voll.

Es ist hier ja kaum was los.
Marion Binz, Ausflüglerin bei den Geroldsauer Wasserfällen

Ortswechsel: Auch auf dem Parkplatz der Talstation der Merkurbahn ist es ruhig. Hier und da laufen einzelne Pärchen und Familien über das weitläufige Gelände. Kenny Brunner und Denise Braun aus Rastatt wollen das „traumhafte Wetter“ genießen. Sie laufen von ihrem Auto händchenhaltend Richtung Talstation der Merkurbahn. „Wir wollten eigentlich mit der Bergbahn zum Merkur hochfahren“, erzählt Braun. Doch die Bergbahn hat wegen der Corona-Pandemie geschlossen. „Schon wieder Geld gespart“, ergänzt Brunner lachend. Die beiden entschließen sich dazu, den Gipfel zu Fuß zu erklimmen. Viel vor hat das Paar an diesem Tag sowieso nicht mehr. „Es hat ja nichts offen“, sagt Braun und macht sich auf den Weg zum Merkur.

Parkplatz am Merkur ist gut belegt

Die Parkplätze an der Merkurbahn sind gut belegt, aber auch dort gibt es wie bei den Geroldsauer Wasserfällen einige Lücken. Ein Bus der Linie 204 bleibt an der Merkurbahn-Haltestelle stehen und öffnet seine Türen. Etwa fünf Personen steigen aus. Sie verschwinden so schnell in unterschiedliche Richtungen, wie sie gekommen sind.

„Viele wissen nicht, dass die Bergbahn nicht fährt“, weiß Busfahrer Panagiotis Pilaftsis und zieht an seiner Zigarette. Merkwürdigerweise sei an diesem Wochenende kaum was los am Merkur. „Das war vergangene Woche ganz anders“, berichtet er. Und das, obwohl das Wetter viel schlechter gewesen sei. Panagiotis geht davon aus, dass unten in der Stadt schon mehr los ist.

Beliebtes Ziel: Einige Ausflügler hat es am Wochenende auch an die Lichtentaler Allee in Baden-Baden gezogen. Hauptsächlich bestimmten Pärchen und Familien das Bild, die auf die notwendigen Mindestabstände achteten. Foto: Dominik Schneider

Doch die Fußgängerzone in Baden-Baden wirkt wie ausgestorben. Auch dort ein ähnliches Bild, wie bei den anderen Ausflugszielen der Kurstadt: Familien und Pärchen flanieren vereinzelt durch die Innenstadt. Am Leopoldsplatz, wo sonst das Leben pulsiert, sprudelt der Brunnen fast einsam vor sich hin. Mehr Menschen sieht man in der Lichtentaler Allee. Aber auch dort hält sich der Andrang in Grenzen. Die Leute achten auf den Mindestabstand. Vereinzelt haben sogar welche ihren Mund-Nasen-Schutz auf.

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