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Der Betrieb ist vorerst eingeschränkt

Der erste Impfstoff ist da: Das Impfzentrum im Kurhaus Baden-Baden ist startklar

Das Corona-Impfezentrum in Baden-Baden kann loslegen. 1.170 Dosen stehen zunächst zur Verfügung. Die Menge reicht für zwei Wochenenden. Wie läuft das unter diesen Voraussetzungen?

Letzte Arbeiten: Ein Mitarbeiter bereitet eine Kabine vor, in der Impfwillige vor dem schützenden Piks ein ärztliches Aufklärungsgespräch erhält. Foto: Michael Rudolphi

Das Corona-Impfzentrum im Kurhaus Baden-Baden ist am Freitag, 22. Januar, startklar. „Der Impfstoff ist heute Morgen eingetroffen“, berichtet Maximilian Lipp am Donnerstag bei einem Rundgang durch das Zentrum.

Die Lieferkette sei ordnungsgemäß eingehalten. „Damit steht einem Impfbetrieb nichts mehr im Weg“, betont der Leiter des städtischen Fachbereichs Ordnung und Sicherheit. Der Impfstoff lagere in einem gut bewachten Kühlschrank an einem geheimen Ort.

Nach Auskunft von Jürgen Jung stehen für die Bäderstadt zunächst 1.170 Impfdosen zu Verfügung. „Das ist die Menge für die nächsten 14 Tage“, informiert der Verwaltungsleiter des Kreis-Impfzentrums.

Der frühere Kaufmännische Geschäftsführer des Klinikums Mittelbaden übernimmt diese Aufgabe ehrenamtlich. Von dem gelieferten Impfstoff gehen 450 Dosen an die mobilen Impfteams, die in den kommenden Tagen bei neun Touren durch Pflege- und Seniorenheime jeweils 50 Impfungen vornehmen werden.

20 bis 25 Beschäftigte sind pro Schicht erforderlich

Aufgrund des nach wie vor knappen Impfstoffs wird das Impfzentrum zunächst an zwei Wochenenden jeweils Freitag- und Samstag-Nachmittag öffnen. „Es ist ja nicht sinnvoll, Personal dauerhaft vorzuhalten“, sagt Jung. Etwa 20 bis 25 Beschäftigte vom Sicherheitsdienst über Verwaltung bis zum medizinischen Personal seien pro Schicht im Einsatz. Die Ärzte sind nach Angaben des Verwaltungsleiters praktizierende oder pensionierte niedergelassene Mediziner. Am ersten Wochenende übernimmt ein Arzt und dessen Praxisteam die medizinische Betreuung.

Wartezone: Im Runden Saal läuft auf einem Monitor ein Video, das in sechs Minuten zum Thema der Corona-Schutzimpfung informiert. Foto: Michael Rudolphi

Oberbürgermeisterin Margret Mergen freut sich, dass sich rund 300 freiwillige Helfer gemeldet hätten, um sich ehrenamtlich zu engagieren. „Das zeigt den großen Zusammenhalt und die Bereitschaft, die Pandemie in die Knie zu zwingen“, bekräftigt die Rathaus-Chefin.

Im Vollbetrieb sind 750 Impfungen pro Tag geplant

Im Vollbetrieb sind Jung zufolge 750 Impfungen an jedem Tag der Woche geplant. Der Start mit vorerst reduzierten Öffnungszeiten habe auch Vorteile. Auf diese Weise könnten alle Beteiligten Erfahrungen sammeln, um die Abläufe bei Bedarf zu optimieren.

Alles im Blick: Vom Arbeitsplatz auf der Empore des Bénazet-Saals beobachten medizinisches und ärztliches Personal das Geschehen in den Impfkabinen. Foto: Michael Rudolphi

Für die ersten beiden Wochenenden sind bereits alle Impftermine vergeben. „Wir nehmen nur so viele Anmeldung an, wie wir Impfdosen haben“, sagt Jung. Er weist noch einmal darauf hin, dass die Terminvergabe ausschließlich über die Hotline 116 117 oder online unter www.116117.de möglich seien.

Das Impfzentrum achtet streng auf die Prioritätenliste

Er appelliert an alle Impfwilligen, diesen Weg einzuhalten und sich nicht an die Stadtverwaltung oder niedergelassene Ärzte zu wenden. Der Chef des Impfzentrums macht deutlich, dass neue Terminvereinbarungen erst dann wieder möglich seien, wenn feststehe, wann und wie viele Dosen Baden-Baden erhalten werde.

Jung betont, bei den Impfungen streng nach der Prioritätenliste vorzugehen. Das heißt, zunächst sind die über 80-Jährigen, danach die über 70 und dann die über 60 Jahre alten Menschen an der Reihe. Parallel laufen die Impfungen von medizinischem und Pflege-Personal. „In Baden-Baden sind es über 5.000 Berechtigte im Alter über 80 Jahren“, verdeutlicht Mergen. Der Verwaltungsleiter stellt klar, das Personal bei der Eingangskontrolle sei angewiesen, alle nicht Berechtigen abzuweisen. „So lange der Impfstoff knapp ist, werden wir nur die Berechtigten berücksichtigen“, erläutert Jung.

Ein Rundgang führt von Station zu Station

Wer einen Impftermin im Kurhaus hat, muss sich zunächst an einem Schalter im Foyer anmelden. Danach führt der Weg ins Obergeschoss. Dort befinden sich fünf Aufnahme-Kabinen, in denen die Mitarbeiter die Unterlagen prüfen. Danach geht es in einer Einbahn-Regelung weiter durch verschiedene Räume, in den Wartezonen eingerichtet sind. „Wir sind froh, dass das Kurhaus so viel Platz bietet“, sagt Jung.

Der gesamte Impftermin dauert etwa 45 Minuten

Im Runden Saal läuft auf einem großen Bildschirm ein Video, das in etwa sechs Minuten über das gesamte Impf-Prozedere informiert. Bevor es dann in eine der vier Impf-Kabinen geht, steht noch einmal ein Aufklärungsgespräch an. Nach dem Piks bleiben die Geimpften noch etwa 15 Minuten unter Beobachtung in einer Wartezone. „Falls Probleme auftreten sollten“, sagt Jung, „was aber sehr unwahrscheinlich ist.“ Der gesamte Impftermin dauere etwa 45 Minuten.

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