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Zwei Jubiläen

Der Schalom-Bus rollt ab sofort durch Baden-Baden

Die Stadt Baden-Baden ehrt 130 Jahre Israelitische Kultusgemeinde mit einem ganz speziell bedruckten Gefährt. Der sogenannte Schalom-Bus wird ab jetzt für rund sechs Monate im Stadtgebiet unterwegs sein.

Der neu beschriftete Gelenkbus wurde am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt Foto: Christiane Krause-Dimmock

Besser könne man einen Standpunkt kaum darstellen, freut sich Bürgermeister Alexander Uhlig über den Schalom-Bus, der ab sofort auf der Tal-Linie unterwegs sein wird.

Hintergrund dieser auffallenden Beschriftung eines Gelenkbusses sind zwei Jubiläen. So werde gegenwärtig nicht nur 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert sondern auch 130 Jahre Israelitische Kultusgemeinde in Baden-Baden, erklärte Barbara Hoffs, Ehrenpräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

Obwohl coronabedingt die großen Veranstaltungen nicht haben stattfinden können, gab es zuletzt dennoch kreative Aktionen wie etwa in Köln. Dort rolle eine Straßenbahn durch die Stadt, die mit der im rheinischen Dialekt gehaltenen Aufschrift „Schalömchen Köln“ die Blicke auf sich zieht. Barbara Hoffs griff die Idee auf und bemühte sich um ein entsprechendes Pendant in Baden-Baden. Rund 5.000 Euro kostet die Werbung, die nun in den kommenden sechs Monaten im Stadtbild wahrzunehmen sein wird.

„Das ist ein Thema mit tiefgreifender Bedeutung“, unterstrich Uhlig. „Das ist ein Zeichen, dass das Judentum mit uns ist – und das nicht erst seit gestern.“

„Schalom“ bedeutet mehr als Frieden

„Ich wünsche mir, dass unser Schalom-Bus nicht nur eine Erinnerung an die 1.700-jährige Geschichte der Juden in Deutschland , sondern auch eine Quelle des Friedens und des Wohlbefindens für alle ist“, ließ Rabbiner Surovtsev, der selbst nicht anwesend sein konnte, ausrichten.

Denn dieses Wort, so erläuterte Irina Grinberg von der Israelischen Kultusgemeinde, sei nicht etwa nur ein Synonym für das europäische Wort Frieden, wie gemeinhin geglaubt werde. „Es bedeutet weit mehr“, sagte sie und verwies auf die hebräische Wortwurzel. „Es vermittelt den Sinn von Ganzheit, Sicherheit, Wohlbefinden.“

Dass die Aktion nicht überall auf Zuspruch stoßen wird, darüber sei man sich wohl im Klaren. Man wünsche sich nach Ablauf des halben Jahres ein Feedback, erklärte Barbara Hoffs. Eigens geschult habe man die Fahrer nicht, antwortete Helmut Oehler, Geschäftsführer der Stadtwerke, ihr auf die entsprechende Rückfrage. „Wir wollen die Reaktionen allerdings sammeln, sie aber nicht analysieren“, so Oehler.

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