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Über 80 Bewerbungen gingen ein

Der künftige Chefposten bei der Philharmonie Baden-Baden ist begehrt

Die Suche nach einem Nachfolger für Pavel Baleff läuft bereits seit geraumer Zeit. Aus der großen Zahl der Kandidaten für die Stelle des Chefdirigenten hat die Findungs-Kommission eine Auswahl getroffen.

Wer wird Nachfolger von Pavel Baleff? Der bisherige Chefdirigent des Orchesters verlängert seinen bis Mitte 2022 laufenden Vertrag nicht und sucht neue musikalische Herausforderungen unter anderem am Opernhaus im französischen Limoges. Foto: Jörg Bongartz

Dass Pavel Baleff die Philharmonie Baden-Baden 2022 verlassen wird, steht seit Ende 2019 fest. Der Chefdirigent hatte damals angekündigt, seinen Vertrag nicht mehr zu verlängern, um sich neuen musikalischen Herausforderungen zu widmen. Baleff wird im Oktober 2022 seine neue Stelle als Chefidirigent und Musikdirektor des Opernhauses im französischen Limoges antreten.

Zudem wird er bereits ab September 2021 Generalmusikdirektor des Theaters Nordhausen und des Loh-Orchesters Sondershausen. Aber auch nach Ablauf seines Vertrags wird er als „Dirigent in Residenz“ der Philharmonie bis 2027 erhalten bleiben.

16 Kandidaten präsentierten sich in einer Kurzprobe

Die Suche für einen neuen Chef am Pult des Baden-Badener Orchesters läuft seit geraumer Zeit. Nach Auskunft der Philharmonie sind in dem mehrmonatigen Bewerbungsverfahren bei der Stadt über 80 Bewerbungen für diesen Posten eingegangen.

Eine Findungs-Kommission unter dem Vorsitz von Oberbürgermeisterin Margret Mergen – bestehend aus Mitgliedern des Gemeinderats, der Stadtverwaltung und des Orchesters – hat 16 Kandidaten und Kandidatinnen ausgewählt, die sich dem Orchester in einer Kurzprobe und der Kommission in einem Vorstellungsgespräch bereits vorgestellt haben.

Die Auswahlkonzerte finden möglicherweise ohne Publikum statt

Vier Bewerber sind in die finale Auswahl berufen und sollten sich im November und Dezember in öffentlichen Konzerten präsentieren. Doch nun macht die Corona-Krise der Philharmonie einen Strich durch die Rechnung. Die verschärfte Corona-Verordnung sieht unter anderem vor, dass Konzerthäuser schließen müssen.

Es wäre sehr kompliziert, diese Termine zu verschieben.
Andt Joosten, Orchester-Manager der Philharmonie

Nach Auskunft von Orchester-Manager Arndt Joosten prüft die Philharmonie-Leitung derzeit, ob diese Auswahl-Konzerte möglicherweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden können.

„Es wäre sehr kompliziert, diese Termine zu verschieben“, begründet Joosten dieses Vorgehen. Die Nicht-Öffentlichkeit müsse dann für alle Kandidaten gelten, um alle gleich zu behandeln.

Schwierige Werke liegen auf den Notenpulten

Im Rennen um den Chefposten der Philharmonie ist Timo Handschuh, Generalmusikdirektor der Stadt Ulm. Handschuh stammt aus Lahr und ist neben seiner Tätigkeit in Ulm Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim. Er möchte sich mit dem Violinkonzert von Tschaikowski und der „Frühlingssinfonie“ Nr. 1 von Robert Schumann präsentieren.

Ein weiterer Kandidat ist Michael Güttler, ständiger Gast an der Wiener Staatsoper und am Mariinski-Theater Sankt Petersburg. Als Gastdirigent trat er unter anderem an der Wiener Staatsoper, an der Opéra National de Paris, an der Washington National Opera und am Teatro Real de Madrid auf. In seinem Auswahlkonzert liegen Frédéric Chopins Klavierkonzert Nr. 1 sowie Robert Schumanns Sinfonie Nr. 4 auf dem Notenpult.

Mit den Variationen über ein Rokoko-Thema von Piotr Iljitsch Tschaikowski sowie der Sinfonie Nr. 2 C-Dur von Robert Schumann möchte sich Carlos Dominguez-Nieto, Chefdirigent im spanischen Córdoba vorstellen. Das vierte Finalkonzert leitet Heiko Mathias Förster, Chefdirigent des Prague Royal Philharmonic Orchesters und vieljähriger Generalmusikdirektor mehrerer deutscher Klangkörper. Auf dem Programm steht neben Robert Schumanns 3. Sinfonie das Violinkonzert von Johannes Brahms.

Der bisherige Chefdirigent sucht neue Herausforderungen

Pavel Baleff begründet seinen Weggang damit, dass er auf der Stufe des größten Erfolgs neue Aufgaben übernehmen möchte. In Limoges und Nordhausen biete sich ihm die Chance, mit größeren Orchestern zu arbeiten. Zudem ermöglichten die neuen Wirkungsstätten ihm, nicht nur seine Fähigkeiten als Konzert-, sondern auch als Opern- und Ballettdirigent zur Geltung zu bringen.

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